Bäume sollen für das Regenrückhaltebecken in Oberbieber gefällt werden
Oberbieber. In Oberbieber ist geplant, ein Regenrückhaltebecken am Busparkplatz Wallwiese zu bauen. Allerdings müssten dafür dort die Bäume gefällt werden - die Anwohner lehnen diesen Eingriff in die Natur ab. Daher hat nun ein Informationstreffen mit der Ortsvorsteherin Maren Dümmler, dem städtischen Beigeordneten Ralf Seemann und Vertretern der SBN-Neuwied stattgefunden.
Anwohner Stephan Höfler und Peter J. Breuer stellten gezielte Fragen im Sinne der Anwohner und versuchten im Namen aller 165 Petitoren, von denen ca. 60 am Mi., 30. Juli von 14 Uhr bis ca. 16 Uhr anwesend waren, gemeinsam das Bauvorhaben zu stoppen. Herr Höfler übernahm die Moderation und Herr Breuer stellte Fragen zur Technik zu dem Bau, mit der Hoffnung das Ganze an einen anderen Ort abwenden zu können. Viele gezielte Fragen kamen auch seitens Stefanie Stavenhagen von der Stadt Neuwied aus Oberbieber, die ebenfalls durch ihre Anwesenheit das Vorhaben des Baus eines Regenrückhaltebeckens kritisch betrachtet in Anschein nahm. Von den Petitoren kamen während der Versammlung sehr viele Fragen auf und es wurde die Ablehnung zum Fall der Bäume mehrmals ausgesprochen.
Vier Mitglieder vom Vorstand der BUND Kreisgruppe Neuwied (BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland) sind bei dem Versammlungstermin vor Ort in Oberbieber zugegen gewesen, nachdem sie im Vorfeld von Peter J. Breuer zu der geplanten Maßnahme des Baus eines Regenrückhaltebeckens in der Wallwiese / Ecke Friedrich-Rech Straße ins Bild gesetzt und um Unterstützung und Beteiligung gebeten worden sind. Die beiden Sprecher Gisela Heimen und Wolfgang Kühn wie auch Jutta und Karl-Heinz Vetterlein vom BUND möchten mit der verbandspolitischen Brille das Vorhaben der SBN Neuwied nochmals auf Richtigkeit gegenchecken und bewerten, denn die geplante Maßnahme stellt naturschutzrechtlich gesehen einen gravierenden Eingriff in Natur und Landschaft dar. Zum anderen sind die anerkannten Umweltverbände in diesem geplanten Vorhaben nicht beteiligt worden, ihnen sind vorab keinerlei Informationen zu dem Bauvorhaben und der damit einhergehenden Fällung von 15 Bäumen zur Verfügung gestellt worden. Das gilt gleichermaßen für die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde, in der im weiteren Genehmigungsprozess i.d.R. dann auch eine Eingriffs- und Ausgleichbilanzierung als Instrument der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung zu berücksichtigen ist und zur Anwendung kommen muss.
Fragen zur Konstruktion wurden seitens Joachim Kraus (Bereichsleiter der SBN Neuwied) und dem Sachbearbeiter Dieter Scherbarth zum Bau vorgestellt. Es wurde die Funktion der Anlage erklärt und die anfallenden Kosten mitgeteilt. Die Baustelle und Bauzeit wäre für sechs Monate mit Beginn Oktober 2025 geplant.
Das komplette Busnetz im Oberdorf ab der Bushaltestelle Hermesplatz kommt durch den Bau zum Erliegen. Die Anwohner fragten, ob Shuttlebusse zum Einsatz gebracht werden würden. Der Stadtvorstand und Beigeordneter Herr Seemann Stadt Neuwied versprach, sich diesem Problem anzunehmen und es zu prüfen, ob extra Shuttlebusse eingesetzt werden könnten. Herr Seemann wies darauf hin, dass die Shuttlebusse Extrakosten verursachen würden, weil sie nicht einkalkuliert waren und diese zusätzlich erstattet werden müssten.
Sollten diese im Falle des Baus nicht zum Einsatz kommen, müssten Schulkinder, alte Leute und die Beschäftigten des Seniorenheims Wallwiese 12-14, innerhalb der Bauzeit ab der vorher existierenden Bushaltestelle Hermesplatz zu Fuß ins Dorf gehen, um an der Kirche (Friedrich-Rech-Str. 181) in den Bus ein- oder aussteigen zu können. Der Hermesplatz ist ein Busparkplatz, der von der Haltestelle an der Kirche, wo die nächste mögliche Haltestelle wäre, ca. 800 m entfernt ist. Diesen Fußmarsch müsste man, nur ab der Haltestelle Hermesplatz ausgehend machen, ohne den Weg vor der eigenen Haustür oder Arbeitsstätte einzuberechnen. Des Weiteren haben Anwohner, die Beschäftigten des Seniorenheims, sowie Besucher arge Probleme Parkmöglichkeiten zu finden.
Zum Ende führte man den Bauplan des schon beschlossenen Vorhabens vor. Die Petitoren zeigen sich enttäuscht, haben aber noch Hoffnung, dass der Bau abgewendet werden kann. Mit diesem Platz, auf dem die 15 Bäume schon zwischen 50 und 70 Jahren stehen, ging mit der Fällung der Bäume ein Teil langbestehender wunderschöner Natur, Luftfilter und einer Geschichte zunichte. Die Anwohner hoffen, dass andere Bäume nicht auch noch geschädigt werden, wenn das Bauvorhaben nicht gestoppt werden kann.
In Oberbieber ist geplant, ein Regenrückhaltebecken am Busparkplatz Wallwiese zu bauen. Foto: privat