Erste Ausstellung im stationären Hospiz im Ahrtal
Bilder, die die Region ins Haus bringen
Hans-Jürgen Vollrath zeigt Aufnahmen vom Ahrtal für Brasschaat vorab in der Kreisstadt
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Tür zum stationären Hospiz im Ahrtal war weit geöffnet für die erste Ausstellung in der Einrichtung oberhalb des Krankenhauses Maria Hilf in der Kreisstadt und zugleich die 30. Ausstellung des heimischen Fotografen Hans-Jürgen Vollrath. Kunstfreunde und andere Interessierte waren willkommen. Das Klavierspiel des Grafschafter Musikers Tommy Geller wies den Weg zum Mehrzweckraum und bereits entlang einiger der ausgestellten Werke des in der Kreisstadt geborenen und lebenden Presse-Fotografen, dessen Leidenschaft seit einigen Jahren auch der künstlerischen Fotografie gilt.
Er hat vorwiegend Motive aus seiner Heimat für seine aktuelle Schau ausgewählt, denn viele der rund 50 Aufnahmen werden bei einer Ausstellung in der belgischen Partnerstadt Brasschaat im Mai 2017 die hiesige Region präsentieren. Insofern gibt der Gang durch die Ausstellung einen Vorab-Eindruck davon und beinhaltet auch drei Aufnahmen Vollraths aus Brasschaat. Die Ausstellung ist aber noch mehr, wie auch Ulrike Dobrowolny, Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr und Gesellschafterin der Hospiz im Ahrtal gGmbH, an den Künstler gewandt feststellte: „Sie bringen mit Ihrer Ausstellung wunderbarer Fotographien die Schönheit der Natur und unserer Umgebung in das Haus. Es sind Bilder, die unsere Region im Haus spiegeln.“ Weil seine Kunst heimatverbunden sei, passe sie so gut an diesen Ort, „denn hier ist für Menschen der Region oftmals letzte Heimat“. Im Hospiz könnten die Bilder von Menschen, die selbst nicht mehr an diese schönen Orte gehen oder fahren könnten, angeschaut werden, und sie zögen Menschen von außerhalb in das Haus „um zu zeigen, dass auch Menschen auf dem letzten Weg zu uns gehören.“
Bewusst zeigt der gelernte Fotograf und Betreiber der Stadt-Galerie im Weißen Turm Werke, die den Betrachtern zeigen, wie schön die Gegend ist und diese vielleicht daran erinnern, wo sie schon einmal waren. Es sind eher weniger bearbeitete oder experimentelle Werke des Künstlers und auch keine seiner Fotografien aus Russland oder China, von fernen Städten oder fremden Landschaften, sondern hiesige Motive, die zum Plaudern anregen sollen. Immer wieder taucht das Spektrum der Farben des Herbstes in der Natur auf: im Weinlaub, Feldern, Bäumen. Aber auch der aufspringende Frühling, Bad Neuenahr im Wandel der Jahreszeiten, das Leben reflektiert in Weinlese, Wanderung, Golfspiel und Heuernte. Immer wieder auch Nebel, der aus dem Tal emporsteigt. Daneben aber auch die Ruhe am Fluss, Ortsansichten im warmen Spätsommer oder Abendlicht, Wasser, Wellen, sprudelnde Brunnen. In den hellen weißgetünchten Räumen und Fluren des Hospizes lassen Panorama-Aufnahmen von bis zu 1,80 Meter Breite den Blick weit über die Ahrtalberge schweifen. Die kleinformatigeren Werke rücken Details am Wegesrand wie vereiste Hagebutten oder Inschriften an Ahrweiler Hausfassaden in den Fokus. Mal folgt das Auge der Symmetrie der Rebenreihen im Weinberg, dann folgt es der Steillage abwärts oder entdeckt eine bekannte Ansicht durch die ungewohnte Perspektive neu.
Insbesondere die Nebelbilder fanden bei der Vernissage großen Anklang. Umso mehr freuten sich Ulrike Dobrowolny sowie der Geschäftsführer der Hospiz im Ahrtal gGmbH, Christoph Drolshagen, und Hospiz- und Pflegedienstleiterin Yasmin Brost über eine Panorama-Aufnahme, die Vollrath dem Haus schenkte: Aus dem Ahrtal in die Rebenhänge aufsteigender Nebel und davor erntereife pralle Trauben zum Greifen nah. „Danke, dass Sie auch etwas bleibend für unser Haus hinterlassen mit diesem Fenster in die Region“, sagte Drolshagen. Die Ausstellung im Hospiz am Bad Neuenahrer Dorotheenweg 6 (Parkmöglichkeiten am Krankenhaus Maria Hilf) ist bis Ende März immer samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Pressemitteilung Hospiz im Ahrtal gGmbH
