Die St. Johannes-Kirmes beherrschte das Wochenende in Brohl
Böller, Feuerwerk und Entenrennen
Brohl-Lützing. Die „St. Johannes der Täufer Kirmes“ können sich die Brohler ohne ihre „Brohler Böller“ gar nicht vorstellen.
Die Kirmes ist der höchste Feiertag dieser schießwütigen Truppe, die erstmals im Jahre 1969, also vor genau 50 Jahren, „amtlich“ erwähnt wurde. Die Urkunde ist ein Strafbefehl, der drei Brohler-Urböller aufgrund ihrer Lärmproduktion zu einer Geldbuße von je 50 DM oder wahlweise fünf Tagen Ordnungshaft verdonnerte. Die Geschichte der Brohler Böller ist also - genau wie die unserer schönen Erde - auf einen Urknall zurückzuführen. Die Böller-Truppe feierte also (1969 bis 2019) anlässlich der diesjährigen Kirmes ihr 50-Jähriges.
Auch in diesem Jahr war es wieder die Aufgabe der „Böller“, die Kirmes anzuschießen, was am Samstag punkt 18 Uhr mit viel Lärm und Pulverdampf erfolgte. Keine Sorge, die Kanoniere hatten Stöpsel in den Ohren, die die verbliebenen Reste ihrer Trommelfelle vor einer endgültigen Zerstörung schützten. Die Kirmes war damit offiziell eröffnet. Weil es trotz aller Anstrengungen nicht gelungen war, einen Schausteller für die Kirmes zu gewinnen, war für die kleinen Kirmesbesucher mit der Anmietung einer Hüpfburg gesorgt worden. Am Sonntag kam dann noch ein kleines Kettenkarussell dazu.
Der Samstagabend gehörte bei der Hitze hauptsächlich der Durstbekämpfung und ab 20 Uhr der Sunshine Dance Band. Immer wieder schön, wie die Frontfrau Sabina Meyer das Publikum mitgehen lässt, vor allem, wenn sie mit ihrem Saxophon ihre Runden dreht. Aber, so erklärte die Sängerin, sie könne an so heißen Tagen kein Saxophon einsetzen, weil das Instrument keine Hitze verträgt. Am Abend folgte dann das große Musikfeuerwerk, das in diesem Jahr ohne musikalisches Motto stattfand.
Der zuständige „Mann der guten Töne“, Torsten Lohoff, hatte also freie Hand. Auf dem Programm für den Kirmes-Sonntag stand wie immer das Hochamt mit Prozession, gefolgt vom Frühschoppen und einer Kinderschmink-Aktion.
Um 15.30 Uhr dann der nächste Höhepunkt:
Das Entenrennen. Rund 1.200 Enten - keine Sorge, es handelt sich um gelbe Badeentchen und natürlich nicht um lebendige Tiere - wurden im Ortskern in den Brohlbach geschüttet und versahen dann ihren schwierigen Job als Rennente. Das bedeutete, nicht an Steinen oder Gräsern hängen zu bleiben, ja nicht auf Grund zu laufen und möglichst als erste den Zieleinlauf am Rhein zu erreichen. Die knallgelben Entchen waren mit Nummern versehen, die parallel als Lose verkauft worden waren. Nachdem die Enten den mühevollen Weg durch den Bach mit kleinen Staustufen und Steinen überwunden hatten, folgten sie der Rheinströmung, um dann parallel zum Ufer in eine von der Feuerwehr verlegte Sperre zu schwimmen. Hier sah eine vorwitzige Ente gegen 15.45 Uhr wie ein sicherer Sieger aus, wurde dann aber noch von zwei Kollegen überholt, weil diese die bessere Strömung weiter draußen nutzten.
Um exakt 16 Uhr durchschwamm dann die Siegerente das Ziel. Dort warteten die Helfer von der Feuerwehr und der Wassersportabteilung des Vfl Brohl auf die Entchen, um die 15 Sieger zu sortieren und die restlichen Badeentchen für den Einsatz im Jahr 2020 herauszufischen.
Auf die Losinhaber der 15 schnellsten Enten warteten attraktive Preise (1. Preis ein Tablet einer IT-Firma im Wert von rund 200 Euro). Da viele Gewinner die Siegerehrung nicht mehr abwarteten und ihre Preise nicht abholten, werden die Inhaber der Gewinner Lose gebeten, sich mit Jörg Seul unter der Telefon-Nummer 0160-99757451 oder unter info@prinzengarde-brohl.de in Verbindung zu setzen, falls sie ihren Gewinn nicht schon vor Ort abgeholt haben: Los-Nummern 631, 627, 1146, 233, 1195, 753, 8, 750, 215, 903, 297, 901, 847, 313, 496 (Angaben ohne Gewähr). Wir erinnern uns, dass die Siegerente um 16 Uhr das Ziel erreichte. und schon um 16.30 Uhr hatte die Feuerwehr die Sperren des Entenrennens auf dem Rhein wieder entfernt.
Mit einem Mittagstisch und buntem Kirmestreiben klang die Johannes-Kirmes am Montag aus. Die Brohler wissen, was sie der Feuerwehr, der Wassersportabteilung und dem Koordinator, Jörg Seul, dem Kommandanten der Prinzengarde zu verdanken haben. Ohne ein derart funktionierendes Vereinswesen wären Veranstaltungen vom Format der Brohler Kirmes nicht zu stemmen.
KMI
Eine Entenschhar: Das Hauptfeld rückt an.
Jörg Seul gibt die Losnummern dieser schnellsten 15 Enten bekannt. Leider waren die meisten Gewinner bei der Siegerehrung nicht mehr anwesend.
Die Sieger-Ente läuft im Ziel ein, wo Helfer der Wassersport-Abteilung und der Feuerwehr warten.
Das Anschießen der Kirmes durch die Brohler Böller: Die Kirmes ist eröffnet.
