Einheimische Bäume schnell bestimmt
Biologe führt in Tricks und Bestimmungsregeln ein
Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Landschaft unterstützte Wanderung
Wachtberg-Adendorf. Deutlich erkennbar ist der Trend zur Natur in allen Medien. Gerne probieren Neugierige für sie neue Geschmacksrichtungen aus, die manche ältere Menschen aus Kriegszeiten kennen. Allerdings sind nicht alle Knospen und Früchte von Bäumen genießbar. Wie man die einheimischen Gewächse auseinanderhält, zeigte Diplom-Biologe Dirk Holtermann bei einem Spaziergang im Auftrag der Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Landschaft in Adendorf.
Mit einfachen Unterscheidungsmerkmalen wie wechselständig, gegenständig und bestimmten Knospenformen und wenigen Zusatzinformationen sei es möglich, alle rund 160 einheimischen Baumarten zu erkennen, erklärte Dirk Holtermann den elf Teilnehmern der Exkursion. Zehn Minuten später schon waren die Merkmale für Kastanie, Ahorn und Esche klar, auch der Holunder und weiteres Gehölz wurden zweifelsfrei erkannt.
Auch das, was man um der eigenen Gesundheit Willen lieber lassen sollte, erklärte der Diplom-Biologe: „Was man nicht eindeutig kennt, isst man nicht“, sagte er.
Das träfe natürlich auch auf das zu, was man als eindeutig giftig erkenne, wie beispielsweise die Eibe.
Deren kleine rote Frucht sei deutlich am großen Loch in der Mitte zu erkennen. „Das sieht ganz anders aus als eine Johannisbeere“, räumte der Biologe mit einer uralten Begründung für frühere Vergiftungsfälle auf.
Anstatt einer versehentlichen Vergiftung sei eher anzunehmen, dass man in der Erbfolge unliebsame Familienmitglieder mit dem Eibensamen aus dem Weg geräumt habe.
Zum Abschluss der kleinen Wanderung bereiteten die Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung einen Hagebuttentee aus frisch gesammelten Hagebutten sowie Kornelkirschenbutter zum würzigen, selbstgebackenen Brot zu.
Am Schluss wurde in der Küche gerührt und gekocht.
Klein, aber tödlich: die deutlich erkennbare Frucht der Eibe.
Frische Hagebutten gaben dem Hagebuttentee das echte Aroma.
