Allgemeine Berichte | 21.11.2018

Niederdreeser erinnert sich an seine Zeit als Züchter vor über 60 Jahren

Brieftauben – eine Leidenschaft mit Tradition

Heinrich Schurz übergab alte Unterlagen an die Reisevereinigung Meckenheim

Heinrich Schurz und Werner Brück (v.l.).privat

Niederdrees. Der Niederdreeser Heinrich Schurz (81) fand beim Aufräumen über 60 Jahre alte Fotos und Dokumente aus seiner Zeit als Brieftaubenzüchter, die viele Erinnerungen weckten. Seine Leidenschaft teilten damals allein in Niederdrees sechs weitere Züchter: Josef und Matthias Schweinheim, Josef Büser, Johann Joosten, Matthias Euenheim und Ernst Hitz.

Konstatierung erfolgt heute elektronisch

Heinrich Schurz übergab nun seine 64 Jahre alten Siegerlisten an Werner Brück (71) von der Reisevereinigung Meckenheim, die 1949 von Franz Leuchter gegründet wurde und sich bis heute aus den umliegenden Vereinen zusammensetzt.

Anfangs wurden die Brieftauben in Körben zum Sägewerk Bertram in der Meckenheimer Bahnhofstraße gebracht, erhielten dort einen nummerierten Gummiring zusätzlich zum Verbandring, wurden in einen Waggon verladen und von Jean Schumacher bis 1959 auf ihren Reisen begleitet. Seit 1960 werden die Tauben in einem Spezial-LKW (Kabinenexpress) transportiert und tragen nun einen Verweil-Chipring am linken Bein zur inzwischen elektronischen Konstatierung.

Werner Brück besitzt noch eine frühere verplombte Konstatieruhr, in der die Ankunftszeit der Taube auf einer Papierrolle festgehalten wurde, womit nach Öffnung ermittelt werden konnte, wie viel Zeit zwischen dem Start des Vogels und seiner Rückkehr vergangen war.

Früher wurde noch gewettet

Damals wie heute unterscheidet man zwischen der „Altreise“ von 180 bis 600 Kilometern und der „Jungreise“ für Jungvögel zwischen 100 und 300 Kilometern. Das Ziel für den Züchter besteht darin, möglichst viele der Rückkehrer im ersten Drittel platziert zu haben. Die Reihenfolge der Siegerliste ergibt sich daraus, welche Taube die meisten Meter in der geringsten Zeit geflogen ist. Die Nummer des Vogels und der Name des Züchters werden in der jeweiligen Preisliste festgehalten und für Meisterschaften gewertet.

Früher gab es noch Wetten auf Siegertauben, aber diese Zeiten sind vorbei. Bei Heinrich Schurz, der als 17-Jähriger von der Leidenschaft des Brieftaubenzüchtens gepackt wurde, ist auch heute noch die Begeisterung zu spüren, wenn er sich an diese Zeit zurückerinnert. Das Aufräumen hat sich gelohnt.

Heinrich Schurz 1955.

Heinrich Schurz 1955.

Eine Urkunde von 1952.

Eine Urkunde von 1952.

Heinrich Schurz und Werner Brück (v.l.).Fotos: privat

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