Allgemeine Berichte | 19.08.2016

In Andernach kann man nun barrierefrei Tischfußball spielen

„Behinderungen müssen keine Verhinderungen sein“

„Behinderungen müssen keine Verhinderungen sein“

Andernach. Wenn zwei oder mehrere Personen an einem seltsamen Tisch stehen und hektisch mit den an drehbaren Griffstangen angebrachten Fußballspielerfiguren versuchen, Bälle ins gegnerische Tor zu schießen, dann weiß jeder: Hier wird Tischfußball, neudeutsch „Kicker“ gespielt. Kicker-Tische findet man meist in Gaststätten, doch stehen sie heute auch als Spiel- und Sportgerät in vielen Wohn- und Kinderzimmern und jetzt auch in der Caféteria des Seniorenzentrums Katharina Kasper in der Andernacher Innenstadt. Das Besondere an diesem Tisch ist, dass an ihm auch Spielbegeisterte ihren Spaß haben können, die auf ihren Rollstuhl angewiesen sind.

Gemäß dem Motto des Schweizer Aphoristikers Walter Ludin „Behinderungen müssen keine Verhinderungen sein“, startete in der vergangenen Woche offiziell eine Maßnahme, die die Caritas–Mitarbeiterinnen Bettina Kriegel und Pia Welsch (Projekt SoNA = Sozialraumorientierte Netzwerke für das Alter) in Zusammenarbeit mit dem TSC Andernach (Tischfußball und Spieleclub Andernach e.V.) initiierten. Sie entsprachen damit dem Wunsch, für bewegungs-eingeschränkte Menschen in der Region ein geeignetes Sportangebot zu machen. Bei der von der „Aktion Mensch“ geförderten Anschaffung des speziellen Spielgeräts wurde darauf geachtet, dass der Tischkicker eine angemessene Höhe hat, also unterfahrbar ist, der Spieler bzw. die Spielerin den Spieltisch überschauen und die abgesicherten Griffstangen gut bedienen kann. Qualifizierte Übungsleiter des TSC stehen bereit, um interessierten Menschen den Sport näher zu bringen. Dass bei dem neuen Angebot „Rollis und mehr“ der Spaß und das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund stehen, versteht sich von selbst. Es bietet sich aber auch die Möglichkeit, sich, als vielleicht späteres Mitglied im Verein (www.tsc-andernach.de), für die Turnierebene zu qualifizieren.

Das Caritas-Projekt SoNa hat es sich zum Ziel gesetzt mit den Bürgern, Vereinen, Kirchengemeinden, der Kommune und vielen anderen Akteuren das Mit- und Füreinander zu fördern und ein Umfeld zu gestalten, in dem es sich gut leben und älter werden lässt. Das Angebot des barrierefreien Tischfußballs konnte wohl auch deshalb kurzfristig eingerichtet werden, da Bettina Kriegel als 2. Vorsitzende des TSC Andernach „kickern“ sehr vertraut ist.

Nun fehlen nur noch die sportbegeisterten Rolli-Fahrer oder andere bewegungs-eingeschränkte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Jeweils dienstags, ab 17.00 Uhr, können diese sich nun zu temperamentvollen und spaßigen Spielen im Katharina Kasper Haus treffen.

„Behinderungen müssen keine Verhinderungen sein“
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