Drei Fragen an den Landrat zur Bürgerumfrage „Regionaler Energiewende-Kompass“
Bürger sollen Zukunft mitgestalten
Teilnahme ist ganz einfach – 50 Städte und Verbandsgemeinden machen mit
Kreis Cochem-Zell. Der Landrat des Landkreises Cochem-Zell, Manfred Schur, beantwortete drei Fragen zum Status der aktuellen Bürgerumfrage „Regionaler Energiewende-Kompass“.
Herr Landrat, noch bis 30. September läuft die von 50 Kommunen und der Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) initiierte Bürgerumfrage „Regionaler Energiewende-Kompass“ zur Akzeptanz der Energiewende. Welche Erwartungen knüpfen Sie an die Ergebnisse?
Ziel der Umfrage ist es, von den Bürgerinnen und Bürgern zu erfahren, wie sie die regionale Energiewende sehen, was sie gut und weniger gut finden und wie sie sich die Energiezukunft vorstellen. Die Bürgerbefragung dient dazu, ein ganzheitliches Bild der Situation zu gewinnen. Durch sie werden objektive Daten wie Wertschöpfung, Zubau an regenerativen Energien und Reduktion des Kohlendioxidausstoßes, die ebenfalls beim Energiewende-Kompass erhoben werden, um subjektive Daten der Bevölkerung ergänzt. Das halte ich für ganz wichtig, um die Weichen für die Zukunft auch im Sinne der Bürger zu stellen.
Wie stark wollen sich Bürger mit Fragen der Energieversorgung denn überhaupt befassen? Was sagt die Teilnahmequote nach der Halbzeit der Umfrage darüber aus?
Es gibt ein reges Interesse der Bürgerinnen und Bürger, was sich an den erfreulichen Teilnehmerzahlen in manchen Städten und Gemeinden spiegelt. Es dürften jedoch gerne noch mehr mitmachen – das würde den Wunsch der Bürger klarer machen, was wichtig ist für die politische Ausrichtung. Denken wir nur an die jüngsten Entscheidungen in der Europäischen Union. Bürgerinnen und Bürger wollen heute sehr wohl gefragt werden, wenn es um die Gestaltung ihres Lebensumfelds geht. Ich finde das auch richtig. Je mehr sie sich mit aktuellen Themen befassen und einbringen, desto eher stehen sie nachher auch hinter den Entscheidungen und deren Auswirkungen. Wir wollen durch die Umfrage ja bewusst den Einfluss der Bürger auf die Energiewende stärken. Denn sie entscheiden mit ihrem Verhalten im persönlichen Umfeld, ob diese erfolgreich wird oder ein politischer Beschluss bleibt.
Raten Sie Bürgerinnen und Bürgern zur Teilnahme an der Online-Befragung. Und was bringt sie ihnen konkret?
Unbedingt rate ich allen ab 16 Jahren, mitzumachen – und das nicht nur, weil unter den Teilnehmern attraktive Preise verlost werden, darunter ein E-Bike. Im Ernst: Bürger profitieren von den Ergebnissen und das Ausfüllen des Bogens dauert auch nur 15 Minuten. Die Studie gibt Kommunen Hinweise, wie sie die bürgerliche Zufriedenheit und damit die Lebensqualität steigern können, wie es um die Akzeptanz der bisherigen Energiewende-Projekte steht und was die Bürger bereit sind, mitzugehen. Von daher begrüße ich es auch sehr, dass Städte und Gemeinden aus unserer Region diese Aktion zusammen mit der evm initiiert haben. Große Veränderungen wie der Umbau der Versorgung gelingen nur gemeinsam. Hier ziehen alle an einem Strang. Das stimmt mich positiv. Denn eine langfristig sichere, bezahlbare und klimaschonende Energieversorgung ist Basis für die Lebensqualität und Wirtschaftskraft.
Teilnahme: bis 30. September unter evm.de/Energiewendekompass Online-Fragebogen ausfüllen. Teilnehmen darf jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist. Der Städte- und Gemeindebund Rheinland-Pfalz unterstützt unter anderem das Projekt.
