Ludwig van Beethoven dürfte Denkmal gekannt haben
Bildstock in Ersdorf erhält Kupferdach
Ersdorf. Mit dem Bildstock auf der Ecke Rheinbacher Straße/Oberdorfstraße besitzt Ersdorf ein historisches Denkmal der besonderen Güte. Seine Errichtung geht auf das Jahr 1730 zurück, sodass schon der junge Ludwig van Beethoven bei seinen Reisen zum Rheindorfer Hof auf die Gebetsstation gestoßen sein dürfte. Das pünktlich zum Beethovenjahr nun hier die Restaurationsarbeiten abgeschlossen wurden, sorgte bei der Einweihung des neuen Kupferdaches am vergangenen Donnerstag bei Bürgermeister Bert Spilles sowie den zahlreichen Ehrengästen für extrem gute Laune. Sofort kam daher auch aus der Reihe der Gäste der Wunsch auf, dass die Gebetsstation auch in die Prospekte zum Beethovenjahr mit einfliessen möge, zumal der berühmte Komponist wohl von dort auf ein Fachwerkhaus geblickt hat, indem er sich nachweislich aufgehalten hat. Damit auch künftige Generationen Ersdorfer Ortsgeschichte erleben können, schützt neuerdings ein Kupferdach das Denkmal vor Witterungseinflüssen. Der Heimatverein Meckenheim hat das Projekt vorangetrieben. Die fachgerechte Umsetzung lag in den Händen der Meckenheimer Firma Degen Dachhandwerk GmbH. Deren Eigentümer, das Ehepaar Weihsweiler, sorgten mit einer zurückhaltenden Kostenrechnung für eine adäquate Spende. Die Bürgerstiftung Meckenheim leistete mit einer Fördersumme von 1.500 Euro ebenfalls einen wichtigen finanziellen Beitrag. Ganz persönlich hatte sich Ersdorfs Ortsvorsteher Ferdi Koll in das Projekt eingebracht. Er griff zu Farbe und Pinsel und führte den neuen Anstrich des Bildstockes durch.
„Ortsgeschichtlich ist der Bildstock von ganz besonderer Bedeutung. Uns als Bürgerstifung Meckenheim liegt die Historie, aber auch die weitere Überlieferung und damit die Zukunft des Denkmals am Herzen, weshalb wir das Projekt gern unterstützen“, so Bürgermeister Bert Spilles, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Bürgerstiftung. „Durch die Förderung kann der Erhaltungszustand des Bildstocks über viele Jahre gesichert werden“ ergänzt Meinolf Schleyer, erster Vorsitzender des Heimatvereins Meckenheim. Eigentümerin des Bildstocks ist die Stadt Meckenheim. Der Heimatverein verschreibt sich seiner Pflege und Erhaltung. Vor rund 10 Jahren hatte er zuletzt eine Restaurierung vorangetrieben, als der Trachytstein aus dem Siebengebirge, auch Domstein genannt, bis zur Unkenntlichkeit verwittert und nur noch der Umriss der Kreuzigungsszene erkennbar war. Die Meckenheimer Künstlerin Beate Meffert-Schmengler schuf damals drei Plastiken aus Bronze. „Sie war es auch, die vorschlug, einen Regenschutz über dem Bildstock anzubringen, um ihn wetterfester zu machen“, berichtet Meinolf Schleyer von dem aktuellen Projekt. Neuerdings schützt ein Kupferdach in „Patina-dunkel-braun“ den historischen Bildstock vor Verwitterung. Ein Bild davon, wie der Bildstock vor der Restaurierung und vor den Malerarbeiten durch Ferdi Koll aussah, hatten die Mitglieder des Heimatvereins auch dabei und darauf konnte jeder sehen, der Aufwand für die Restaurierung hatte sich gelohnt.
STF
Wie der Bildstock vor der Restaurierung ausgesehen hat, das hatte der Heimatverein festgehalten und präsentierte das zum Vergleich. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
