Bürgerversammlung zur Abschlusspräsentation eines Kommunalen Entwicklungskonzepts für die Stadt Mendig durch die TU Kaiserslautern in der Laacher See-Halle
Bewohner der Stadt Mendig stellten Fragen und gaben Anregungen
Mendig. Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mendig waren am Dienstag, dem 31. Mai zur Abschlusspräsentation eines von der Technischen Universität Kaiserslautern erstellten „Kommunalen Entwicklungskonzepts“ in die Laacher See-Halle gekommen.
Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel hieß gemeinsam mit den drei Beigeordneten des Stadtrates: Achim Grün, Frank Post und Edgar Girolstein sowie dem Wirtschaftsförderer der VG-Verwaltung, Jürgen Zinken neben den Besuchern ganz besonders Frau Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß (Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung der TU Kaiserslautern) und deren wissenschaftlichen Mitarbeiter Nino Pfundstein herzlich willkommen.
Eine erste Zusammenfassung des kommunalen Entwicklungskonzeptes hatte die TU Kaiserslautern bereits in einer Sitzung des Mendiger Stadtrats am 24.11.2020 vorgestellt. Frau Prof. Gabi Troeger-Weiß ging zu diesem Zeitpunkt schon auf die Rahmenbedingungen der Stadt ein und unterstrich, dass Mendig, mit seinen ca. 9.000 Einwohnern über eine ausgezeichnete Verkehrslage verfüge. Ein Plus sei die Nähe zur Osteifel und der Vulkantourismus. Als Ziel des Konzeptes nannte sie u.a., eine erfolgreiche Positionierung im interkommunalen Wettbewerb zu erreichen.
Im Rahmen seiner Begrüßung zur Abschlusspräsentation in der Laacher See-Halle sagte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel: „Die ursprünglich für 2021 geplante Bürgerversammlung musste leider wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben werden. Da von der TU Kaiserslautern eine Präsenzveranstaltung gewünscht war, haben wir auf eine Videoschaltung verzichtet, zumal nicht jeder Bürger mit den technischen Voraussetzungen vertraut ist“, so Stadtbürgermeister Ammel.
Zunächst stellte Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß die Ausgangssituation (im Jahr 2020) und die gemeinsam mit Dr. Sebastian Winter und Nino Fundstein erarbeiteten Ziele sowie die methodische Vorgehensweise vor.
Als Zielsetzung für eine zukunftsfähige Kommunalentwicklung in den nächsten 5 bis 10 Jahren erläuterte sie ihre Analyse der Ausgangssituation, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Stadt Mendig sowie die Herausforderungen, Entwicklungspotentiale und Entwicklungsziele. Außerdem kommentierte sie die Positionierung der Stadt als zukunftsfähiger Wohn- und Wirtschaftsstandort und präsentierte ein querschnittorientiertes Entwicklungskonzept sowie einen Orientierungs- und Handlungsrahmen. Ihr wissenschaftlicher Mitarbeiter Nino Pfundstein erläuterte anschließend die wichtigsten Ergebnisse aus den Befragungen der Mendiger Bevölkerung und der Unternehmen im Frühjahr 2020. Das Fazit aus der Bevölkerungsbefragung ergab einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum, zunehmender Bedarf an alternativen Wohnformen für ältere Menschen, hohes Pendleraufkommen (wenige wohnen und arbeiten in Mendig), Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels, mangelhafte fußgängergerechte Wege und mangelnde Barrierefreiheit, viele Nachteile durch hohes Verkehrsaufkommen in der Innenstadt, unattraktive und unlebendige Ortsteile sowie eine große Bereitschaft zum Engagement für die Stadtentwicklung seitens der Bevölkerung.
Das Fazit der Unternehmensbefragungen ergab: Unternehmen erwarten positive Entwicklung, gute Erreichbarkeit der Stadt vs. schlechte innerörtliche Verkehrssituation, Bedarf an qualitativ hochwertigen Gewerbeflächen (mit Vermarktung durch Stadt/VG), Erfordernis nach Verbesserung der Telekommunikationsinfrastruktur (als wichtigster Standortfaktor), Fachkräftemangel sowie eine erforderliche Aufwertung der Innenstadt.
Bei den Haushaltsbefragungen war ein Rücklauf von 13,7 Prozent zu verzeichnen, beim produzierenden Gewerbe/Handwerk: 19 Prozent, bei der Hotellerie/Gastronomie: 17,39 Prozent und beim Einzelhandel 15,05 Prozent.
Stadtbürgermeister Ammel zeigte sich beeindruckt von der Erfassung der Ausgangssituation, den Analysen sowie den entsprechenden Lösungsvorschlägen und bemerkte: „Sie haben gute Erkenntnisse gewonnen und darauf können wir aufbauen. Einige Punkte habe ich zwar schon auf den Weg gebracht, aber vieles, was von Ihnen erarbeitet worden ist, kann nun in den verschiedenen Gremien der Stadt konstruktiv beraten werden. Allerdings bergen viele Themen, die wir selbstverständlich gerne angehen, auch einige Konflikte. So zum Beispiel die attraktive Gestaltung des Marktplatzes, bei der u.a. neue zentrale Ersatzparkplätze geschaffen werden müssten. Auch beim Anlegen neuer Radwege fallen aus Platzgründen an vielen Straßen die Parkplätze weg. Auch hier muss Ersatz geschaffen werden, da die Autos nun mal nicht wegzudenken sind.“
Bei der anschließenden Diskussion, in der es u.a. um die Vorgehensweise zur Umsetzung der priorisierten Vorhaben ging, war eine rege Teilnahme der anwesenden Besucher zu verzeichnen. Zu den vielen unterschiedlichen Statements, die von Prof. Dr. Troeger-Weiß oder Stadtbürgermeister Ammel kommentiert wurden, zählten zum Beispiel der Wunsch nach aktuellen Aussagen zu den Themen Klima und Demografie sowie bei geplanten Projekten für die Stadt Mendig nicht die Interessen der Parteien, sondern das Wohlergehen der Bürger in den Fokus zu stellen. Außerdem ging es um eine fachkundige Neuanpflanzung von Bäumen, die Schaffung von mehr Grünflächen und eine zeitnahe attraktive Gestaltung der Stadt, um Firmenneugründungen, bzw. die Übernahme von bereits bestehenden Einzelhandelsgeschäften, Handwerksbetrieben oder Arztpraxen für potentielle Nachfolger interessant zu machen. Ebenso wie der Wunsch, die Bürger in die Planung und Realisierung von Aktionen oder Projekten mit einzubeziehen sowie einen Mediator, der zwischen Bürgern und Politik vermitteln soll, zu bestellen, fand bei den Besuchern auch die Einrichtung eines Netzwerkes für Jugendliche, in dem u.a. Aus- und Weiterbildungs- sowie Freizeitangebote gebündelt werden. FRE
Bei der anschließenden Diskussion meldeten sich einige Besucher zu Wort.
