Allgemeine Berichte | 01.03.2019

Die kleinen Autoren von der Grundschule Plaidt

Buchprojekt wird mit einer Lesung des Autors Björn Berenz gekrönt

Der Autor Björn Berenz bestaunt die Werke der Nachwuchs-Autoren. Fotos: -UBU

Plaidt. Gerade mal in der Grundschule, und doch schon ein eigenes Buch geschrieben – dass muss den Kindern von der Grundschule Plaidt erstmal jemand nachmachen. Stolz stellten sie ihre Bücher jetzt vor.

„Die Kinder haben die Texte selber geschrieben und ihre Werke auch selbst illustriert,“ erzählt Evelyn Eichmann, die seit acht Jahren einmal pro Woche nachmittags die Kunst- und Foto AG an der Grundschule betreut und derzeit ihr Anerkennungsjahr dort absolviert.

Das Buchprojekt ist Teil ihres Abschlussprojektes für ihre Ausbildung zur Erzieherin. „Die Kreativität der Kinder zu fördern hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich vor zwei Jahren dazu entschlossen habe noch einmal die Schulbank zu drücken“, erzählt Eichmann und betont, dass sie an der Berufsbildenden Schule (BBS) Bad Neuenahr-Ahrweiler bei Weitem nicht die Klassenälteste sei.

Als es vor zwei Monaten darum ging, sich für ein Projekt für ihre Abschlussarbeit zu entscheiden, hat die angehende Erzieherin ganz demokratisch eine Kinderkonferenz einberufen. Die Entscheidung der vier Erstklässler und zwei Zweitklässler, die ihre Kunst-AG besuchen, war nahezu einstimmig. „Ein Buch selbst zu gestalten, fanden die Kids mehrheitlich am spannendsten“, sagt Eichmann. Nach einer kurzen Buchkunde in der Schulbücherei haben die Kids schließlich losgelegt. Jedes Kind durfte seine eigene Geschichte schreiben. „Die meisten entstanden aus der Fantasie der Kids. Während Jana Weihnachtsgeschichten dichtete, hatten es Felix die Ritter angetan. Es waren aber auch Sachbücher dabei.“ So hat Sami aus der Klasse 2b ein Buch über Vulkane beigesteuert. „Der Klasse 2b, um Klassenleiterin Angelika Dähler, hat das Projekt so gut gefallen, dass sie sich uns angeschlossen und auch ihre eigenen Bücher gestaltetet hat“, freut sich Eichmann über das große Interesse an ihrem Konzept. Vorgaben habe es keine gegeben.

Die Kinder konnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen

Die Kinder sollten ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Auch die Rechtschreibung wurde nicht korrigiert. „Das hätte die Kinder entmutigt und die Kreativität ausgebremst“, ist Eichmann überzeugt. „Am meisten Spaß hatten die Nachwuchsautoren am Bebildern ihrer Werke.“ Die Kids waren bei dem Projekt nicht nur Schriftsteller, sonder gleichzeitig auch Illustratoren und ihr eigener Verlag. Denn nachdem ihre Geschichten zu Ende erzählt waren, haben die Schülerinnen und Schüler die Seiten zurechtgeschnitten und mit Hilfe eines Tackers gebunden. „Aus den vielen kleinen Büchern soll später noch ein gebundenes Gesamtwerk entstehen“, schmiedet Evelyn Eichmann weitere Pläne. „Das wird dann natürlich lektoriert“, betont sie.

Besuch des Autors Björn Berenz

Krönender Abschluss ihres Buch-Projekts, war der Besuch des Koblenzer Autors Björn Berenz. Stolz präsentierten die Kinder dem Profi ihre Werke. Zur Belohnung hatte dieser den jungen Autoren selbst eine Geschichte mitgebracht. In einer interaktiven Lesung, untermalt mit Sound- und Lichteffekten und zahlreichen Alien-Gadgets, ließ der Autor die Geschichte um Kimi Kaballo aus dem urkomischen Alien-Invasions-Comic-Logbuch Akte Ahhh…! lebendig werden. „Gibt es eigentlich Außerirdische?“, fragte der Autor die Kids. Die meisten Schüler antworteten mit Nein, doch ganz sicher schienen sie sich nicht zu sein. Denn schnell sind sie mitten im Abenteuer und fiebern mit dem Protagonisten Kimi Kabello mit. Der junge Hobbyforscher ist entsetzt, als die Hinweise für eine Alien-Invasion sich häufen und kein Erwachsener ihm glauben will.

Zum Autor

Der gebürtige Koblenzer Björn Berenz, der heute mit seiner Familie in Polch lebt, war lange Jahre Chefredakteur für Kinder- und Jugendzeitschriften beim Pavel Mövick Verlag in Rastatt. Später ist er dann in die Redaktion Perry Rhodan gewechselt. Dort kam er mit zahlreichen deutschen Autoren in Kontakt und hat so seine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt. 2012 hat er seinen ersten Roman veröffentlicht, seither folgte jedes Jahr ein Buch. Angefangen hat der 41-jährige im humoristischen Bereich, es folgten Krimis sowie auch Frauenromane, die er unter einem Pseudonym veröffentlicht. 2017 hat der zweifache Familienvater seine Leidenschaft für Kinderbücher entdeckt und mittlerweile bereits den zweiten Band unter dem Titel „Akte Ahhh…!“ veröffentlicht.

„In diesen Büchern geht es um nichts fantastisches“, sagt der Autor. Die Bücher seien komplett realistisch aufgebaut, dass heißt, alles finde nur in der Fantasie des Protagonisten Kimi statt. „Später stellt sich dann heraus, dass alles ganz gewöhnlich zu erklären ist“, sagt der Autor. Das sei der Grundgedanke.

Derzeit ist Berenz viel auf Lesungen unterwegs. „Bis August dieses Jahres sind es 60 an der Zahl. Ich gehe aber davon aus, dass es bis Ende des Jahres noch weitaus mehr werden“, sagt Berenz. Besonders gerne liest er vor Kindern. Für das Projekt der Plaidter Grundschüler findet Berenz nur lobende Worte: „Ich bin total begeistert von der Kreativität des Nachwuchses. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Schade, dass ich nicht genügend Zeit hatte, mir jedes einzelne Werk durchzulesen“, bedauert Berenz.

Die angehende Erzieherin präsentiert das mit den Kids ihrer Kunst-AG entstandene Buchprojekt

Die angehende Erzieherin präsentiert das mit den Kids ihrer Kunst-AG entstandene Buchprojekt

Der Autor Björn Berenz mit den Nachwuchsautoren um Evelyn Eichmann.

Der Autor Björn Berenz mit den Nachwuchsautoren um Evelyn Eichmann.

Der Autor Björn Berenz bestaunt die Werke der Nachwuchs-Autoren. Fotos: -UBU

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  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
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