Allgemeine Berichte | 07.01.2021

VSR-Gewässerschutz e.V.

Brunnenbesitzer ärgern sich über Nitratbelastung im Wasser

Dipl. Ing. Peter Brücker (ehrenamtlicher Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst) nimmt eine Wasserprobe einer interessierten Brunnenbesitzerin entgegen. Fotos: Marc Gater

Mayen. Der VSR-Gewässerschutz e.V. musste leider wieder vielen Bürgern mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Das frustriert gerade die Familien, die ihren Garten gerne nutzen. Im Sommer wird dort viel Wasser benötigt, um das selbst angebaute Gemüse zu gießen oder das Planschbecken für die Kinder zu füllen. Dafür möchten viele Gartenbesitzer kein Leitungswasser

verschwenden, sondern ihren Brunnen nutzen. Ob das ohne Gesundheitsgefährdung möglich ist, wollten in diesem Jahr 14 interessierte Bürger wissen und ließen ihre Wasserproben am Informationsstand am 30. September in Mayen untersuchen. Jeder zweite Brunnenbesitzer aus dem Raum Mayen – Plaidt wurde enttäuscht: Die Nitratkonzentration ihrer Wasserprobe überschreitet den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Die Ursache für die hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist die intensive Landwirtschaft, die nur mit Subventionen so wachsen konnte. „Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehen und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die gemeinnützige Organisation fordert von der Politik, dass Subventionen nur noch an Landwirte mit einer gewässerschonenden Bewirtschaftung gezahlt werden.

Dipl.-Phys. Harald Gülzow und Dipl.-Ing. Peter Brückner fanden bei den Untersuchungen 104 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Mertloch. Weiteren mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Rüber mit 70 Milligramm pro Liter (mg/l), in Kürrenberg mit 64 mg/l, in Fressenhof mit 100 mg/l, in Kruft mit 72 mg/l und in Plaidt mit 60 mg/l fest. Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten sich viele Brunnenbesitzer wütend über die Nitratbelastung der Region. Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist. Vielen Bürgern wurde durch ihr eigenes Ergebnis klar, wie stark das Grundwasser in ihrer Region bereits belastet ist und möchten eine Änderung Der VSR-Gewässerschutz fordert die Agrarpolitik auf die anstehende EU-Agrarreform so zu gestalten,

dass die Nitratbelastung unserer Gewässer verringert wird. Die Subventionen an Betriebe, die das Grundwasser stark belasten, haben große Probleme geschaffen. Nur die großen Betriebe konnten mit intensiver Bewirtschaftung den Dumpingpreisen der Discounter standhalten. Die bäuerliche Landwirtschaft wurde verdrängt und die ökologische Landwirtschaft konnte nicht so wachsen, wie es für eine gesunde Umwelt notwendig wäre. Hier wird auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern verzichtet. Die Zahl der Tiere orientiert sich an der Fläche, die dem Betrieb zur Verfügung steht. So werden Nährstoffüberschüsse bestmöglich vermieden. Der ökologische Landbau kann die von der Agrarindustrie hervorgerufene Nitratbelastung erheblich verringern. Er bedarf daher wesentlich mehr Unterstützung. „Die Agrarlobby darf nun die wichtigen Entscheidungen zu einer gewässerschonenden Landwirtschaft nicht wieder untergraben“, so Susanne Bareiß-Gülzow. „Es wird höchste Zeit für eine Agrarpolitik, die sich ihrer ökologischen Verantwortung bewusst ist und eine umweltverträgliche und nachhaltige Landwirtschaft fördert.“

Interaktive Nitratkarte

Auf einer interaktiven Nitratkarte veranschaulicht der VSR-Gewässerschutz in welchen Regionen

die Nitratbelastungen besonders hoch sind (www.vsr-gewässerschutz.de/nitratbelastung).

Durch die große Unterstützung der Brunnennutzer konnten die Umweltschützer auch im Raum

Mayen die Nitratbelastung im oberflächennahen Grundwasser bestimmen.Pressemitteilung

VSR-Gewässerschutz e.V.

Dipl.-Phys. Harald Gülzow analysiert eine Wasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz

Dipl.-Phys. Harald Gülzow analysiert eine Wasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz Foto: Marc Gater / VSR-Gewässerschutz

Umweltschützer untersuchen Brunnenwasserproben auf Nitrat - Überdüngung der Böden belastet das Grundwasser.

Umweltschützer untersuchen Brunnenwasserproben auf Nitrat - Überdüngung der Böden belastet das Grundwasser. Foto: Marc Gater

Dipl. Ing. Peter Brücker (ehrenamtlicher Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst) nimmt eine Wasserprobe einer interessierten Brunnenbesitzerin entgegen. Fotos: Marc Gater Foto: Marc Gater

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Rund ums Auto
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
498

Region. Aufgrund der anhaltenden extremen Hitze stellt National Express am Samstag, 27. Juni 2026, den Betrieb der Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11 im Zeitraum von 13:00 Uhr bis voraussichtlich 19:00 Uhr vorübergehend ein. Die Maßnahme dient dem Schutz der Fahrgäste und Mitarbeitenden und soll verhindern, dass es unter den aktuellen außergewöhnlichen Wetterbedingungen zu ungeplanten Zugausfällen auf freier Strecke kommt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
707

Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren

A3: Rechter Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt

Dierdorf/Wittgert. Auf der A3 in Richtung Köln ist zurzeit der rechte Fahrstreifen wegen Bergungsarbeiten gesperrt. Dies meldet der ADAC. Die Sperrung befindet sich zwischen Dierdorf und dem Rastplatz Welschehahn. Ortskundige Verkehrsteilnehmende sollten das Gebiet weiträumig umfahren. BA

Weiterlesen

So wird es vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände aussehen. 50000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet
1630

Kruft. Rund 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zu einer Informationsveranstaltung im Vorfeld der Jalsa Salana, die vom 04. bis 06.09.2026 auf dem Flugplatzgelände in Mendig stattfindet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Verkehrsführung zu den Auswirkungen der Veranstaltung auf die Anwohnerinnen und Anwohner.

Von Andreas Lung aus Kruft

Weiterlesen