Große Karnevalssitzung im närrisch geschmückten Gemeindesaal
Borjer Möhnen sind fidel und machen Krakeel
Tolle Stimmung beim humoristischen Abendprogramm
Burgen. „Burgener Möhnen gehn fleißig in die Bütt, sie han en goldene Humor und bringen Stimmung mit“ diese beiden Zeilen des Möhnenliedes aus den 1950er Jahren spiegeln wieder, was sich bei der großen Karnevalssitzung ereignete. Eine große Narrenschar, bunt und kostümiert, hatte sich aufgemacht und füllte den närrisch geschmückten Gemeindesaal.
Humoristisches Programm begeisterte
Das humoristische Programm versprach einen stimmungsvollen Abend. Doch zunächst wurde geschunkelt, mit „Oh Mosella“ und „Gehn wir mal rüber“ heizte Manni Rath aus Brodenbach ein. Anschließend übernahm die Sitzungspräsidentin Waltraud Wolf das Mikrofon und die Moderation.
Die Möhnenschar – angeführt von Obermöhn Angelika I. – eroberte die Bühne und präsentierte das Möhnenlied, welches erstmalig aus zwei Strophen bestand. „Modder guck, Modder guck, Modder guck, guck, guck – en fremde Hahn sitzt off der Gluck!“, so beginnt die zweite Strophe, die frech und frivol weitergeht.
„Das ist Konkurrenz für Köln“
Nach dieser Premiere, die beim Publikum sehr gut ankam, marschierte der Burgener Karnevalsverein ein: „Mer kumme mit alle Mann vorbei“ hieß es, auch wenn viele Frauen dabei waren. „Boah, die sinn alle von Borje“, kommentierte Ortsbürgermeister Fritz Bär das starke Aufgebot auf der Bühne. „Das ist Konkurrenz für Köln, nur das die keine 3000 Euro pro Auftritt bekommen. Die legen eher noch etwas drauf“, ergänzte er stolz.
Er fand anerkennende Worte für die Karnevalisten in Burgen, die Brauchtum und Kulturgut pflegen und somit diese Tradition erhalten. Fritz Bär nutzte die Gelegenheit auch, um auf den Kulturpreis „Burgener Rebstock“ – inszeniert zur Wahrung des Gedankengutes – aufmerksam zu machen. Er dankte den Initiatoren, vier Burgener Urgesteine.
Mit „moin, moin“ begrüßte er Gäste von der Waterkant, sie hatten definitiv die weiteste Anfahrt. Große Bühne für kleine Mädchen: die Minifunken eröffneten das Abendprogramm mit einem schmissigen Funkentanz. „Sie hopsen und springen, sie üben seit Wochen – nein seit Monaten“, für die tolle Leistung forderte die Sitzungspräsidentin die Narrenschar zur ersten Rakete des Abends auf. Extra aus dem Hunsrück angereist war ein echtes „Borjer Mädche“ namens Sabine Christmann und erzählte ihre eigene Karnevalsgeschichte.
Scheinbar ohne Lampenfieber, dafür aber mit großem Talent präsentierte die kleine Feline Grüneberg einen begeisternden Solomariechentanz. Dass man beim Bäcker nicht unbedingt das bekommt, was man eigentlich will, erzählte Inge Bär. Mit viel Witz und der Frage „Rhabarber oder Butterkuchen“, ließ sie die närrischen Gäste an einem lokalen, kuriosen Geschehen teilhaben. Großen Schwung brachten die großen Funken in die Narrhalla. Beim Tanz über das Computerspiel „Super Mario“ zeigten sie ihr ganzes Können.
Brüllendes Gelächter erfüllte den Saal, als die Eheberaterin (Marianne Peifer) erstaunt feststellen musste, dass sie in ihrer langjährigen Praxis noch nie ein solches Goldhochzeitspaar wie Ute Günther und Rosi Pfeiffer erlebt hatte. Es folgte eine Parodie auf „Dick und Doof“, mit diesem Tanz begeisterten Happy und Silke Toepp. Bei einem Crash-Kurs in englisch-kölsch erlernte die Narrenschar in Windeseile die kölsche Sprache. Jetzt sind sie gut gewappnet für den nächsten Besuch in der Domstadt am Rhein.
Vegan, Gluten-Unverträglichkeit und Laktose-Intoleranz
Tolle Kostüme und eine tänzerische Superleistung machten den Auftritt der Jugendshowtanzgruppe „Burgener Bachperlen“ zu einem Augen- und Ohrenschmaus. Nach kurzer Pause boten die Stadtsoldaten eine gelungene Vorstellung, mit einem spektakulären Schattenspiel begeisterten sie die Gäste. Kein Auge blieb trocken, als eine unzufriedene Ehefrau (Happy Toepp) sich mit einem Zwinkern über ihren Angetrauten beschwerte. Vegan, Gluten-Unverträglichkeit und Laktose-Intoleranz waren der Gesprächsstoff beim Telefonat von Mutter (Inge Bär) und Tochter (Andrea Hürter), die das bevorstehende Weihnachtsessen besprachen. Bei diesem sehr gelungenen, witzigen Vortrag erkannte sich manch einer wieder.
Kurz vor Schluss betraten „Dä“ (Happy Toepp) und „Dat“ (Ute Günther) die Bühne, wünschten sich einmal Prinzenpaar zu sein. Doch obwohl sie ihre Vorzüge in den höchsten Tönen bewarben, wollte sie keiner haben. Dafür hatten sie aber alle Lacher auf ihrer Seite. Zum Abschluss kamen Gäste aus Moselkern. Die Showtanzgruppe „Elztalzauber“ nahm alle mit auf ihre Bergtour und zeigte einen Showtanz der Extraklasse, erzeugte damit Begeisterungsstürme.
Ein Abend ging zu Ende, an dem die Borjer Möhnen sehr fidel viel Krakeel machten und damit der Narrenschar viel Spaß brachten. Anerkennung sollte auch die Tatsache finden, dass bis auf die letzte Showtanzgruppe alle Akteure der Möhnensitzung aus den eigenen Reihen sprich aus ihrem Heimatort kamen.
Und sie feiern weiter: Schwerdonnerstag ab 13.11 Uhr auf dem Marktplatz mit Umtrunk und Süßigkeiten für die Kinder. EP
Angeführt von Sitzungspräsidentin Waltraud Wolf, wachte der „Elferrat“ über das närrische Geschehen.
Großen Schwung brachten die großen Funken in die Narrhalla. Beim Tanz über das Computerspiel „Super Mario“ zeigten sie ihr ganzes Können.
Bunt, kostümiert und zahlreich war die Narrenschar in den närrisch geschmückten Gemeindesaal gekommen.
