Benefizkonzert für den Verein Schattentöchter
Urbar. In Deutschland wird zurzeit manipulativ die Fragen nach dem Stadtbild und der Sicherheit der Töchter diskutiert. Die hängt aber nicht von dunkler Hautfarbe oder Herkunft ab, sondern vom Geschlecht. Von Männern! Das wissen alle Soziologen aus ihren Untersuchungen ebenso wie die Mitglieder des Vereins Schattentöchter in Neuwied aus der täglichen Praxis. Sie setzen sich seit Ihrer Gründung am 22. November 2017 gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostitution ein, helfen Opfern beim Ausstieg, bei Traumatisierung oder bei Behörden-gängen. Opfer dieser Gewalt sind immer Frauen, die meisten davon Ausländerinnen. Laut Experten ist mindestens jede zweite Frau in der Prostitution Zwangsprostituierte. Nicht umsonst wird Deutschland deshalb als „Bordell Europas“ bezeichnet. Alle diese Frauen sind Töchter - von Familien, aus denen sie meist gewaltsam oder mit falschen Versprechungen herausgerissen wurden. Niemand aber spricht von dieser flächendeckenden und oft unfassbaren Gewalt, der Frauen und Mädchen durch jede Form von Missbrauch ausgesetzt sind, sie finden in den Reden unserer Politiker nicht statt. Laut LKA ist zudem alle zwei Minuten ein Mensch von häuslicher Gewalt betroffen. Auch hier sind die Täter fast immer Männer, die Opfer fast immer Frauen. Das alle aber stört nicht das Stadtbild, denn es findet im Verborgenen, hinter verschlossenen Türen statt. Täglich! Am 22. November 2023 kam so die junge Bulgarin Ganka Yordanova in einem Mehrfamilienhaus mitten in Koblenz ums Leben. Niemand hörte ihre Schreie, ihr Leiden. Niemand half ihr oder griff ein. Stattdessen wurde sie auf unfassbar brutale Weise zu Tode gequält und bis zum Schluss weiter von Männern missbraucht. Zusammen mit dem Verein Schattentöchtern hat sich Gernot Kallweit aus Urbar um eine würdige Beerdigung bemüht. Über hundert Menschen konnten Abschied von der Bulgarin nehmen, die keine Angehörigen mehr hatte. Ihr zu Ehren und als Bekenntnis für Respekt, Hoffnung, Freiheit und Gerechtigkeit organisiert Kallweit an ihrem zweiten Todestag nun zusammen mit dem Zonta-Club Rhein-Mosel e.V., der Stommelstiftung in Urbar und den Schattentöchtern erstmalig ein ganz besonderes Benefizkonzert. Unter dem Titel „Aufschrei der Stille“ wird die bekannte Koblenzer Lyrikerin, Bestseller-Autorin und Künstlerbotschafterin des International Justice Mission Deutschland e.V., Sarah Marie Zacharias, einen Text vortragen. Danach werden die Weltklasse Pianistin Hyelee Clara Chang und die Meistersopranistin Soa Kim mit Musik zum Ausdruck bringen, für das es keine Worte gibt. Die beiden Koreanerinnen haben dafür einen musikalischen Lebenslauf für die ermordetet Ganka Yordanova arrangiert, der an diesem besonderen Abend einmalig zu erleben sein wird. Wer die Arbeit der Schattentöchter unterstützen und das Konzert gegen einen Spendenbeitrag miterleben möchte, sollte sich rechtzeitig per E-Mail anmelden unter s.schmincke@stommel.stiftung.de. Die Plätze im Konzertsaal der Stiftung in Urbar sind limitiert. Samstag, 22. November 2025, Stommel-Stiftung Urbar. Einlass ist um 18.00 Uhr,
Beginn 19.30 Uhr.
