Allgemeine Berichte | 28.09.2018

Typisierung im Kreis Neuwied, im Westerwald und in Koblenz

Blutspender wird zum Lebensretter

Hilfe für Leukämiekranke: Nikolai Junk hat Stammzellen bei der Stefan-Morsch-Stiftung gespendet

Nikolai Junk sendet Blut, seit er volljährig ist. Nun braucht ein genetischer Zwilling Hilfe und er spendet Stammzellen. Hierzu ist heutzutage keine OP mehr nötig. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung/Andrea Djifroudi

Westerburg. „Menschen helfen!“ – Nicht mehr und nicht weniger. Das ist das Ziel von Nikolai Junk, wenn er beim DRK Blut spendet, wenn er sich bei der Feuerwehr engagiert und wenn er seinem ihm völlig fremden genetischen Zwilling das Leben rettet. Er ist keiner, der seine Hilfe an die große Glocke hängt. Der 38-Jährige erzählt seine Geschichte, weil er möchte, dass sich mehr Menschen bei der Stefan-Morsch-Stiftung als Stammzellspender registrieren lassen.

Typisierung: Stäbchen in den Mund oder bei der Blutspende

Seit er 15 Jahre alt ist, gehört er zur Feuerwehr. Seit er 18 Jahre alt ist, spendet er Blut. Keinen Termin hat er verpasst. Inzwischen ist der Westerburger Vater von zwei Jungs (14 und 3 Jahre alt) und schmiedet Zukunftspläne. Doch in den vergangenen Wochen hat er erst einmal ein anderes Projekt, das seine Gedanken beherrscht: Irgendwo gibt es einen Menschen, der leukämiekrank ist und seine Hilfe braucht, weil Junk genau der genetisch passende Spender ist.

Seit 2015 ist der gelernte Metzger als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert.

Damals war er Blut spenden und die Stiftung, die seit Jahren mit dem DRK kooperiert, war vor Ort, um Spender zu werben: „Es hat sich angeboten“, sagt er heute. Jeden Tag werden in Deutschland 14.000 Blutspenden gebraucht: Meistens sind es Krebspatienten, die diese Transfusionen bekommen. Deshalb starten die DRK Ortsvereine in Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen sowie die Stefan-Morsch-Stiftung regelmäßig den Aufruf: „2x Helfen! Spendet Blut und lasst Euch typisieren.“

Fast 35.000 junge Menschen unter 40 Jahren haben sich seitdem als Stammzellspender bei den gemeinsamen Aufrufen registrieren lassen. Menschen wie Nikolai Junk, die bereit sind, nicht nur regelmäßig Blut zu spenden, sondern im Ernstfall auch einem Leukämiekranken durch eine Stammzellspende das Leben zu retten. 250 von ihnen haben bereits einem Patienten die Chance auf Leben gegeben. Und genau das hat jetzt auch der Westerwälder gemacht.

Stammzellspende ohne OP

Bei der Transplantation von Blutstammzellen gewinnt man die Stammzellen nicht aus dem Knochenmark, sondern mit Hilfe eines speziellen Verfahrens aus dem Blut des Spenders. Vorher muss jedoch die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu wird der Spender maximal eine Woche lang ambulant vorbehandelt. Das heißt, ihm wird ein Botenstoff zur Anreicherung der Stammzellen unter die Haut gespritzt. Dieser Botenstoff wird natürlicherweise vom menschlichen Organismus gebildet und sorgt unter anderem dafür, dass Stammzellen vom Knochenmark ins Blut übertreten. Bei der Spende von Stammzellen aus dem Blut ist weder eine Narkose noch eine Operation erforderlich. In einer Entnahmestation (Apherese) – wie die der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld – werden dann, ähnlich wie bei einer Dialyse, die Stammzellen entnommen.

Nikolai Junk hofft nun, dass er irgendwann den Empfänger seiner Stammzellen kennenlernen darf und dass dann „dieser Mensch ein Teil meiner Familie wird.“

Blutspende hilft Krebspatienten

Blutspenden sichern das Überleben vieler Krebspatienten. Auch viele Leukämiepatienten bekommen nach einer Stammzelltransplantation noch Blutprodukte zur Unterstützung der Therapie. Aber auch schon vorher sind Blutkonserven nötig – etwa, um die Wartezeit zu überbrücken, bis ein Lebensrettender Stammzellspender gefunden wird.

Jetzt registrieren und vielleicht ein Leben retten

Die nächste Gelegenheit, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen: Freitag, 5. Oktober, 16 bis 19.30 Uhr, Kath. Pfarrzentrum St. Martin, Am Europa-Platz 8, Lahnstein (Rhein-Lahn-Kreis); Dienstag, 9 Oktober, 12 bis 17 Uhr, Zentralplatz, Koblenz; Mittwoch, 17. Oktober, 16 bis 20 Uhr, Bürgerhaus, Römerstr. 1, Waldesch (Kreis Mayen-Koblenz); Donnerstag, 18. Oktober, 16.30 bis 19.30 Uhr, Haiderbach-Halle, Schulstr., Wittgert (Westerwaldkreis); Freitag, 26. Oktober, 17 bis 20 Uhr, Grundschule, Hauptstr. 134, Birken-Honigessen (Kreis Altenkirchen).

Pressemitteilung

der Stefan-Morsch-Stiftung

Nikolai Junk sendet Blut, seit er volljährig ist. Nun braucht ein genetischer Zwilling Hilfe und er spendet Stammzellen. Hierzu ist heutzutage keine OP mehr nötig. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung/Andrea Djifroudi Foto: Djifroudi, Andrea

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