Allgemeine Berichte | 05.04.2019

Die Feuerwehr Bad Breisig sucht Nachwuchs und Verstärkung

Bei der Feuerwehr findet man den „Job“, der Spaß macht

Das gegenseitige Anbringen und Kontrollieren der Atemschutzgeräte demonstrieren Lucas Herter (l.) und Daniel Burghardt. Foto: KMI

Bad Breisig. Wenn man an einen Feuerwehrmann denkt, hat man schnell das Bild vom Einsatz mit Axt und Wasserschlauch am brennenden Haus im Kopf. Doch um solche Einsätze bei der Feuerwehr als „Atemschutzgeräteträger“ überhaupt wahrnehmen zu können, bedarf es einer intensiven 25-stündigen Zusatzausbildung nach dem standardmäßigen zweiteiligen Grundkurs als Feuerwehrfrau oder -mann. Und um schließlich Personen aus brennenden Gebäuden retten und eine effektive Brandbekämpfung in mehreren hundert Grad heißen Räumen durchführen zu dürfen, muss zunächst einmal eine Gewöhnung an das zusätzliche Gewicht von rund 15 bis 20 Kilo geübt werden, das durch die Ausrüstung zustande kommt. Besonderer Wert liegt hier auch auf der fehlerfreien Handhabung des Presslufthammers. Durch vertiefende Übungen wird der Feuerwehrmann auch gezielt darauf trainiert, in stressigen und gefährlichen Situationen Ruhe und Übersicht zu bewahren..

Doch die Brandbekämpfung als „Atemschutzgeräteträger“ ist nur einer der Tätigkeitsbereiche der Feuerwehr. Die Aufgaben sind so vielfältig - und für alle Sparten müssen ausgebildete Feuerwehrkräfte zur Verfügung stehen. „Darum können wir jeden Bewerber gebrauchen“, erklärt der stellvertretende Wehrführer Martin Kunz, „und das gilt nicht nur für die Feuerwehr Bad Breisig, sondern auch für die anderen Wehren im Verbandsgemeindegebiet, also Brohl, Lützing, Gönnersdorf und Waldorf. Und auch jeder, der nicht an vorderster Front im Einsatz sein möchte, findet bei uns andere Aufgaben, je nach Lust und Laune. Sehr gerne gesehen sind z. B. auch Computerfreaks“.

Hier ein paar Beispiele, welche Tätigkeitsbereiche neben dem Atemschutzgeräteträger anfallen.

Technische Hilfeleistung

Wer Spaß an Technik und schweren Maschinen mitbringt, ist im Bereich der technischen Hilfe bestens aufgehoben. Neben komplexen Rettungssystemen, wie den hydraulischen Rettungsgeräten, die bei Verkehrsunfällen mit „schwereingeklemmten“ Personen zum Einsatz kommen, führt die Feuerwehr in einem eigens hierfür ausgerüsteten Fahrzeug eine Vielzahl von Geräten mit sich. In dem sogenannten Rüstwagen befinden sich Plasma-Schneider (trennt selbst Eisenbahnschienen), Spreizzylinder, Hebekissen, Kettenzug und noch vieles mehr, um bei den unterschiedlichsten Einsatzsituationen schnell die passende Hilfe leisten zu können.

Der Maschinist

Ohne ihn läuft nichts. Denn der Maschinist fährt im Einsatz nicht nur das Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn zur Einsatzstelle, sondern er ist auch der Planer für den Einsatz aller technischen Geräte. In 35 Stunden lernt er die Voraussetzung und die Einsatzmöglichkeiten von Pumpen, die Berechnung der Wasserversorgung, ob also für die Kameraden im Löscheinsatz genügend Wasser zur Verfügung steht.

Der Sprechfunker

Kein Einsatz verläuft ohne Funk. Daher ist auch der „Sprechfunker“ der erste Aufbaulehrgang, den ein Feuerwehrmann nach seiner Grundausbildung durchläuft. In zwei Tagen wird praxisnah der Umgang und die Funktionen von digitalen und analogen Funkgeräten erlernt.

Der Gerätewart

Der Gerätewart ist die „gute Seele“ einer jeden Feuerwehr. Er verrichtet seine Arbeit neben dem regulären Einsatz- und Übungsbetrieb. Egal ob nach einem Brandeinsatz Schläuche zu reparieren und Pumpen zu prüfen sind oder nach einem Sturm Kettensägen geschärft und Fahrzeuge wieder einsatzbereit beladen werden müssen. Um diese verantwortungsvolle Aufgabe wahrnehmen zu können, bedarf es einer Sonderausbildung bei der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschule Rheinland-Pfalz. Diese Ausbildung ist so hoch auf Landesebene angesiedelt, weil es neben den technischen Tätigkeiten auch viele Prüfabläufe gibt, die rechtlich korrekt dokumentiert werden müssen, um die Einsatzfähigkeit der Wehr zu erhalten.

Der Bootsführer

Um bei der Feuerwehr ein Boot im Rettungseinsatz führen zu dürfen, gehört weitaus mehr dazu, als die rein schifffahrtsrechtliche Fahrprüfung. Komplexe Fahrmanöver müssen in 40 Übungsstunden trainiert und beherrscht werden, um den Befähigungsschein zu erhalten. So beispielsweise das Retten Ertrinkender, das sichere Abschleppen von Wasserfahrzeugen oder das „Mann-über-Bord-Manöver“. Die Ausbildung beträgt 40 Stunden.

Viele „Jobs“ also, die verantwortungsvoll sind, aber auch viel Spaß bringen. Wer in letzter Zeit einmal über sein Hobby nachgedacht hat, weil es ganz schön kostspielig ist und doch nicht so prickelnd, findet bei der Feuerwehr vielleicht genau das, was er eigentlich sucht. Ein vielseitiges Hobby, das zudem auch noch kostenlos ist.

Bei Menschen im Alter zwischen 16 bis 60 ist es vielleicht noch nicht zu spät. Denn nicht nur die Feuerwehr der Stadt Bad Breisig, sondern die Feuerwehren der gesamten Verbandsgemeinde suchen dringend Nachwuchs bzw. Verstärkung. Nähere Infos über die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Bad Breisig gibt es unter info@feuerwehr-bad-breisig.de

KMI

Mit Atemschutzausrüstung und Schlauch bereit für den Löscheinsatz.Foto: KMI

Mit Atemschutzausrüstung und Schlauch bereit für den Löscheinsatz.Foto: KMI

Die Atemschutzüberwachungstafel: hier werden die Namensschilder der eingesetzten Feuerwehrleute eingehakt. Kontrolliert wird, dass der Druck stimmt, genug Atemluft vorhanden ist und die Zeit nicht überschritten wird.Foto: KMI

Die Atemschutzüberwachungstafel: hier werden die Namensschilder der eingesetzten Feuerwehrleute eingehakt. Kontrolliert wird, dass der Druck stimmt, genug Atemluft vorhanden ist und die Zeit nicht überschritten wird.Foto: KMI

Leonie Deffland steuert zwei Hebekissen mit gewaltiger Tragkraft, mit dem z. B. eingeklemmte Personen aus landwirtschaftlichen Geräten schnell befreit werden können. Das große Kissen trägt fast 20 Tonnen, das kleine 6,3 Tonnen.Foto: KMI

Leonie Deffland steuert zwei Hebekissen mit gewaltiger Tragkraft, mit dem z. B. eingeklemmte Personen aus landwirtschaftlichen Geräten schnell befreit werden können. Das große Kissen trägt fast 20 Tonnen, das kleine 6,3 Tonnen.Foto: KMI

Das gegenseitige Anbringen und Kontrollieren der Atemschutzgeräte demonstrieren Lucas Herter (l.) und Daniel Burghardt. Foto: KMI

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