Stadtkapelle Münstermaifeld feierte zum 14. Mal das traditionelle Oktoberfest
Blasmusik wird zum Erfolgsrezept
Münstermaifeld. Im Jahr 2003 feierte die Stadtkapelle Münstermaifeld, bereits 1858 ins Leben gerufen, ihr 145-jähriges Bestehen. Nach langen Überlegungen, ob dieses Ereignis in einem großen oder eher kleinen Rahmen gefeiert werden sollte, kam der Vorstand zu der Idee, das 145-jährige Bestehen des Vereins im Rahmen eines Oktoberfests zu feiern. Bei Blasmusik und bayrischen Schmankerln feierten die Münstermaifelder bis in die frühen Morgenstunden. Wegen der großen Begeisterung beschloss der Verein, das Fest zu wiederholen. So findet seit 2003 jedes Jahr am ersten Wochenende im Oktober das Oktoberfest der Stadtkapelle statt, seit 2005 in der Stadthalle. In diesem Jahr schon zum 14. Mal. Bei Festbier sowie bayrischen Schmankerln wie Bratwurst mit Kartoffelpüree und Sauerkraut, Leberkäse im Brötchen oder Brezel mit Obatzter durften sich die zahlreichen Besucher wie in Bayern fühlen. Für zünftige Blasmusik sorgten der Musikverein Kausen aus der Nähe von Betzdorf mit seinem emotionalen Dirigenten Markus Rink und der Musikverein Oberfell. Beide Vereine waren mit fast 30 Musikern angereist. Mit dem Musikverein Kausen, schon fast Stammgast beim Oktoberfest, pflegt die Stadtkapelle seit Jahren eine freundschaftliche Beziehung. Der Musikverein Oberfell gab erstmals sein musikalisches Können zum Besten. „Wir waren das einzige Oktoberfest weit und breit, das sich traditionelle Blasmusik auf die Agenda geschrieben hat“, verdeutlichte Moderator Manfred Höger das Erfolgsrezept. „Wir haben die Hütte wieder mal voll bekommen, und das schon zum 14. Mal. Wenn wir diese Größenordnung halten wollen, dann müssen wir auch in der Zukunft etwas tun.“
Manfred Höger gab den Taktstock an Christian Krier weiter
Im Frühjahr hatte Manfred Höger nach 18 Jahren als Dirigent den Taktstock an Christian Krier abgegeben, als Musiker und Moderator bleibt er aber erhalten. Vorsitzender Andreas Zentner ist sich sicher, mit Krier, einem gebürtigen Saarländer, der in St. Johann wohnt, einen guten Fang gemacht zu haben. Immerhin bringt der Berufsmusiker aus dem Heeresmusikkorps Koblenz als Bundespreisträger bei „Jugend musiziert“ aus dem Jahr 1999 und lernwilliger Trompeter an der Robert-Schuhmann-Musikhochschule nicht nur die fachliche Kompetenz mit, sondern hat die Münstermaifelder Musiker auch auf menschlicher Ebene voll überzeugt. Der traditionelle Fassanstich beim Oktoberfest lag wieder mal in Frauenhand: Nach drei Schlägen hatte Claudia Schneider ihre Arbeit erledigt. „Nur einen Schlag mehr als der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter auf der Wiesn“, meinte die Stadtbürgermeisterin. Claudia Schneider, in Franken groß geworden, hat das Münchner Oktoberfest erst einmal in ihrem Leben besucht: „Das alles ist mir eine Nummer zu groß, solche Menschenmengen mag ich nicht. Ich bin zwar für festliche Stimmung, aber hier in Münstermaifeld geht es mir gemütlicher zu.“
Mächtig stolz ist sie aber auf „ihre“ Stadtkapelle: „Es ist schon Wahnsinn, was der Verein außerhalb seiner musikalischen Verpflichtungen leistet“, so Schneider. „Wer eine solche Veranstaltung Jahr für Jahr in Angriff nimmt und so ein Programm auf die Beine stellt, der braucht schon Manpower.“ Immerhin 35 Helfer waren von Donnerstag bis Sonntag im Einsatz.
Engagierte Musiker sind imm er willkommen
Die Stadtkapelle Münstermaifeld verzeichnet heutzutage 55 aktive und 145 inaktive Mitglieder. Dem Jugendorchester, das vom 17-jährigen Niklas Wahl alle 14 Tage samstags betreut wird, gehören 25 junge Musiker zwischen neun und 14 Jahren an. „Nachwuchsprobleme haben wir nicht“, verrät Vorsitzender Zentner. „Engagierte Musiker können wir aber immer gebrauchen, vor allem im Schlagzeugbereich.“ Wer Interesse hat, kann sich mit Zentner unter Tel. (0 26 05) 8 41 82 in Verbindung setzen.
Ein Prosit der Gemütlichkeit: v.li. der Dirigent des Musikvereins Kausen Markus Rink, der zweite Vorsitzende der Stadtkapelle Winfried Bast, Stadtbürgermeisterin Claudia Schneider, Moderator Manfred Höger und Andreas Zentner, der Vorsitzende der Stadtkapelle.
Drei Schläge benötigte Stadtbürgermeisterin Claudia Schneider beim Fassanstich. Ihr assistierten Winfried Bast (re.) und Andreas Zentner.
