Sternsinger Aktion in Nörtershausen
Beispielhaftes Engagement gegen ausbeuterische Kinderarbeit
Die Heiligen Drei Könige zogen von Haus zu Haus - baten um Spenden und brachten Segen
Nörtershausen. In diesem Jahr fand der Aussegnungsgottesdienst, an dem die Sternsinger aus der Pfarreiengemeinschaft Untermosel Hunsrück teilnahmen, in der Pfarrkirche Nörtershausen statt. Mit der jährlichen Sternsingeraktion bekunden Kinder weltweit ihre Solidarität: von Kindern für Kinder. Das Engagement mit wechselndem Motto, brachte seit 1959 mehr als eine Milliarde Spenden ein. Das Thema in diesem Jahr lautete „Gemeinsam gegen Kinderarmut in Indien und weltweit“. Es lenkt den Blick auf arbeitende Kinder, von denen es schätzungsweise weltweit zwischen 150 und 250 Millionen gibt. Der Aussegnungsgottesdienst in Nörtershausen bereitete die Kinder auf dieses Thema vor. Unter anderem konnten sie sich einen Film des Reporters Willi Weitzel anschauen, der an mehreren Beispielen aus Indien verdeutlichte, wie mühselig und gefährlich Kinderarbeit ist. Es ist kein Schicksal, das die Kinder ertragen müssen, sondern die Folge von Armut und Not, die den Eltern oft keine andere Möglichkeit lassen. 1989 sicherten die Vereinten Nationen in der UN-Kinderrechtskonvention den Kindern das Recht zu, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt zu werden. Auch die indische Regierung hat Kinderarbeit schon lange verboten. Die Realität sieht aber anders aus. Die verheerende Folge ist, wo kein Schulbesuch möglich ist, sinken die Chancen auf eine Berufsausbildung auf das Dramatischste. Ein fataler Kreislauf! Außerdem leiden viele Kinder ihr Leben lang unter gesundheitlichen Problemen. Mit ihrem Besuch und der Bitte um Spende haben die Sternsinger in rund 1600 weltweiten Projekten des Kindermissionswerkes geholfen. Projektpartner vor Ort nehmen sich der Kinder an, geben ihren Stimmen gehör und befreien sie aus ihrer ausbeuterischen Arbeitssituation. Der Bau von Schulen macht ihren Schulbesuch möglich, verhilft ihnen zu Perspektiven und ermöglicht letztendlich ein Leben in Würde. Mit so viel
Information ausgestattet, zogen die Sternsinger durch unsere Gemeinden, klopften an jede Tür und baten um Spenden. Zu diesem Brauch, der aus dem Mittelalter stammt, gehört auch die Segnung von Haus und Wohnung. Bekundet wird dies durch das Anbringen des Segens mit gesegneter Kreide:
20*C+M+B+18. Zum einen ist es das aktuelle Jahr, das getrennt am Anfang und am Ende steht. Dabei steht der Stern für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Des Weiteren stehen die Buchstaben für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ = „Gott segne dieses Haus“. Es ist kein selbstverständliches, aber ein tolles Engagement von Kindern und Erwachsenen, die sich am Dreikönigstag gemeinsam für Kinder in Not in unserer einen Welt einsetzen.
EP
Die großen und kleinen Sternsinger gestalteten den Gottesdienst aktiv mit.
Die Utensilien, die zum Sternsingen gehören, wurden in der Messe gesegnet.
