Nur teilweise betroffen sind aktuell die Landkreise Ahrweiler, Westerwald und Neuwied
Blauzungenkrankheit: Sperrzone betrifft den gesamten Rhein-Lahn-Kreis
Rhein-Lahn-Kreis. Durch den Ausbruch der Blauzungenkrankheit (Bluetongue Virus, kurz BTV) im Saarland ist Rheinland-Pfalz von einer Sperrzone betroffen.
Am 6. November war bei einem Kalb auf einem Betrieb im Saarpfalz-Kreis eine Infektion mit dem Serotyp 8 des BTV nachgewiesen worden. Nach Vorgaben der EU muss nun um den Betrieb herum eine Sperrzone mit einem Radius über mindestens 150 Kilometer ausgewiesen werden. In dieser Sperrzone gelten Einschränkungen für Transport und Handel von Wiederkäuern.
Der gesamte Rhein-Lahn-Kreis ist von dieser Sperrzone betroffen. Das Gebiet der Sperrzone erstreckt sich über weite Teile von Rheinland-Pfalz. Nur teilweise betroffen sind aktuell die Landkreise Ahrweiler, Westerwald und Neuwied. Der Landkreis Altenkirchen ist bisher nicht betroffen. Außerdem sind Gebiete in benachbarten Bundesland Hessen betroffen. Es muss befürchtet werden, dass sich das Geschehen auf weitere Gebiete ausweitet.
Für die Verbringung von Tieren empfänglicher Arten aus der BTV 8-Sperrzone heraus gelten strenge Vorgaben. Innerhalb der Sperrzone gibt es hingegen keine Beschränkungen.
Impfstrategie gegen BTV 3 hat gewirkt
Im vergangenen Jahr hatte das Virus vom Serotyp BTV 3 zunächst zu hohen Verlusten in Schaf- und Rinderhaltungen geführt. Mittlerweile wurden zahlreiche Bestände von Rindern, Schafen und Ziegen in Rheinland-Pfalz mit finanzieller Unterstützung des Landes geimpft. Dies führte dazu, dass es in Rheinland-Pfalz 2025 deutlich weniger Ausbrüche der Blauzungenkrankheit gab.
Die neue Variante BTV 8 tritt seit mehreren Jahren in Frankreich auf. Bislang gab es hierzulande zwei Fälle in der Grenzregion im Südwesten Deutschlands und einen Fall in Bayern an der Grenze zu Österreich. Durch einen Ausbruch im badischen Ortenaukreis lagen bereits Teile von Rheinland in einer Sperrzone. Durch einen weiteren Ausbruch von BTV8 im Saarland vor wenigen Tagen erreicht die neue Sperrzone nun auch den gesamten Rhein-Lahn-Kreis.
Hinsichtlich dieser Erfahrungen wird den Tierhaltern von Rindern, Schafen und Ziegen empfohlen, die Tierbestände auch gegen die BTV-Serotypen 4 und 8 zu impfen. Diese Impfungen werden finanziell gefördert.
Blauzungenkrankheit: Gefährlich für Tiere – aber nicht für Menschen
BTV wird durch kleine blutsaugende Stechmücken (Gnitzen) übertragen und befällt Wiederkäuer. Rinder, Schafe und Ziegen können sich anstecken, aber auch Kameliden (Lamas und Alpakas). Erkrankte Tiere leiden schwer. Sie bekommen hohes Fieber, wirken apathisch und fressen nicht mehr. Nase und Mund sind gerötet und die Zunge schwillt an. Auch Bindehautentzündung kann ein Symptom sein. Außerdem kann sich Lahmheit zeigen und es kann zu Missbildungen oder Aborten beim Nachwuchs kommen. Das Virusgeschehen kann auch zu Todesfällen führen.
Wenn Tierhalter Symptome erkennen, sollten sie umgehend den Hoftierarzt rufen, rät das Landwirtschaftsministerium. Für den Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich. Pressemitteilung Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises
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