Allgemeine Berichte | 22.06.2016

Orchester des Kreises Ahrweiler spielte in Linz

Begeisterndes Klassik-Konzert

Das Orchester des Kreises Arhweiler begeisterte bei ihrem Konzert in der Linzer Kirche. DL

Linz. Zum klassischen Sommerkonzert hatte die Trinitatis-Kirchengemeinde am Samstagabend in die Linzer Kirche eingeladen. Zu Gast war das Orchester des Kreises Ahrweiler, „34 ambitionierte Musikliebhaber im Alter von 18 bis über 80 Jahre, die das Ensemblespiel pflegen und jedes Jahr ein neues Konzertprogramm auflegen“, stellte Violinist Ulrich Nickel das Orchester vor. Das hat sich durch seine Konzertreisen im Rhein-Mosel-Saar-Raum sowie in das benachbarte Ausland weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Nach Linz geholt hatte die Kontrabassistin Carin Lebenstedt das Ensemble, die Mitglied im Presbyterium des Pfarrbezirks Linz&Bad Hönningen ist und damit am Samstag ein Heimspiel hatte.

Das Orchester eröffnete unter Leitung von Susanne Harig mit dem dritten Satz aus der Symphonie Nummer 1 C-Dur, opus 21, von Ludwig van Beethoven, dem Menuetto, das Konzert. „Mit großem Erfolg von dem erst 29-jährigen Komponisten selber am 2. April 1800 im K.u.K. National-Hof-Theater in Wien mit großen Erfolg uraufgeführt, schließt sich diese Komposition noch eng an Beethovens Vorbilder Mozart und Haydn an“, so Ulrich Nickel, der kurz das Programm beschrieb. Das setzte die Bläsergruppe unter Leitung von Norbert Nikolowski mit den „Lacrimae antiquae“ der Gaillarde „Can she excuse“ von John Dowland fort. Einen großen Zeitsprung unternahm das Orchester dann vom Barock in die Neuzeit, indem es seinen Zuhörern mit der „Buciumeana“, „Poarga Romaneasca“ sowie der „Maruntel“ drei „Rumänische Volkstänze“ des Ungarn Béla Bartók präsentierte, der im September 1945 64-jährig in New York City an Leukämie gestorben ist.

Weiter ging es mit der „Sinfonietta“ von Harald Genzmer, einem Schüler von Paul Hindemith. „Anfang des vorigen Jahrhunderts bei Hannover geboren, hat der Komponist dieses Werk, das nicht unbedingt der klassischen Harmonielehre entspricht, 1953 komponiert“, so Ulrich Nickel. Zeitlich zurück zu den beiden Hauptvertretern des Impressionismus, Claude Debussy und Maurice Ravel führten dann die Bläser ihre Zuhörer. Die „Pavane pour une infante défunte“ komponierte der 1875 geborene Ravel 1899 als Klavierstück während seines Studiums am Conservatoire de Paris. Rund zwei Jahre zuvor war das Klavierstück „Children’s Corner“ des 13 Jahre älteren Debussy in Paris uraufgeführt worden, der nur wenig Interesse für seinen jüngeren Kollegen zeigte. Das Schlussstück der fünfteiligen Komposition, „Golliwogs cake-walk“ die von Debussys ehemaligen Schüler André Caplet orchestriert und von den Bläsern am Samstag präsentiert wurde, ist eine Ragtime-Komposition mit einem Mittelteil, der die ersten Töne aus der Wagner-Oper „Tristan und Isolde“ viermal zitiert, allerdings untransponiert.

Von den Impressionisten ging es mit zwei Sätzen aus der Sinfonie Nummer 94 G-Dur von Joseph Haydn zeitlich zurück in die Wiener Klassik. Wie Biografen berichten, soll der Komponist die Paukenschläger gebeten haben, dicke Stöcke zu nehmen und unbarmherzig zuzuschlagen. Der urplötzliche Donner, in den das ganze Orchester einfällt, soll zumindest bei der Uraufführung im März 1792 das schlafende Publikum aufgeweckt haben.

Mit einer solchen Reaktion musste das Orchester des Kreises Ahrweiler am Sonntag beim Andante bei seinen Zuhörer nicht rechnen. Alles andere als schläfrig verfolgten diese begeistert das Sommerprogramm. Das beendeten die mit Scott Joplins „Original Rag“, der sich spätestens seit der Ganoven-Komödie „Der Clou“ von George Roy Hill mit Paul Newman und Robert Redford als gewieften Trickbetrügern größter Beliebtheit erfreut. DL

Das Orchester des Kreises Arhweiler begeisterte bei ihrem Konzert in der Linzer Kirche. Foto: DL

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