Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V.
Bedingungsloses Grundeinkommen in Namibia
Fotoausstellung und Podiumsdiskussion in ehemaliger Synagoge Niederzissen
Niederzissen. Vom 15. bis 24. Februar findet in der ehemaligen Synagoge, Mittelstraße 30, in Niederzissen eine Fotoausstellung zum Bedingungslosen Grundeinkommen in Namibia statt. Sie ist täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet.
Die Fotoausstellung wurde 2010 von der Bonner Initiative Grundeinkommen e.V. erstellt und 2016 aktualisiert, jeweils mit finanzieller Unterstützung der Stadt Bonn. Sie war bereits in zahlreichen Städten in Deutschland sowie im Ausland zu sehen und dokumentiert ein Pilotprojekt zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE), das von Januar 2008 bis Ende 2009 im Zentrum des südwestafrikanischen Staates Namibia verwirklicht wurde.
Im Rahmen dieser Fotoausstellung findet zusätzlich am Samstag, 24. Februar, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Das Grundeinkommen - eine moderne, nachhaltige und effektive Entwicklungshilfe?“ statt. Als ReferentInnen eingeladen sind: Dagmar Paternoga von der Arbeitsgruppe Genug für alle (Attac Deutschland). Sie hat das Projekt in Namibia mitbetreut. Sowie Dr. Gernot Reipen, Mitbegründer der Tournee zum bedingungslosen Grundeinkommen, die 2017 in 15 Städten bundesweit gastierte.
Kaum ein Thema berührt derzeit die Menschen, nicht nur in Deutschland, mehr, als die Problematik von Asylsuchenden und Flüchtlingen. Weltweit sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht und nur die wenigsten streben als Ziel Europa an. In wenigen Jahren, so schätzt man, wird die Zahl der Flüchtenden mehr als 200 Millionen betragen. Die Ursachen für diese weltweiten Völkerwanderungen sind vielseitig. Neben Hunger, Krieg und Verfolgung nehmen in den letzten Jahren wirtschaftliche und umweltbedingte Fluchtursachen eine zunehmende Rolle ein. Hinzu kommt ein stetiges Anwachsen des Reichtumsgefälles zwischen den Industriestaaten, den Schwellen- und den Entwicklungsländern.
Laut einem aktuellen Oxfam-Bericht besitzen acht Milliardäre genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Auch in den ärmsten Regionen dieser Erde wird die Kluft zwischen arm und reich Dank der weltweiten Vernetzung durch das Internet für jeden sichtbar; so auch der Überfluss an Nahrungsmitteln. Allein in Europa werfen die Supermärkte durchschnittlich 40 Prozent ihrer Waren weg. Und durch die Lebensmittel-Überproduktion erreicht eine riesige Menge von Lebensmittel gar nicht erst den Verbraucher und landet vorher schon auf dem Müll, während ein Großteil der Menschen außerhalb der Industriestaaten um ihr tägliches Brot und um reines Trinkwasser kämpfen müssen.
Eine Abschottungspolitik in Form einer Festung Europa mit undurchlässigen Grenzen wird sicherlich keine Lösung darstellen. Es ist ein generelles Umdenken erforderlich, die die Fluchtursachen direkt in den Ursprungsländern wirksam und nachhaltig angehen. Ein gutes Beispiel einer erfolgreichen, nachhaltigen und direkten Entwicklungshilfe, die unbürokratisch und ohne Umwege direkt bei den Betroffenen ankam, war das Pilotprojekt zum bedingungslosen Grundeinkommen in Namibia. Die überaus positiv zu bewertenden Ergebnisse dieses Projektes werden den interessierten Besuchern an diesem Abend aufgezeigt und zur Diskussion gestellt.
