Waldbauverein entdeckt Anpassungsstrategien im Eltzer Wald
Bewährte Traditionen im Kampf gegen Klimawandel
VG Kaisersesch. Die herbstliche Veranstaltung des Waldbauvereins gewährte interessante Einblicke in den Eltzer Wald, bekannt für seine einzigartigen standörtlichen Bedingungen und langjährigen Anbautraditionen, die als wertvolle Ressourcen für den Umgang mit den Herausforderungen von Trockenheit und Hitze im Kontext des Klimawandels dienen können. Am Forsthaus Rotherhof begrüßte der Vorsitzende Dr. Stefan Göbel die anwesenden Teilnehmer. In Vertretung für den verhinderten Forstbetriebsleiter Max Merrem übernahm der stellvertretende Vorsitzende, Bürgermeister Albert Jung, die Führung, unterstützt durch detaillierte Karten- und Informationsmaterialien.
Der Eltzer Wald, direkt an das Gebiet des Waldbauvereins angrenzend und Teil der Gemeinde Münstermaifeld, befindet sich in einer Höhenlage von 100 bis 284 Meter über dem Meeresspiegel. Mit einem Jahresniederschlag von 520 bis 550 mm liegt der Wald im Regenschatten der Eifel, was die Waldbewirtschaftung unter „Weinbauklima“-Bedingungen mit entsprechend angepassten Baumarten und Mischungen erforderlich macht. Der Wald erstreckt sich über eine Fläche von 460 Hektar, wovon 315 Hektar als Wirtschaftswald, 130 Hektar als sonstiger Wald und 15 Hektar als Nichtholzboden klassifiziert sind.
Seit 850 Jahren ist die nahegelegene Burg Eltz dokumentiert und der angrenzende Wald diente durchgängig der Versorgung mit Brenn- und Bauholz. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die Grafen von und zu Eltz mit dem Experiment des Anbaus verschiedener nicht einheimischer Baumarten. Die Anpflanzungen von Schwarzkiefer, Weymouthskiefer und Douglasie um 1900, gefolgt von der Roteiche und weiteren Baumarten wie Schwarznuss und Hickory, tragen bis heute zur Diversität des Waldes bei. Hervorzuheben sind die slawonischen Stieleichen, welche als anerkannte Saatgutbestände eine besondere Bedeutung haben und deren Ernte zeitgleich mit der Exkursion stattfand.
Die Forstarbeiten, insbesondere Holzeinschläge, finden hauptsächlich außerhalb der Touristensaison von November bis März statt, wobei der Holzverkauf teils eigenständig, teils über die Forstwirtschaftliche Vereinigung Eifel-Ahr-Mosel und auch durch Submission über die Landesforsten organisiert wird. Der Eigenjagdbezirk wird eigenverantwortlich bewirtschaftet, wobei Jagdbetriebsleiter Werner Etzkorn die Ziele für den Forst- und Jagdbetrieb darlegte, die eine Reduktion des Rehwildbestandes zur Förderung der natürlichen Verjüngung beinhalten.
Zum Abschluss der Exkursion bestand Konsens unter den Vereinsmitgliedern, dass die präsentierten Inhalte nützliche Anregungen für die Wiederbewaldung eigener Flächen boten. Ein Dank wurde an Albert Jung für die Initiierung und fachliche Leitung der Exkursion sowie an Werner Etzkorn ausgesprochen, der sich um das Wohlbefinden der Teilnehmer kümmerte.
BA
Die Burg Eltz.
