Ruanda-AG des Gymnasiums auf dem Asterstein vertieft Partnerschaft und erlebt eindrucksvolle Begegnungen
Begegnungen, die bleiben
Koblenz. Vor Kurzem reiste die Ruanda-AG des Gymnasiums auf dem Asterstein nach Ruanda.
Begleitet wurde die Schülergruppe von den Lehrkräften Anna Grüterich, Niko Neuser, Niko Straßburg und Sandra Schulz-Utermöhl.
Im Mittelpunkt der Fahrt standen der Besuch der Partnerschule in Kagitumba sowie die Begegnung mit sozialen, medizinischen und ökologischen Projekten, die die Schule seit vielen Jahren unterstützt.
Eine lebendige Partnerschaft seit 2011
Die Partnerschaft des Gymnasiums auf dem Asterstein mit einer Schule in Ruanda besteht seit 2011. Seitdem haben insgesamt acht direkte Begegnungen zwischen ruandischen und deutschen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie weiteren Projektträgerinnen und Projektträgern stattgefunden. Damit gehört diese Schulpartnerschaft zu den lebendigsten in Rheinland-Pfalz.
Das Thema Ruanda ist am Gymnasium auf dem Asterstein fest im Schulalltag verankert. In unterschiedlichen Projekten und Aktionen wird die Partnerschaft immer wieder aufgegriffen. Bei Sponsorenläufen konnten in den vergangenen Jahren mehr als 120.000 Euro erlaufen werden. Ein Teil dieser Spendengelder floss unter anderem in den Bau von Wohnhäusern und in weitere soziale Projekte in Ruanda.
Herzlichkeit, die bewegt
Für viele Teilnehmende wurde der Besuch eines Kindergartens zu einem emotionalen Höhepunkt der Reise. Dort werden Kinder betreut, deren Familien sich die vorgeschriebene Uniform nicht leisten können. Die Gruppe wurde mit großer Offenheit und Herzlichkeit empfangen. Gemeinsam wurde gespielt, gesungen und getanzt. Besonders die mitgebrachten Spielsachen und ein Schwungtuch sorgten für große Freude. Für viele Schülerinnen und Schüler war diese unmittelbare Begegnung ein prägendes Erlebnis.
Hilfe, die konkret ankommt
Eindrucksvoll war ebenso der Besuch eines medizinischen Zentrums, das täglich bis zu 300 Patientinnen und Patienten versorgt. Die Jugendlichen erfuhren dort, wie Blutkonserven und Medikamente per Drohne aus Kigali angeliefert werden. Moderne Technik hilft in Ruanda dabei, medizinische Versorgung auch in entlegeneren Regionen sicherzustellen. Zugleich wurde deutlich, wie sehr solche Einrichtungen auf Spendengelder angewiesen sind.
Wie konkret diese Unterstützung wirkt, zeigte sich auch bei einem Haus für eine alleinerziehende Mutter mit vier Kindern. Die Gruppe half dort bei einer Malaktion. In einem Land, in dem viele Familien in einfachen Lehmhäusern leben, bedeutet ein stabiles Haus Schutz, Sicherheit und Hoffnung.
Perspektiven für junge Menschen
In Kigali besuchte die Ruanda-AG das Projekt „Espérance“, das Straßenkindern nach der Schule Gemeinschaft und neue Perspektiven bietet. Sport, Tanz, Inlineskating und weitere Aktivitäten stärken dort das Selbstbewusstsein der Jugendlichen. Auch ein Leistungszentrum, in dem Kinder kostenlos unter anderem in Fußball, Volleyball und Tischtennis gefördert werden, hinterließ großen Eindruck.
Ein weiterer Programmpunkt war ein Agrarforschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz. Dort wird untersucht, wie durch Bäume und Sträucher auf landwirtschaftlichen Flächen Bodenerosion verringert und Erträge verbessert werden können. Die Reisegruppe erlebte anschaulich, wie wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Verbesserung von Lebensbedingungen beitragen kann.
Geschichte, Natur und Partnerschule
Tief bewegt zeigte sich die Gruppe auch von der Auseinandersetzung mit der Geschichte Ruandas. Der Besuch der Gedenkstätte des Genozids in Kigali und persönliche Schilderungen eines ruandischen Betreuers hinterließen bleibende Eindrücke.
Neben diesen ernsten Erfahrungen faszinierte Ruanda die Gruppe auch mit seiner Natur. Im Akagera-Nationalpark konnten unter anderem Löwen, Elefanten, Nashörner und Büffel beobachtet werden. Auch der Besuch des Dian-Fossey-Zentrums und weitere Tierbeobachtungen machten die Vielfalt des Landes erlebbar.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Austausch mit der Partnerschule in Kagitumba. Dort wurde die Gruppe mit großer Offenheit empfangen. Unterrichtsbesuche, Gespräche, ein gemeinsamer Gang zu einer Bananenplantage und sportliche Begegnungen stärkten die Verbindung zwischen den beiden Schulen.
Eindrücke, die nachwirken
Die Reise hat bei allen Beteiligten tiefe Eindrücke hinterlassen. Sie zeigte nicht nur Armut und Herausforderungen, sondern auch, wie viel durch persönliche Begegnungen, Partnerschaft und konkrete Hilfe bewegt werden kann. Für die Schülerinnen und Schüler war die Fahrt eine Erfahrung, die den Blick geweitet und nachhaltig geprägt hat. Am Montag, 27. April 2026 findet um 18 Uhr ein Präsentationsabend der Reisegruppe im Gymnasium auf dem Asterstein statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.
