Allgemeine Berichte | 26.01.2026

Ausstellung und Lesung zum Holocaustgedenktag in Niederzissen

Brauchen wir einen neuen Golem?

Richard Keuler (rechts) bedankte sich bei Paul Petzel und Hildegard Meier für die bemerkenswerte Ausstellung und Lesung. Foto: Gisela Reichrath

Niederzissen. Zu einer bemerkenswerten Ausstellung und Lesung aus Anlass des diesjährigen Holocaustgedenktages hatte der Kultur- und Heimatverein Niederzissen eingeladen. Viele Besucher waren gekommen, um in die Geschichte des bekannten Prager Rabbiners, Lehrers und Predigers Judah Löw (Maharal) und den als Retter und Beschützer der Juden des Prager Ghettos geschaffenen Golem einzutauchen.

Richard Keuler wies zu Beginn auf die Bedeutung des Holocaustgedenktages hin, dem Tag der Befreiung des KZ-Auschwitz am 27.01.1945 und begrüßte als Vertreter der größten Opfergruppe, fast 6 Mio. Juden wurden im Holocaust ermordet, den Vorsitzenden des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Rhld.-Pf. und Vorsteher der jüd. Gemeinde Koblenz, Avadislav Avadiev und dankte ihm für sein Kommen. Die Verbundenheit mit Maria Laach unterstrich die Teilnahme von Altabt Benedikt und Bruder Seraphin. Die Gemeinde Niederzissen war durch den 1. Beigeordneten Nico Degen vertreten.

Doch bevor die mit Spannung erwartete Lesung der Kölner Schauspielerin Hildegard Meier aus der von Elie Wiesel, der das KZ-Auschwitz überlebt hat, nacherzählten Geschichte „Das Geheimnis des Golem“ begann, erläuterte der Andernacher Künstler, Theologe und Kunsterzieher Paul Petzel seine ausgestellten Bilder. Auf den großformatigen Gemälden ist stets nur der Schatten des Golem an der roten Leiter zu sehen, dem Symbol aus den religiösen Überlieferungen der Geschichte Jakobs. Doch wo steht der Golem, fragte Petzel und deutete auf die Besucher hin. Er steht im Raum und wirft seinen Schatten.

Derart eingeführt in die mystische Gestalt des Golem, begann Hildegard Meier mit der Lesung aus der bekanntesten Geschichte über den Golem, nämlich die mit Rabbi Judah Löw aus dem 16. Jahrhundert. Eli Wiesel stellt den Golem als gefühlsmäßigen, instinktiven Retter und Beschützer der Juden des Ghettos dar. Der aus Lehm geschaffene Golem ist kein dummes Monster, sondern ein fühlendes Wesen. Der Prager Maharal, Rabbi Löw, hat ihn geschaffen, um die jüdische Gemeinde im Ghetto vor Verfolgung und Ritualmordlegenden zu schützen. Möglicherweise half dabei die Verbindung des Rabbis zu Kaiser und König Rudolf II, der in Prag lebte und magiebesessen war. Etwa 10 Jahre nach seiner Erschaffung wird der Golem wieder zu Staub und lebt bis heute in den Herzen der Menschen weiter. Richard Keuler sprach in seinen Dankesworten den Wunsch und die Hoffnung aus, dass wir den Golem angesichts der antisemitistischen und fremdenfeindlichen Entwicklungen nicht nötig haben werden. Er wies darauf zudem hin, dass die ausgestellten Gemälde noch bis Sonntag, 1. Februar, in der ehem. Synagoge verbleiben und Paul Petzel selbst am Sonntag von 14:00 - 17:00 Uhr anwesend sein wird.

Richard Keuler (rechts) bedankte sich bei Paul Petzel und Hildegard Meier für die bemerkenswerte Ausstellung und Lesung. Foto: Gisela Reichrath

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