Beim Benefizkonzert der Musikschule Remagen in der Pfarrkirche kamen rund 3500 Euro für die Opfer an der Ahr zusammen
Benefizkonzert verband Musiker, Opfer, Helfer und Zuhörer
– Konzert legte nicht zuletzt dank der ausgewählten Stücke Emotionen frei
Remagen. Tief bewegte Menschen kennzeichneten das Benefizkonzert der Musikschule Remagen am Donnerstag in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul. Gut 100 Menschen und eine ganze Reihe von Musikschülern waren gekommen, um gemeinsam mit Pastor Frank Klupsch und den Musikerinnen und Musikern der Musikschule Remagen um Frank von Häfen, des Stadtorchesters Remagen und der Stadtsoldaten Remagen an die Opfer der Ahr zu denken, mit ihnen zu fühlen und für sie zu spenden.
Auf Initiative von Pastor Frank Klupsch, der bei Frank von Häfen für ein Benefizkonzert anfragte, war es zu diesem spontanen Konzert gekommen. Frank von Häfen hatte sofort zugesagt und Musikerinnen und Musiker um ihn herum, egal ob aus der Musikschule, seiner Rockband Rewinder, aus dem Kreis des Stadtorchesters und der Stadtsoldaten Remagen, hatten ebenso spontan ihre Bereitschaft zugesagt. Zudem ließen es sich auch die Freunde der Frankfurter Clap Piper Kerstin, Markus und Timo Arndt nicht nehmen, das Benefizkonzert in Remagen zu bereichern. Noch vor dem Konzert betonte Pastor und Dechant Frank Klupsch, dass das Konzert nicht nur wichtig sei, um den Opfern von der Ahr zu helfen und der vielen Toten zu gedenken, sondern auch, um den vielen Helfern einen Moment des Entspannens zu geben. „Die Helfer haben so viel Leid gesehen. Sie brauchen jetzt auch dringend einen Moment der Ruhe“.
Den Auftakt zum Konzert im gut besetzten Gotteshaus machten die Frankfurter Clan Piper, die auch mit drei Musikern die Kirchenraum wahrlich musikalisch ausfüllten. Ein Grußwort sprach Pastor Klupsch. Nach der Coronazeit, die die Menschen sehr eingeschränkt hätte, habe er dank der Corona-Lockerungen ein überwältigendes 25-jähriges Priesterjubiläum feiern dürfen. Nur wenige Tage später sei die Welt an der Ahr untergegangen. „Die Bilder der Flut-Katastrophe werden uns so schnell nicht aus dem Kopf kommen. Schlimmer aber ist das Leid, die Schicksale und die vielen Toten, die zu beklagen sind. Tröstlich zu sehen, wie schnell und solidarisch auch gleich die Hilfe eingesetzt hat, Helfer aus dem ganzen Bundesgebiet zur Stelle sind. Auch wir Seelsorger sind täglich im Einsatz und versuchen zu helfen, zu begleiten und einfach nur da zu sein. Die Folgen der Katastrophe werden uns noch lange beschäftigen sowie unsere Solidarität noch lange von Nöten sein wird“, betonte Pastor Klupsch. Er hob hervor, wie wichtig angesichts des vielen Leids das Vertrauen in Gott sei. „Ohne Vertrauen könnten wir unser Leben nicht aushalten. Wenn menschliches Wissen und Können an Grenzen kommen,
kann allein das Vertrauen vor Resignation bewahren“, so Klupsch.
Musikalisch begannen Frank von Häfen und Steffi Metz das Benefizkonzert mit Cantabile in D von Antonio Vivaldi, bevor ein Ensemble aus Musikern von Stadtsoldaten und Stadtorchester „Nobody knows“ als Gospel instrumental erklingen ließen. Und da flossen auch hier schon die ersten Tränen im Publikum. Eine tolle Bereicherung war Andreas Wahl am Marimbaphon, das in der Kirche wunderbar klang. Wahl brachte „Nancy“ von Emmanuel Séjourne und das in Remagen schon einige Male erklungene „Little Prayer“ von Evelyn Glenny zu Gehör. Der Applaus war den Musikerinnen und Musikern nach jedem Stück gerne gegeben. Aus der Rockband Rewinder sang und spielte auf der Gitarre Danny Acosta „Padre nuestro tu que estás“, das „Vater unser“, das in der Heimat von Acosta Kolumbien auch in der Kirche so gesungen wird. Dazu sprach Pastor Klupsch leise im Hintergrund das „Vater unser“. Großen Eindruck hinterließ Acosta ebenso mit „A mi manera“, das ebenfalls in den Kirchen Kolumbiens erklingt, zur Melodie von „My way“, gesungen von Frank Sinatra. Dierk Feil, ebenfalls von Rewinder, sang, begleitet von Frank von Häfen das „Glück auf“ von Joris, mit geändertem Text, der von Wut, Trauer, aber auch Solidarität erzählte. Zwischendrin sprach Pastor Klupsch mehrfach geistliche Worte und Gebete. Als zweites Gospel intonierte das Ensemble „Amazing Grace“ sowie den Canon in D von Johann Pachelbel. Ingrid Weiss und Frank von Häfen brachten „Gabriellas Song“ von Stefan Nilsson, der von Freiheit und selbstbestimmten Leben trotz aller Härte des Lebens erzählt, zu Gehör. Den Abschluss des sehr emotionalen Benefizkonzert markierte das Ensemble mit „Von guten Mächten“ von Hubert Parry, bevor die Frankfurt Clan Piper mit ihrem musikalischen Auszug das Ende des Konzerts gaben. Noch eine ganze Zeit verharrten die Besucher und Musiker am sogenannten „Nikolausbüdchen“ vor der Kirche bei einem gemeinsamen Glas Wein. Im Ensemble musizierten unter der Leitung von Frank von Häfen: Frank Weiss, Ingrid Weiss, Ronja Leicher, Jona Ittermann, Lukas Müller, Sandra Windgätter, Kirika Rotermund-Nakamura und Frank von Häfen. Für Ton und Licht sorgten Luca Müller, Jona Ittermann und Udo Balas. AB
Frank von Häfen und Steffi Metz.
Die Freunde der Clan Pipers aus Frankfurt.
