Ernst Heimes las in der Kreisverwaltung Cochem aus seinem neuesten Werk
Bevor das Vergessen beginnt…
Cochem. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum KZ-Außenlager Kochem-Bruttig-Treis las der Conder Schriftsteller Ernst Heimes aus seinem neuesten Werk „Bevor das Vergessen beginnt“. Der 63-jährige Moselaner hat sich wie kaum ein anderer mit der Geschichte und den Geschichten rund um das KZ-Außenlager Cochem befasst. Heimes ist seit Mitte der 1970er Jahre schriftstellerisch aktiv.
Überregional bekannt wurde er mit dem Buch „Ich habe immer nur den Zaun gesehen“ (1992), das die Geschichte des KZ Cochem-Bruttig (ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof) u.a. anhand von Augenzeugenberichten rekonstruiert.
Das inzwischen in mehreren Auflagen erschienene Buch ist heute eines der Standardwerke zum Thema KZ Außenlager Cochem. Jetzt ist ein weiteres Buch von ihm auf dem Markt, aus dem der engagierte Autor im Kreishaus vorlas. Es berichtet über seine Nachermittlungen, erzählt von letzten Augenzeugen, die leider „so langsam aussterben“ und schildert eindrucksvoll und bedrückend von Bruttigern, die das Elend der Gefangenen hautnah miterlebt haben. Teile seines Buches beinhalten auch Geschichten von den Tätern, von deren Gerichtsverhandlungen, bei denen die meisten das Geschehene verharmlosten oder sogar die Taten leugneten. Die drei Lagerkommandanten werden in ihrem Tun von Heimes beschrieben, und das Gespräch mit dem Enkel eines solchen Lagerkommandanten ist besonders lesenswert. „Man hätte eine Stecknadel fallen hören“, so das Resümee des Landrates zur Autorenlesung.
Er wirkte wie viele der Zuhörer sichtlich mitgenommen. Sein Appell an die Gäste, nicht nachzulassen an das Unrecht des NS-Regimes zu erinnern und „in den Schulen gegen das Vergessen anzugehen“, so seine Worte am Schluss der aufrüttelnden Lesung. „Wir werden sicher noch öfter zu Veranstaltungen zum ehemaligen KZ-Außenlager einladen“, schloss der Kreischef die Gedenkveranstaltung.
TT
