Die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Moselweiß feiert den Wagenbau
Bierdeckelversprechen wird zum eindrucksvollen Komiteewagen
Koblenz. Nach langen Jahren ohne eigenen Komiteewagen präsentiert die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Moselweiß e.V. stolz ihr neuestes Werk: einen selbst entworfenen, geplanten und gebauten Wagen, der in dieser Session seinen großen Auftritt feiern wird! Entworfen und gebaut in nur drei Monaten!
Das Besondere an dieser Geschichte ist das ungewöhnliche Versprechen, das der Bühnenmeister Patrick Zeitz vor einem Jahr in einem emotionalen Moment nach dem Rosenmontagszug gab: Er versprach der 1. Vorsitzenden Nadine Schiffmann-Nink, für die nächste Session einen Komiteewagen zu bauen und damit den „Bierdeckelvertrag“ mit einigen Unterzeichnern einzulösen, der seit vor der Pandemie kursierte.
Die Umsetzung dieses Versprechens gestaltete sich schwierig: Zunächst musste eine geeignete Halle für den Wagenbau gefunden werden, was nach langer Suche schließlich bei einem der örtlichen Winzer, dem Weingut Antoniushof Toni Reif, gelang. „Uns war sehr wichtig, dass wir eine Halle zum Wagenbauen bei uns im Dorf finden – mit kurzen Wegen für die Mannschaft. Natürlich musste die Halle groß und günstig genug für uns sein und außerdem sollte auch unser komplettes Vereins-Equipment in der neuen Halle Platz finden!“, erinnert sich Gerwin Thull, stellvertretender Vorsitzender der KG, und fährt fort: „Familie Reif kam uns preislich wirklich sehr entgegen und drückt auch regelmäßig ein Auge zu, wenn sich unsere Jungs mal wieder etwas breiter machen als gedacht. Wir sind unendlich dankbar dafür!“
Aber das Projekt Wagenbau braucht nicht nur Platz, sondern auch Geld! Die nötige finanzielle Unterstützung kam großzügigerweise auch aus dem Dorf. Eine E-Mail an Jens Ternes und ein Termin zur Vorstellung des Konzepts genügten, um die Zusage für die gesamte Finanzierung von Ternes architekten BDA zu erhalten. „Als Patrick uns das Budget vorlegte war klar: Wir gehen als erstes zu Jens und erläutern ihm unsere Pläne“, berichtet Nadine Schiffmann-Nink, 1. Vorsitzende der KG, und fährt fort: „Jens fackelte nicht lange, sicherte uns seine volle Unterstützung zu und stellte uns das benötigte Budget bereit – ohne Wenn und Aber! Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, denn damit war klar: Wir haben eine Halle, wir haben Budget, jetzt kann es wirklich losgehen!“
Nun wurde die Zugordnung der AKK studiert und diverse Verordnungen gelesen, um sicher zu gehen, dass der neu gebaute Wagen auch wirklich die nötigen Genehmigungen erhält und an den Umzügen teilnehmen darf. Gar nicht so einfach in der heutigen Zeit, aber für die KG kein Problem: Frank Rosenbaum besorgte kurzerhand eine ausgediente Wechselbrücke in gutem Zustand und organisierte eine passende Lafette sowie eine geeignete Zugmaschine!
Damit war auch die letzte Hürde genommen und es konnte gebaut werden: Der gesamte Unterbau des Wagens wurde aus massivem Stahl geplant, der Innenausbau und die Zierelemente aus Holz. Die Gestaltung des Wagens greift die Kernelemente der Vereinsstandarte auf: Narrenkappe, Trauben und Narrenklatsche.
Das zwölfköpfige Wagenbauteam um Patrick Zeitz hat seit Mitte Oktober jeden Samstag und oft auch abends unter der Woche gesägt, geschraubt und lackiert. In nur drei Monaten ist es der Wagenbaugruppe gelungen, aus einer alten Wechselbrücke einen beeindruckenden Komiteewagen zu bauen. Dieser wird erstmals am Moselweißer Umzug und natürlich auch am großen Koblenzer Rosenmontagszug in der Session 23/24 teilnehmen.
Unter dem Motto „Wenn ein Bierdeckelversprechen Wirklichkeit wird“ feiert die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Moselweiß nicht nur die erfolgreiche Umsetzung des ungewöhnlichen Versprechens, sondern auch die Gemeinschaftsleistung, die hinter diesem beeindruckenden Wagen steht.
BA
