Ralf Kramp gastierte im Kreuzgewölbekeller in Eller
Blut- und Wermutstropfen vom Meister der Kurzkrimis
Ediger-Eller. Im rustikal eingerichteten Kreuzgewölbekeller vom Weingut Stephan Treis in Eller war Spannung angesagt. Ralf Kramp, Meister des humorigen Kurzkrimis, gastierte im urigen Weinverlies der Gastgeber. So war es auch kein Wunder, dass die spannende Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Blutrot war die leckere Tomatensuppe, die zum Entree der Lesung den erwartungsfreudigen Zuhörern gereicht wurde; und sie bot damit eine passende Parallele zu Ralf Kramps literarischer Beilage - „Handwerk hat blutigen Boden“: Ein Stuckateur mit Leib und Seele wurde darin zum Opfer seiner eigenen Leidenschaft. War dieser anfänglich noch bestelltes Ziel für einen Mordanschlag, von der von ihm hinsichtlich Zuwendung vernachlässigten Gattin, so brach sein Augenlicht doch nach einem finalen Absturz von seiner Leiter. Ungewollt dafür ursächlich war dabei das intime Engagement des zunächst erfolglosen Auftragskillers mit der Auftraggeberin oberhalb der Unglücksstelle ...
In einer weiteren spannenden Geschichte wurde der anfängliche Täter selbst zum Opfer, und das noch durch die rabiate Vorgehensweise einer verschworenen Oldie-Clique ...
Dass sich Kasperle auch als Tatortkommissar und sein treuer Begleiter Seppel als ermittelnder Gehilfe verkaufen lassen, war das Sahnehäubchen kriminellen Gedankenguts, das Ralf Kramp als abschließendes Schmankerl präsentierte. Aber nur, wenn man mal davon absieht, dass er mittels bösen Versen zuvor eine ungeliebte Schwiegermutter stückchenweise an wild lebende Tiere verfüttert hatte ...
Echte Leckerbissen gab es aber begleitend für das begeisterte Publikum: Gegartes Winzerfleisch mit warmem Kartoffelsalat und ein Käsebuffet waren der genussvolle Höhepunkt. TE
Die begeisterten Krimifreunde ließen sich von Kramps schwarzem Humor und Winzerdelikatessen verwöhnen.
