Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG sieht Bilanz
Bank feiert 125. Geburtstag und bekommt eine neue Führung
Vorstandssprecher Heinz Haubrichs geht in den Ruhestand - Burkhard Kraus wird Bankchef
Rheinbach. „2013 war ein langweiliges Jahr, weil alle unsere Erwartungen erfüllt wurden und es keine negativen Überraschungen gab.“ Mit einem Augenzwinkern charakterisierte Vorstandsmitglied Burkhard Kraus von der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG bei der alljährlichen Bilanzpressekonferenz das abgelaufene Geschäftsjahr. Dafür wird 2014 umso ereignisreicher für das genossenschaftliche Kreditinstitut, denn es feiert seinen 125. Geburtstag und bekommt darüber hinaus eine neue Führung: Vorstandssprecher Heinz Haubrichs geht nach 28 Jahren Vorstandstätigkeit zum 30. September in den Ruhestand, sein Nachfolger als Bankchef wird Burkhard Kraus.
Bereits am 1. April tritt das neue Vorstandsmitglied Matthias Lutz seinen Dienst an, er übernimmt die Verantwortung für den Vertrieb der Bank und soll ein halbes Jahr lang von Haubrichs eingearbeitet werden. Der 46-jährige Vater dreier Kinder ist derzeit in leitender Position bei einer anderen Genossenschaftsbank im Rheinland tätig.
Für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet
„Ich hatte das Glück, mehr als 32 Jahre Mitarbeiter der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel zu sein und habe diese Zeit sehr genossen“, blickte Haubrichs mit Stolz, aber auch mit Wehmut auf seine Tätigkeit für das Haus zurück. „Doch irgendwann ist es Zeit, Abschied zu nehmen - ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Er sieht das Kreditinstitut nach fünf sehr erfreulichen Jahren in Folge hervorragend aufgestellt und für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet.
Das spiegele sich auch in der Bilanz des Geschäftsjahres 2013 wider, in dem die Raiffeisenbank ihre Bilanzsumme von 757 auf 770 Millionen Euro steigern und den Jahresgewinn mit 2.145.000 Euro auf dem Niveau des Vorjahres (2.157.000 Euro) halten konnte. „Das zeigt deutlich, dass uns die Kunden in einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfeld und einer aufgrund der Finanzmarktkrise extremen Niedrigzinsphase ihr Vertrauen geschenkt haben“, freute sich Haubrichs.
Geldeinlagen der Kunden gesteigert
Auch die Geldeinlagen der Kunden konnten um zwölf auf 587 Millionen Euro gesteigert werden. Zusammen mit den Geldanlagen, die die Kunden der Bank im genossenschaftlichen Finanzverbund unterhalten, betreue die Bank mittlerweile ein Geldvermögen von annähernd einer Milliarde Euro. Der Trend zur kurzfristigen Geldanlage sei dabei ungebrochen, weil viele Anleger auf steigende Zinsen hofften. Andere hielten ausreichend Liquidität für Konsumausgaben und Immobilienkäufe vor. In der derzeitigen Niedrigzinsphase seien besonders die Sparer und die Gläubiger auf der Verliererseite, so Kraus, was auch eine regionale Kreditbank zu spüren bekomme. Im Kreditgeschäft zog die Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG ebenfalls eine positive Bilanz. Die Ausleihungen an die Kunden nahmen um 25 Millionen Euro zu und betrage nunmehr 614 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür sei vor allem die weiterhin positive Entwicklung im Baufinanzierungsbereich, so Haubrichs.
„Die Nachfrage nach Wohnimmobilien in unserer Region hält an, mittlerweile übersteigt die Nachfrage deutlich das Angebot“, appellierte er an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, nicht nachzulassen in den Bemühungen, neue Baugebiete auszuweisen.
In die Qualifikation der 190 Mitarbeiter wird investiert
Im Wettbewerb um Kreditkunden komme der Raiffeisenbank zugute, dass sie großen Wert auf die Qualifikation ihrer mittlerweile 190 Mitarbeiter lege und kontinuierlich in die Service- und Beratungsqualität investiere.
„Denn nur, wer seine Immobilie oder sein Bauvorhaben richtig finanziert, kann unbeschwert in die Zukunft schauen und neue Pläne schmieden“, erklärte Haubrichs.
Überaus erfreulich sei auch die Mitgliederentwicklung, die für ein genossenschaftliches Institut von besonderer Bedeutung sei. Mit 22.691 Mitgliedern hat man fast 700 mehr als im Jahr zuvor. 220 von ihnen, die in den nächsten Monaten gewählt werden, sollen bei der Vertreterversammlung am 11. Juni im Rheinbacher Waldhotel auch über die Gewinnverwendung entscheiden. Der Vorstand will dem Aufsichtsrat vorschlagen, wie in den Vorjahren eine Dividende von sechs Prozent auszuschütten. Das Eigenkapital betrage zum Jahresende 2013 gut 35 Millionen Euro, damit würden die strengen Eigenkapital-Richtlinien, die ab dem Jahr 2019 europaweit gelten, schon jetzt erfüllt.
125. Geburtstag wird in der zweiten Jahreshälfte gefeiert
Den 125. Geburtstag der Raiffeisenbank will man in der zweiten Jahreshälfte feiern, die Planungen dafür liefen bereits jetzt auf Hochtouren. Das gesamte Jubiläumsjahr stehe unter dem Motto: „Danke für 125 Jahre Vertrauen!“ Es sei ein vielseitiges Programm mit zahlreichen Aktionen vorgesehen, doch nähere Einzelheiten wollten die beiden Vorstandsmitglieder noch nicht nennen. „Wenn wir unser 125-jähriges Bestehen feiern, dann geht es auch um die Werte Verlässlichkeit und Qualität sowie Bodenständigkeit und Glaubwürdigkeit“, erläuterte Kraus.
Seit der Gründung des Rheinbacher Darlehenskassen-Vereins am 10. November 1889 hätten Vorstände, Aufsichtsräte und engagierte Mitarbeiter aus einer kleinen Spar- und Darlehenskasse ein erfolgreiches regionales Kreditinstitut entwickelt, das das Wirtschaftsleben der Region maßgeblich geprägt habe. „Heute werden in den zwölf Geschäftsstellen nahezu 47.000 Kunden betreuen, von denen mehr als 22.000 Mitglieder und damit Miteigentümer der Bank sind“, konstatierte Haubrichs. Der genossenschaftliche Auftrag, die Mitglieder wirtschaftlich zu fördern und zu betreuen, sei nicht nur das elementare Unterscheidungsmerkmal zu anderen Kreditinstituten, „sondern die Richtschnur all unseres Handelns.“ Deshalb werde die Bank im Jubiläumsjahr auch für jedes neue Mitglied 12,50 Euro an gemeinnützige Organisationen spenden.
Vorstandssprecher Heinz Haubrichs (l.) und Vorstandsmitglied Burkhard Kraus von der Raiffeisenbank Rheinbach Voreifel eG blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurück. Sie freuen sich auf das Jubiläumsjahr 2014, in dem das genossenschaftliche Kreditinstitut seinen 125. Geburtstag feiert. Foto: JOST
