Brexbachtalbahn e.V. hat den Bogen raus
Bendorf. Mit sechs Bögen überspannt das große, 1884 gebaute Sayner Viadukt das Brexbachtal zwischen den Haltepunkten Abtei/Kletterwald und dem Pfadfinderlager. Es ist das größte und höchste der insgesamt 30 Brücken der Brexbachtalbahn auf ihrem Weg vom Rhein in den Westerwald. Sie machen die Strecke zusammen mit den sieben Tunneln zu einer der landschaftlich schönsten Nebenbahnen Deutschlands. Auf 21 km verbindet sie zudem eine Vielzahl einmaliger und wertvoller kulturhistorischer Zeugnisse und Baudenkmäler aus unterschiedlichen Epochen mit einer architektonisch beeindruckenden Vielfalt. Dazu zählt neben dem Schloss Engers, Burg und Schloss Sayn, Sayner Hütte, Heins Mühle, die Abtei und die Burg Grenzau auch das aus heimischem Naturstein gemauerte Bauwerk selbst. Es ist damit eine der bauhistorisch besonderen Attraktionen und Wahrzeichen im Kulturpark Sayn. Besonders die seitlichen Schmuckrosetten aus Backstein lassen mit ihrer Verzierung erahnen, mit welchem Respekt, Haltung und auch Liebe die damaligen Erbauer zu Werke gingen. Solche Bauwerke sind heute ein wertvolles Zeichen gegen alles Uniforme in Architektur und Städtebau mit Bindung an einen Ort, seine Geschichte und dessen Ausstrahlung. Für die Reaktivierung ist es dem Betreiber und dem Verein deshalb besonders wichtig, die Authentizität und den Charakter der Bahn und so viel wie möglich von deren historischen Substanz zu erhalten. Dafür werden schadhaften Bereiche wenn nötig auch mit großem Aufwand gesichtet, gesichert und mit speziellem Handwerkszeuge, Gerätschaften und Maschinen aller Art fachgerecht repariert. Manchmal jedoch reichen die eigenen Kapazitäten und Fähigkeiten dafür nicht aus, dann kommen Fachleute zur ehrenamtlichen Hilfe. So wie in der letzten Woche. Im Rahmen der anstehenden Brückenprüfung zur Vorbereitung der Inbetriebnahme des nächsten Abschnitts zwischen Bendorf und Grenzau wurde das Viadukt seitlich gesäubert und von allem möglichen - auch kleinteiligem - Bewuchs befreit. Meter für Meter nahmen sich die Aktiven dabei gründlich vor, schauten und prüften sorgsam, welche Technik und welches Material als Nächstes benötigt wird. Historische Bauteile konnten so gesichert, stabilisiert oder teilerneuert werden. Dabei kam auch ein Profikletterer zum Einsatz, der seit einigen Monaten den Verein als neues Mitglied unterstützt sowie ein Hubsteiger der Firma Baumpflege Wirges. Dafür an dieser Stelle besten Dank. Ein Projekt wie der Erhalt und die Reaktivierung der Brexbachtalbahn allein durch bürgerliches Engagement ist nur in der Zusammenarbeit und dem gemeinsamen Interesse von Menschen möglich, die etwas in Bewegung setzten und Zukunft gestalten wollen. Denn sie wissen: „Vorsprung hat, wer anpackt.“ Das ist grade aktuell ein gutes und wichtiges Signal in eine Gesellschaft für mehr Eigenverantwortung, Handlungswillen und Klimaschutz.
Meter für Meter nahmen sich die Aktiven dabei gründlich vor, schauten und prüften sorgsam, welche Technik und welches Material als Nächstes benötigt wird.
Im Rahmen der anstehenden Brückenprüfung zur Vorbereitung der Inbetriebnahme des nächsten Abschnitts zwischen Bendorf und Grenzau wurde das Viadukt seitlich gesäubert und von allem möglichen - auch kleinteiligem - Bewuchs befreit.Fotos: privat