„Frauentreff Meckenheim e.V.“
Besuch im Kanzler-Bungalow
Meckenheim. Ihre März-Exkursion führte 14 Mitglieder des „Frauentreff Meckenheim e.V.“ nach Bonn zum „Kanzler-Bungalow“. Die Frauen erfuhren, dass Ludwig Erhard den befreundeten Architekten Sep Ruf mit der Planung beauftragte und 1966 als erster Kanzler dort einzog. Dem Parlament waren die veranschlagten Baukosten von 2,3 Millionen DM zu hoch und forderten einen Abschlag von 15 Prozent. Die Einsparungen erfolgten hauptsächlich im privaten Teil, in der Dämmung und dem Verzicht auf eine Klimaanlage. Der Kostenrahmen wurde eingehalten – entgegen heutiger öffentlicher Bauvorhaben!
Beeindruckend ist die offene, großzügige und lichtdurchflutete Gestaltung. Obwohl jeder folgende Bundeskanzler seine eigenen Vorstellungen in die Einrichtung einbrachte, zeigen sich dem Besucher nach der Renovierung heute die Räume hauptsächlich im ursprünglichen Zustand von 1966. Als einziger Kanzler ist Willy Brand dort nicht eingezogen – er legte ein Attest vor, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht im Bonner Tal wohnen konnte und blieb in seiner Außenminister-Residenz auf dem Venusberg. Seit 1999 der Sitz der Bundeskanzler nach Berlin verlegt wurde, wird der Kanzler-Bungalow als Museum und für Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte genutzt.
