Eifel- und Heimatverein und Stadtarchiv Rheinbach hatten eingeladen
Besucher zog es in die kühlen Türme
Rheinbach. Ein großer Erfolg war auch in diesem Jahr der „Tag des offenen Denkmals“ in Rheinbach. Der Eifel- und Heimatverein Rheinbach und das Stadtarchiv hatten zur Besichtigung des Kallenturms und der Rheinbacher Burg eingeladen. Bundesweit stand der Denkmaltag unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Insgesamt öffneten über 8000 Denkmäler, die bei sommerlichem Wetter rund vier Millionen Interessierte anlockten.
In Rheinbach wurden die Organisatoren tatkräftig vom Georgsring um Martin Fröhlich und den Rheinbacher Georgs-Pfadfindern unterstützt. Letzteren dient der Kallenturm schon lange als Heimstatt. Nicht nur die allwöchentlichen Gruppenstunden finden dort statt. Am Tag des offenen Denkmals bauten die „Pfadis“ eine Jurte vor dem Turm auf, in der „Chili con Carne“ angeboten wurde. Darüber hinaus übernahmen sie die dortigen Turnführungen, die stündlich stattfanden und sehr gut besucht waren. Der Kallenturm wurde im 14. Jahrhundert errichtet und sicherte den Abfluss des Mühlenbachs aus der Stadt hinaus in Richtung Norden. Der Bezeichnung Kalle (Rinne) im Namen weist noch auf diese Funktion hin. Im 19. Jahrhundert wurde der Bruchsteinturm mit Backsteinen sowohl aufgestockt als auch verbreitert. Seit dieser Zeit diente er bis ins 20. Jahrhundert hinein als Gefängnis. Nach dem Zweiten Weltkrieg befanden sich im Turm Wohnungen, bis schließlich 1968 die Pfadfinder ihr damals neues Heim mit großem persönlichen und finanziellen Aufwand renovierten.
Privater Einsatz macht Erhalt von Denkmalen erst möglich
Damit ist die Pfadfinderschaft ein gutes Beispiel für das Motto des Denkmaltags „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Der Staat, das Land und die Kommunen sind nicht in der Lage, ohne Unterstützung den Erhalt von Denkmälern sichern. Nur durch das Engagement von Privatpersonen, Vereinen oder Initiativen ist es möglich, Denkmale vor dem Verfall zu bewahren.
Heinz Kessel vom Eifel- und Heimatverein dazu: „Wir danken den Pfadfindern nicht nur für die Öffnung des Kallenturms am Denkmaltag, sondern insgesamt für die umfangreichen Renovierungen, der behutsamen Nutzung und der steten Pflege dieses Teils der Stadtbefestigung in den letzten bald 50 Jahren.“
Hunderte Besucher interessierten sich für den Hexenturm
Von großem Interesse war auch die Rheinbacher Burg mit Hexenturm, wobei viele Besucher zum ersten Mal überhaupt etwas von einer Burg in Rheinbach hörten. „Bei sieben Führungen konnten wir insgesamt fast 250 Personen das Burggelände erläutern“, freute sich Dietmar Pertz vom Stadtarchiv. „Darüber hinaus erkundeten sicher noch einmal genauso viele Menschen den Hexenturm auf eigene Faust.“ Geboten wurde neben zwei spannenden Powerpoint Präsentationen zur Geschichte der Burg und der Hexenverfolgung auch ein Malraum für Kinder. Daneben warfen vor allem die jüngeren Besucher im Wappenraum einen ehrfurchtsvollen Blick auf den Burgherrn Ritter Theoderich , der als lebensgroße Figurine anwesend war. Neu gestaltet war auch das Dachgeschoss, das durch neu angebrachte Infotafeln den Besuchern die Geschichte der Burg auch in Zukunft näher bringen wird. Stadtarchivar Dietmar Pertz bedankte sich herzlich bei Hedwig Schmitt-Wojcik, Bernhard Grund und Heinz-Dieter Pausch, alle als qualifizierte Burgführer des Eifelvereins bekannt, für die Übernahme der Führungen über das Burggelände. Bei der Vorbereitung des Denkmaltages war besonders Peter Baus aktiv, der ehrenamtlich neben der Konzeption einer der Präsentationen auch die Neugestaltung des Dachgeschosses übernahm.
Der Kallenturm wird seit nahezu einem halben Jahrhundert von den Pfadfindern instand gehalten.
