Allgemeine Berichte | 08.08.2016, 11:44 Uhr

Wegen nächtlicher Raser droht Sperrung der Arzdorfer Brücke

Brückenerneuerungen in Wachtberg rücken in greifbare Nähe

Beauftragte Ingenieure mitten in der Planungsphase

Unterhalb der Behelfsbrücken sind die Folgen der Zerstörung noch gegenwärtig. -CEW-
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Wachtberg. Erst zweieinhalb Monate ist es her, dass das historisch beispiellose Unwetter in Wachtberg ein bisher ungekanntes Maß an Zerstörung mit sich brachte. Straßenteile, Brücken, ganze Gartenhäuser wurden weggeschwemmt, von den massenhaft voll Wasser gelaufenen Häusern ganz zu schweigen. In Deutschland ist der Bürger daran gewöhnt, dass Ausschreibungsverfahren für Brückenbauten ihre Zeit brauchen. Damit ist man auch ans Warten gewöhnt. Den Zeitplan, der in Wachtberg vorgelegt wurde, nachdem mehrere Straßen wegen zerstörter Brücken nicht mehr passierbar waren, kann sich sehen lassen. Jetzt, nur rund zwei Monate nach dem Unwetter, konnten schon die Aufträge zur Planung an die Ingenieurbüros vergeben werden. Damit rückt die Erneuerung der Brücken in immer greifbarere Nähe.

Sobald die Planungen abgeschlossen sind, erfolgt die Abstimmung mit der Bezirksregierung. Auch eine Neueinschätzung des Godesberger Bachs, der bisher nicht als überschwemmungsgefährdet galt, muss unter Umständen erfolgen. Die Erneuerung der Brücken soll so zügig wie möglich, aber mit so viel Umsicht wie möglich vonstattengehen. In Pech liegt der Vorrang klar bei der Brücke an der Pecher Hauptstraße, der stärker befahrenen Strecke. Bei den neuen Bauwerken sollen mögliche Gefahren durch erneute Überschwemmungen berücksichtigt werden, um die Bürger vor neuerlichem Schaden zu schützen, soweit dies durch Vorsorgemaßnahmen möglich ist.

Auch Straßen-NRW hat gute Neuigkeiten: Der Neubau des Durchlasses in Arzdorf konnte bereits in Auftrag gegeben werden. Ein Ortstermin mit dem durchführenden Unternehmen wurde Ende Juli realisiert. Um die Vorbereitungszeit und die Bauzeit möglichst gering zu halten, hat man sich nicht für einen Betonguss vor Ort entschieden. Eine solche Lösung hätte inklusive Aushärtezeiten eine Bauzeit von mindestens drei Monaten in Anspruch genommen. Fertigteile werden stattdessen vollständig vorbereitet, damit die Bauzeit und die damit nötige Vollsperrung der Strecke möglichst kurz gehalten werden können. Wenn keine bisher unbekannten Hindernisse und böse Überraschungen beim Abtrag der alten Brückenteile zutage treten, soll der Bau laut Planung lediglich sechs Wochen in Anspruch nehmen. Der neue Durchlass wird dann lichte Maße von etwa 1,90 Meter in der Weite und 2,20 Meter in der Höhe betragen. Somit hat das Wasser bei einem Anschwellen des Arzdorfer Bachs erheblich mehr Platz zum Abfließen als in dem alten, nur etwa 1,50  mal 1,50 Meter großen, gemauerten Gewölbedurchlass.

Eine Umleitung soll entsprechend der Umleitung im Juni wie folgt ausgeschildert werden: Die Alte Landstraße (L123) wird ab dem Einkaufszentrum in Berkum gesperrt, gefahren werden soll über den Wachtbergring (K58) bis zur Pecher Landstraße (L158). Dort geht es nach links weiter bis zur Kreuzung, an der es nach links auf den Villiper Weg (L267) zur Burg Gudenau an Villip vorbei geht. Folgt man dieser Straße, so kommt man zu der Kreuzung in Arzdorf unweit der gesperrten Brücke. Umgekehrt gilt die Umleitung genauso.

Dass diese Umleitung die Zeit für diese Fahrstrecke vervielfacht, liegt in der Natur der Sache. Dass solche Umstände vielleicht schon vor der Bauzeit der Brücke im Rahmen von Nachtsperrungen nötig werden, wäre jedoch vermeidbar. Weil viele Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Behelsbrücke halten, haben nicht nur die direkten Anwohner unter einer erhöhten Lärmbelastung zu leiden. Wegen der Tallage des Orts wird der Schall weit übertragen, sodass ein großer Teil der Bewohner Arzdorfs das ständige Gerappel der Brückenbohlen hört. Natürlich ist jeder für die Behelfsbrücke dankbar. Ebenso weiß jeder, dass die Brücke eben dieses Wermutströpfchen als notwendiges Übel mitbringt. Straßen-NRW hat bereits auf die Anfragen der Bewohner reagiert und zwischen Bohlen und tragenden Stahlplatten eine lärmdämpfende Schicht aufgetragen. Aber auch diese Maßnahme kann nicht verhindern, dass besonders nachts manche Autofahrer mit teilweise vierfach erhöhter Geschwindigkeit einen großen Teil der Ortsbewohner aus dem Schlaf reißt. Weil dies kein Einzelfall ist, wurde bereits eine Nachtsperrung vorbereitet, die von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gelten wird, wenn die Lärmbelästigung durch rücksichtslose Autofahrer nicht aufhört. Bisher hoffen Bewohner und Straßenbetreiber nach dem Aufstellen des Hinweisschildes „Lärmschutz“ auf die Vernunft der Fahrzeugführer. Immerhin ist es im Interesse aller Straßennutzer, dass die ohnehin nur eingeschränkt nutzbare Strecke wenigstens bis zum Baubeginn des neuen Durchlasses befahrbar bleibt.

Wegen nächtlicher Raser droht an der stark frequentierten Brücke in Arzdorf eine Nachtsperrung.

Wegen nächtlicher Raser droht an der stark frequentierten Brücke in Arzdorf eine Nachtsperrung.

Mancherorts liegen immer noch Sandsäcke für den Fall der Fälle bereit.

Mancherorts liegen immer noch Sandsäcke für den Fall der Fälle bereit.

Unterhalb der Behelfsbrücken sind die Folgen der Zerstörung noch gegenwärtig. Fotos: -CEW-

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