Seniorensitzung der Rheinbacher Stadtsoldaten
Bürgermeister sammelten für guten Zweck – und bekamen Ärger
Markenrechte als „Sternsinger“ widerrechtlich gebraucht – Spende über 2378,20 Euro an Kommandant Willi Hohn überreicht
Rheinbach. Kaffee, Kuchen, Karneval – für die etwas älteren Rheinbacher Jecken eine fast unschlagbare Kombination. Kein Wunder, dass die Seniorensitzung des Rheinbacher Stadtsoldatencorps in der Stadthalle einmal mehr sehr gut besucht war. Hier zeigten nicht nur sämtliche Abteilungen der Stadtsoldaten, vom Kindercorps über den Musikzug bis zu den Tanzgruppen, ihr Können, sondern es gab auch noch Kaffee, Kuchen und belegte Brötchen für die Gäste.
Bei der Finanzierung der Veranstaltung hatte Kommandant Willi Hohn diesmal namhafte Unterstützer, denn das „Bürgermeister-Dreigestirn“ war vom närrischen Dreigestirn in seinen närrischen Geboten dazu verdonnert worden, bei den Rheinbacher Geschäftsleuten für die Veranstaltung zu sammeln. Das taten Bürgermeister Stefan Raetz und seine beiden Stellvertreter Claus Wehage und Karl-Heinz Kerstholt auch, und das überaus erfolgreich. Sie überreichten, verkleidet als die „Heiligen Drei Könige“, einen Scheck über 2378,20 Euro an Hohn und seine Stellvertreterin Marion Möller. Der „rote“ Vizebürgermeister Kerstholt trat dabei als „Schwarzer“ auf, während Wehage mit seinem feuerroten Umhang durchaus auch als Vater von Jürgen Drews, dem „König von Mallorca“, hätte durchgehen können.
Ein Meckenheimer hatte sie angeschwärzt
Allerdings, so Raetz, habe er jetzt ein Problem, denn ein Meckenheimer habe das Bürgermeister-Dreigestirn angeschwärzt, weil es die Markenrechte als „Sternsinger“ widerrechtlich gebraucht hätten. „Aber auch das werde ich überleben“, gab er sich gelassen. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ war nicht amüsiert darüber, dass er und seine Mitstreiter als „Heilige Drei Könige“ Spenden sammelten. Es sei zwar die Intention erkennbar gewesen, Menschen mit den finanziellen Mitteln einen frohen Karneval zu bereiten, heißt es in einem Schreiben an Raetz, und das sei anerkennenswert und aller Ehren wert. In dieser Form sei das aber nicht zulässig, die Kindermissionswerk und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend veranstaltete Aktion und die damit verbundenen Zeichen seien markenrechtlich geschützt. Dadurch seien Sammlungen, die mit der „Sternsingeraktion“ verwechselt werden könnten, nicht erlaubt. „Vielleicht sammeln Sie im kommenden Jahr in einem anderen Kostüm?“, regten Dr. Thilo Esser, Bereichsleiter Inland, an. Ein Bürger aus Meckenheim hatte das Kindermissionswerk eingeschaltet.
Eine weitere Spende in Höhe von 1500 Euro überreichte Vorstandssprecher Burkhard Kraus von der Raiffeisenbank Voreifel, bevor das närrische Programm begann. Mit dabei war unter anderem „Dr. Kölsch“ Jupp Muhr mit seinem Mitsing-Karnevalskonzert „Fastelovend zesamme.“ Und natürlich gaben sich auch sämtliche Tollitäten aus Rheinbach und seinen Ortschaften die Ehre. Für den Fahrdienst vor allem zu den Senioreneinrichtungen in der Stadt, aber auch für betagte Privatpersonen, zeichneten das DRK und der Malteser Hilfsdienst verantwortlich. JOST
Bei der Seniorensitzung der Rheinbach Stadtsoldaten übergab das Bürgermeister-Triumvirat mit (von rechts) Vizebürgermeister Kalle Kerstholt, Bürgermeister Stefan Raetz und Vizebürgermeister Claus Wehage einen Scheck über 2378,20 Euro an Kommandant Willi Hohn (links) und seine Stellvertreterin Marion Möller. Foto: JOST
