Vor etwa 350 Gästen wurde Erich Manns von Regierungsschuldirektor Jörg Kurtscheidt völlig überrascht
Beim Jubiläum war Schulleiter sprachlos
Das große Fest zum 50-jährigen Bestehen der Deutschherrenschule in Waldbreitbach begeisterte
Waldbreitbach. Dass einem Lehrer die Worte fehlen kommt wohl selten vor. Dies aber erlebten etwa 350 Gäste in der Sporthalle der Deutschherrenschule (DHS) Waldbreitbach, als Erich Manns jetzt öffentlich zum Schulleiter erklärt wurde. Damit überraschte Regierungsschuldirektor Jörg Kurtscheidt bei der großen Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen der Schule deren Chef Erich Manns, der aber schon im April seine Ernennung im „stillen Kämmerlein“ erhalten hatte.
Nachdem Erich Manns wieder sprechen konnte, ging er auf die Besonderheiten der mit 220 Schülern und 17 Lehrkräften kleinen Realschule plus ein: „Es ist eine kleine Schule mit vielen sozialen Komponenten.“ Er nannte die erweiterte Berufsorientierung mit einem guten Konzept bei den umliegenden Betrieben, die Schulband, dass Schule und unmittelbare Umgebung absolut rauchfrei sind, ein gewaltfreies Miteinander gepflegt wird wobei Konflikte durch Streitschlichter meist ohne Eingreifen der Lehrer gelöst werden. Ferner bringt die Schule sich ein auf dem Waldbreitbacher Weihnachtsmarkt, unterstützt Karnevalsvereine und organisiert alljährlich im Oktober einen Staffellauf.
Zum Auftakt und zum Abschluss der fast dreistündigen Jubiläumsfeier beeindruckte die Schulband unter Leitung von Erich Manns. Die Moderatoren Leon und Carolin freuten sich Bundes- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Vertreter von Kirchen, Verwaltung und Wirtschaft begrüßen zu können.
Wie die Schule in den vergangenen 50 Jahren war, zeigten die Jüngsten der DHS. Das begann 1968 mit der Flowerpower-Zeit und den Blumenkindern, ging weiter mit 1978, als es in Diskussionsrunden keinen Respekt vor den Lehrern gab bis zu 1998 wo fast jeder Schüler wegen irgendetwas wie beispielsweise ADS und LRS keine Hausaufgaben machen konnte. Dabei wurde auch auf die wichtigsten Ereignisse der Deutschherrenschule eingegangen.
Die Grundsteinlegung war 1967 und zwei Jahre später Einweihung und Namensgebung. Die Erweiterung in eine Grund- und Hauptschule erfolgte 1973 und die Umstrukturierung zur Grund und Regionaler Schule 2001/2002 so dass 2006 die ersten Schüler die Mittlere Reife hatten. 2009/2010 entstand eine Grund- und Realschule plus, bei der etwas später die Grundschule abgetrennt wurde, sie kam in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde und die Realschule plus in die des Kreises.
Eigentlich müsste die Deutschherrenschule aufgelöst werden, da eine Realschule plus zwingend dreizügig sein muss. Doch dafür fehlen aber die Schüler, da das Einzugsgebiet zu klein ist. Landrat Rainer Kaul erklärte, dass es hier eine Ausnahmegenehmigung vom Land gibt, da die Deutschherrenschule die höchste Übergangsquote - von der Grund- zur Realschule plus – im Kreis hat. „Die Klassen sind klein und überschaubar, so ist die Förderung der Schüler intensiver und besser als bei großen“, führte der Landrat aus. „Eine Realschule plus ist etwas neues für die Verbandsgemeinde Rengsdorf, damit konnte man bisher nicht glänzen“, erklärte Hans-Werner Breithausen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf und bald auch für die neue VG Rengsdorf/Waldbreitbach. „Darin haben wir sieben Grundschulen und eine Realschule plus, was ordentliche Bildungsgänge für 1000 Schüler bedeutet. Zusammen mit den 14 Kindertagesstätten gibt es in der VG dann 2000 Plätze für Kinder und Jugendliche“, erläuterte Breithausen. Für äußerst wichtig hält er dabei vernünftige ÖPNV-Verbindungen zwischen Orten der VG Rengsdorf und Waldbreitbach: „Das wäre auch für die Deutschherrenschule eine große Aufwertung“, meint Breithausen.
„Die DHS ist eine familiäre Schule, fast eine Privatschule“, sagte Schulelternsprecherin Angela Schmitz: „Schüler und Eltern haben für dieses Jubiläumsfest oft bis abends gewerkelt“, nannte sie als Beweis.
Dem konnte Schülersprecherin Carolin Haag nur zustimmen: „Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Lehrern und fühlen uns angenommen und es ist immer einer da, der uns zur Seite steht. Bei Schmerzen werden wir beispielsweise mit einem Kühlakku versorgt. Für das alles bedanken wir uns bei Lehrern, Hausmeister und Sekretärin.“
Nach den Darbietungen des Projektchors und einigen Tanzvorführungen der Schüler endete die offizielle Jubiläumsfeier. Jedoch ging das Fest in den Klassenräumen weiter. Hier boten Eltern selbst gebackenen Kuchen an, im Innenhof gab es Bratwurst und Glühwein und die Schüler hatten die Klassen publikumswirksam gestaltet. Interessant war die Ausstellung von ehemaligen Medien in der Schule, das reichte von der normalen Schreibmaschine und dem Diaprojektor über ein Telefon mit Wählscheibe bis hin zum Filmvorführgerät. Natürlich waren auch Bastelarbeiten und kleine Kunstwerke zu sehen, von denen einige auch verkauft wurden. HEP
Beim Rückblick auf 50 Jahr DHS wurde auch die Flowerpower Zeit dargestellt.
Mehrmals spielte bei der Jubiläumsfeier die Schulband der DHS unter Leitung von Erich Manns.
Welche Medien früher in Schulen verwendet wurden zeigte diese interessante Ausstellung.
Völlig überrascht war Erich Manns rechts als ihm Regierungsschuldirektor Jörg Kurtscheidt öffentlich als Schulleiter gratulierte.
