Allgemeine Berichte | 06.02.2017, 07:42 Uhr

Balladenabend an der Waldorfschule Neuwied

Balladen neu interpretiert und lebendig gemacht

Für den Balladenabend hatten die Schüler der Waldorfschule Neuwied in kleinen Gruppen je eine selbst ausgewählte Ballade gemeinsam mit der Klassenlehrerin Heike Sturm vorbereitet und einstudiert. privat

Neuwied. Es ist still geworden um die Balladen. Früher standen diese „Erzählgedichte“ in jedem Lesebuch. Großeltern und Eltern lernten sie noch auswendig und waren stolz, sie auch im hohen Alter noch zitieren zu können. Sind Balladen denn altmodisch, langweilig, Schnee von gestern?

Diesen Eindruck widerlegten die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Waldorfschule Neuwied überzeugend bei ihrem Balladenabend. Das Wort Ballade entstammt der Sprache der südfranzösischen mittelalterlichen Troubadour-Dichtung und bezeichnete ursprünglich eine Gattung des Tanzliedes. Im deutschen Sprachraum wird seit dem 18. Jahrhundert ein mehrstrophiges erzählendes Gedicht als Ballade bezeichnet. Für ihren Balladenabend hatten die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen je eine selbst ausgewählte Ballade gemeinsam mit der Klassenlehrerin Heike Sturm vorbereitet und einstudiert. Diese wurde nun dem gebannt lauschenden Publikum vorgetragen. Dabei standen die 12- bis 13-Jährigen in Gruppen auf der Bühne. Übrigens: Etwas auf der Bühne zu präsentieren, sind alle Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule gewöhnt, da sie schon seit der 1. Klasse der Schulgemeinschaft im Unterricht Erarbeitetes auf der Bühne vorführen. Das Üben des deutlichen Sprechens und der Präsentation der Ballade ist auch eine Vorbereitung auf das Klassenspiel im 8. Schuljahr, bei dem die gesamte Klasse über mehrere Wochen ein Theaterstück einstudiert und aufführt.

Die Balladen wurden zuerst im Original vorgetragen, dann wurde die von der Gruppe erarbeitete, ganz eigene Version präsentiert. In kleinen Theaterszenen bzw. in einem Film wurden die Balladen neu interpretiert und lebendig gemacht. Phantasievoll umgesetzt wurden Goethes Erlkönig , Schillers Bürgschaft, Fontanes John Maynard und – wesentlich moderner – eine gesungene amüsante Ballade von Reinhard Mey „Ankomme Freitag, den 13.“

Für den Balladenabend hatten die Schüler der Waldorfschule Neuwied in kleinen Gruppen je eine selbst ausgewählte Ballade gemeinsam mit der Klassenlehrerin Heike Sturm vorbereitet und einstudiert. Foto: privat

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