Allgemeine Berichte | 02.11.2023

Waldbauverein entdeckt Anpassungsstrategien im Eltzer Wald

Bewährte Traditionen im Kampf gegen Klimawandel

Die Fachexkursion lieferte Einblicke in nachhaltige Forstwirtschaft. Fotos: Stefan Göbel , Walbauverein

VG Kaisersesch. Die herbstliche Veranstaltung des Waldbauvereins gewährte interessante Einblicke in den Eltzer Wald, bekannt für seine einzigartigen standörtlichen Bedingungen und langjährigen Anbautraditionen, die als wertvolle Ressourcen für den Umgang mit den Herausforderungen von Trockenheit und Hitze im Kontext des Klimawandels dienen können. Am Forsthaus Rotherhof begrüßte der Vorsitzende Dr. Stefan Göbel die anwesenden Teilnehmer. In Vertretung für den verhinderten Forstbetriebsleiter Max Merrem übernahm der stellvertretende Vorsitzende, Bürgermeister Albert Jung, die Führung, unterstützt durch detaillierte Karten- und Informationsmaterialien.

Der Eltzer Wald, direkt an das Gebiet des Waldbauvereins angrenzend und Teil der Gemeinde Münstermaifeld, befindet sich in einer Höhenlage von 100 bis 284 Meter über dem Meeresspiegel. Mit einem Jahresniederschlag von 520 bis 550 mm liegt der Wald im Regenschatten der Eifel, was die Waldbewirtschaftung unter „Weinbauklima“-Bedingungen mit entsprechend angepassten Baumarten und Mischungen erforderlich macht. Der Wald erstreckt sich über eine Fläche von 460 Hektar, wovon 315 Hektar als Wirtschaftswald, 130 Hektar als sonstiger Wald und 15 Hektar als Nichtholzboden klassifiziert sind.

Seit 850 Jahren ist die nahegelegene Burg Eltz dokumentiert und der angrenzende Wald diente durchgängig der Versorgung mit Brenn- und Bauholz. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die Grafen von und zu Eltz mit dem Experiment des Anbaus verschiedener nicht einheimischer Baumarten. Die Anpflanzungen von Schwarzkiefer, Weymouthskiefer und Douglasie um 1900, gefolgt von der Roteiche und weiteren Baumarten wie Schwarznuss und Hickory, tragen bis heute zur Diversität des Waldes bei. Hervorzuheben sind die slawonischen Stieleichen, welche als anerkannte Saatgutbestände eine besondere Bedeutung haben und deren Ernte zeitgleich mit der Exkursion stattfand.

Die Forstarbeiten, insbesondere Holzeinschläge, finden hauptsächlich außerhalb der Touristensaison von November bis März statt, wobei der Holzverkauf teils eigenständig, teils über die Forstwirtschaftliche Vereinigung Eifel-Ahr-Mosel und auch durch Submission über die Landesforsten organisiert wird. Der Eigenjagdbezirk wird eigenverantwortlich bewirtschaftet, wobei Jagdbetriebsleiter Werner Etzkorn die Ziele für den Forst- und Jagdbetrieb darlegte, die eine Reduktion des Rehwildbestandes zur Förderung der natürlichen Verjüngung beinhalten.

Zum Abschluss der Exkursion bestand Konsens unter den Vereinsmitgliedern, dass die präsentierten Inhalte nützliche Anregungen für die Wiederbewaldung eigener Flächen boten. Ein Dank wurde an Albert Jung für die Initiierung und fachliche Leitung der Exkursion sowie an Werner Etzkorn ausgesprochen, der sich um das Wohlbefinden der Teilnehmer kümmerte.

BA

Die Burg Eltz.

Die Burg Eltz.

Die Fachexkursion lieferte Einblicke in nachhaltige Forstwirtschaft. Fotos: Stefan Göbel , Walbauverein

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag
Rund um´s Haus
Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi Bau
AZ_Gelenk 2026
10 Jahre NOWI
Zukunft trifft Tradition KW 18
Innovatives rund um Andernach
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
58

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
37

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
4

Bonn. In der Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst ging am 1. Mai gegen 21 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete dunkle Rauchschwaden im Bereich des 80 Meter hohen Vierungsturms des Bonner Münsters. Umgehend wurden wegen des möglichen Schadenpotentials zahlreiche Einsatzkräfte zum Münsterplatz alarmiert.

Weiterlesen

Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Werksverkauf Anhausen
Anzeige Uhren Vintage
Industriemechaniker
Innovatives rund um Andernach
Berufskraftfahrer gesucht
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Door To Door Anzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026
First Friday Anzeige Mai
Zukunft trifft Tradition KW 18
Stellenanzeige
Gebrauchtwagenanzeige
Azubispots Bad Neuenahr 2026