Eifelverein Ortsgruppe Linz
Begegnung mit der „Königin der Instrumente“
Ausflug führte zur renommierten Bonner Orgelmanufaktur Klais
Linz/Bonn. Mit der Stadtbahnlinie 66 fuhren die Ausflügler der Eifelvereins-Ortsgruppe Linz nach Bonn, um die Orgelbaufirma Klais zu besichtigen. Führerin Gesa Graumann führte mit viel Enthusiasmus, Engagement und Freude an der Arbeit in die Welt des Orgelbaus ein. Graumann ist selbst Organistin und hat das Orgelbauhandwerk in der Firma erlernt. Johannes Klais erlernte den Orgelbau im Elsass, der Schweiz und Süddeutschland. Er ist der Firmengründer des Familienbetriebes. Als er 1882 seine Orgelbauwerkstatt gründete, war die Arbeit noch geprägt von der traditionellen mechanischen Orgelbauweise. Klais setzte neue Maßstäbe und realisierte zusammen mit seinem Sohn Hans 1906 die elektrische Orgeltraktur. Die Familie Klais lebt und arbeitet noch heute unter dem Dach der Werkstatt. Die Arbeit steht unter dem Motto: „Tradition verpflichtet. Altes Bewahren, Bewährtes erhalten.“ Das gilt für das Gleichgewicht von Raum und Klang, von Material und Intonation, von Architektur und Gestaltung des Orgelprospekts. Orgelbau fordert Harmonie auf allen Ebenen. Das gilt auch für die Mitarbeiter, die zu einem Team zusammengewachsen sind, sich gegenseitig ergänzen und an jeder Aufgabe reifen. Stetes Ringen um die richtige Lösung und immer das gleiche Ziel vor Augen: lebendige Instrumente zu bauen. Über das Holzlager, wo zum Teil die Hölzer bis zu acht Jahren lagern, damit sie verarbeitet werden können, die Spieltischabteilung, die Zuschnittabteilung und schließlich die Pfeifenwerkstatt konnten die Besucher vor Ort die Entstehung einer Orgel erleben. So war gerade eine Orgel für die Krypta der Kreuzkirche in Bonn in Bau und in der Pfeifenwerkstatt, wo übrigens alle Pfeifen selbst hergestellt werden, standen die verschiedenen Pfeifengrößen für den Einbau parat. Die Orgel wird in der Werkstatt vollständig zusammengebaut und geprüft, dann wieder teilweise auseinander- und in der Kreuzkirche wieder zusammengebaut. Weltweit gibt es Klais-Orgeln, so im Pekinger Nationaltheater, in der der noch im Bau befindlichen Elbphilharmonie in Hamburg oder auch die Schwalbennestorgel im Kölner Dom. Gerade wurde eine Orgel für Atlanta verpackt, und die Mitarbeiter reisen dann für eine gewisse Zeit mit nach Atlanta, um die Orgel zusammenzubauen. Heute sind ungefähr 65 Mitarbeiter beschäftigt, und jedes Jahr werden zwei bis drei Auszubildende eingestellt, sodass noch keine Nachwuchssorgen bestehen. Nach drei Stunden erlebnisreicher Führung durch die Welt des Orgelbaus kehrte die Gruppe in der historischen Gaststätte „Im Stiefel“ ein, und die Straßenbahn brachte sie wieder zurück nach Bad Honnef, von wo dann die Heimreise angetreten wurde.
