Arbeitskreis Gleichstellung Bonn/Rhein-Sieg aktuell
Bloß nicht lächeln!
Tipps vom Coach und Buchautor Dr. Peter Modler gaben Aufschluss
Rhein-Sieg-Kreis. Rund 300 – überwiegend weibliche – Zuschauer genossen jüngst einen unterhaltsamen Abend, im Hörsaal eins der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg in Sankt Augustin, zu den „Beruflichen Machtspielen zwischen Männern und Frauen“, der durchaus verblüffende Erkenntnisse bereithielt. Der bekannte Coach und Autor des Buchs „Das Arroganzprinzip“, Dr. Peter Modler, veranschaulichte in seinem interaktiven Vortrag den Unterschied zwischen horizontalen und vertikalen Sprachsystemen. Mit seinem Thema treffe er „den richtigen Nerv bei den Frauen“, stellte Kreisdirektorin Annerose Heinze in ihrer Begrüßung fest. Seine Botschaft sei: Frauen sollten nicht wie Männer werden, aber die Regeln einer männlich geprägten Berufswelt kennen, um ihre Themen aussichtsreich voranzubringen. „Folglich die Sprache der Männer beherrschen“, so Kreisdirektorin Annerose Heinze. Die Berufswelt agiere überwiegend, so der Coach Dr. Peter Modler, nach den Regeln des vertikalen Sprachsystems. Und mit ihrer Kommunikationsstrategie scheinen Männer gut durchs Berufsleben zu kommen, denn offensichtlich sind sie erfolgreicher als Frauen. Diese kommunizieren häufig im horizontalen Sprachsystem. Sie legen Wert auf Zugehörigkeit, in Besprechungen wollen sie sich zügig über Inhalte austauschen und kommunizieren demzufolge hierarchieärmer, also horizontal. Und wenn dann noch der „angeborene Lächelreflex“ dazu kommt, so Dr. Peter Modler, werden Frauen trotz intellektueller Leistungen nicht ernst genommen. In interaktiven Rollenspielen mit verschiedenen „Sparringspartnerinnen“ öffnete der Coach dem mitunter recht verblüfften Publikum die Augen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erkannten Verhaltensmuster aus ihrem beruflichen Alltag wieder und lernten anhand der Beispielsituationen alternative Handlungstechniken kennen. Die Frauen aus dem Publikum bedauerten das Ende der zweistündigen „Lehrstunde“. Einige haben sich fest vorgenommen, die neuen Techniken auszuprobieren und im Berufsalltag selbstbewusst zu agieren. Eingeladen zu der Veranstaltung, die sehr bald mit 300 Karten ausverkauft war, hatte der Arbeitskreis Gleichstellung Bonn/Rhein-Sieg. Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt aus Jobcenter und Agentur für Arbeit freuten sich, dass der Abend so gut angekommen war. „Das motiviert uns, am Thema dran zu bleiben und Nachfolgeveranstaltungen zu planen“, sagte Brigitta Lindemann, Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Sieg-Kreises.
