Dr. med. Axel Bolsinger mit Paralympischem Orden ausgezeichnet
Bendorfer Arzt erhält weltweit höchste Auszeichnung im Bereich Behindertensport
Langjähriges außerordentliches Engagement gewürdigt
Bendorf. Cui honorem, honorem – Ehre, wem Ehre gebührt - dieser Ausspruch des Apostel Paulus an die Römer trifft im besonderen Maße auf den Bendorfer Arzt Dr. med. Axel Bolsinger zu, dem am 14. November 2015 in Mexiko-Stadt durch das internationale Paralympische Komitee der Paralympische Orden für sein Lebenswerk verliehen worden ist. Damit würdigt das Komitee seine „außergewöhnlichen und lang dauernden Verdienste um die Paralympischen Spiele und die paralympische Bewegung“.
Es ist die weltweit höchste Auszeichnung, die im Behindertensport alle zwei Jahre vergeben wird. Der Bendorfer Augenarzt und Sportmediziner ist erst der sechste Deutsche und weltweit der dritte Mediziner, der mit diesem Orden geehrt wurde. Damit steht er in einer Reihe z.B. mit dem langjährigen Präsidenten des IOC Antonio Samaranch und dem US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. Nach der Verleihung in Mexiko im Rahmen der Paralympic Awards Gala folgte nun ein Empfang im Bendorfer Rathaus mit der gesamten Stadtspitze und vielen prominenten Gästen. Bürgermeister Michael Kessler konnte darunter auch die Landräte Dr. Alexander Saftig und Rainer Kaul, den Neuwieder Oberbürgermeister Nikolaus Roth sowie das Fürstenpaar zu Sayn-Wittgenstein-Sayn begrüßen. Er ließ in seiner Rede die Verdienste von Dr. Axel Bolsinger Revue passieren und war selbst erstaunt, welch vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten der Bendorfer Mediziner ausübt.
Verdient hat sich der 67-jährige Augenarzt aus Bendorf den Orden für sein langjähriges außerordentliches Engagement rund um den Behindertensport. So hat er unter anderem als augenärztlicher Klassifizierer bereits an 5 Paralympischen Sommer- und Winterspielen teilgenommen und zwar in Sydney 2000, Salt Lake City 2002, Athen 2004, Turin 2006, Peking 2008 und war nominiert für die Winterparalympics 2010 in Vancouver. Weiter ist er seit 14 Jahren als augenärztlicher Klassifizierer weltweit in 20 Ländern bei über 70 Welt- und Europameisterschaften, Welt- und Europacups sowie internationalen Meisterschaften für das Internationale Paralympische Komitee (IPC) und den Weltblindensportverband (IBSA) tätig. Seit 10 Jahren ist er Medizinischer Direktor Europa des IBSA, Mitglied des Präsidiums des Europäischen Blindensportverbandes und Vorsitzender seiner Medizinischen Kommission.
Auf nationaler Ebene ist Dr. Bolsinger seit 15 Jahren leitender Augenarzt und Mitglied der Medizinischen Kommission des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland und des Deutschen Behindertensportverbandes und bereits seit 24 Jahren deren Augenärztlicher Berater und Klassifizierer. „Klassifizierung“ bedeutet die Augenärztliche Untersuchung und Begutachtung der blinden und sehbehinderten Athletinnen und Athleten als Voraussetzung für die Zuordnung zu entsprechenden Wettkampfklassen in Abhängigkeit vom verbliebenen Sehvermögen.
Erhebliche Beiträge geleistet
Bolsinger hat mit seinen Forschungen einen erheblichen Beitrag zur Fairness sowie zur Professionalisierung des Behindertensports und speziell des Blindensports geleistet. Seine Expertise zu den Klassifizierungen hat der Augenarzt in weltweiten Meetings und Seminaren weitergegeben und so qualifiziertes Personal aus- und weitergebildet.
Im Rahmen seiner ehrenamtlichen augenärztlichen Tätigkeit im Blindensport wurden ihm bisher bereits folgende Auszeichnungen verliehen: 2006 Verdienstmedaille des Russischen Blindensportverbandes, 2007 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2012 die Ehrenplakette des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland und des Deutschen Behindertensportverbandes.
Nachdem Dietrich Schabow von seinen persönlichen Begegnungen an der Blindenschule Neuwied mit dem Geehrten berichtet hatte trug sich Dr. Axel Bolsinger in das Goldene Buch der Stadt Bendorf ein mit den Worten: „Es ist mir eine große Ehre und Freude mich heute in das Goldene Buch der Stadt Bendorf eintragen zu dürfen. Ganz besonders möchte ich mich bei einer Ehefrau bedanken, die mich in diesen vielen Jahren immer unterstützt hat.“ Dann berichtete er von dem Beginn seiner Arbeit für das Paralympische Komitee. Dort hatte man es im Spitzensport mit zwei Problembereichen zu tun und zwar mit Dopingproblemen und dem Klassifizierungsbetrug. Dr. Bolsinger war durch seine Forschungen im Blindensport maßgeblich an der Entwicklung von Untersuchungsmethoden beteiligt, wodurch mittlerweile eine faire Einstufung der Athleten möglich ist und somit Klassifizierungsbetrug ausgeschlossen werden kann. Er schloss mit den Worten: „Der Orden ist für mich nicht nur eine besondere Auszeichnung, er ist auch eine Verpflichtung um sich weiterhin für das Wohl der Gesellschaft einzusetzen, insbesondere für Sportler mit Handicap. Dieser Verpflichtung stelle ich mich gerne.“
Dr. med. Axel Bolsinger trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein.
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