Zerstörte Gedenktafel an der Mikwah in Selters
„Widerlich und abscheulich“: Bürgermeister setzt Belohnung aus
Selters. Es ist eine Tat, die kaum jemanden unbewegt lässt. Am Sonntag, 28. August wurde gegen Mitternacht die gläserne Gedenktafel an der Mikwah in der Bahnhofstraße eingeschlagen und zerstört. Die Mikwah, eine Art im Boden eingelassenes Badebecken, diente den Angehörigen der einst großen jüdischen Gemeinde in Selters der Reinigung von Seele und Herz.
Um 1820 lebten 62 Menschen jüdischen Glaubens in der Stadt, die insgesamt zehn Prozent der gesamten Bevölkerung der damaligen Zeit ausmachte. Nach 1933 wurden auch die Selterser Juden Opfer von politisch motivierten Repressalien der Nationalsozialisten. 1938 kam es zunächst zu Aufständen, die in ungezügelter Gewalt mündeten. Im September wurden Fensterscheiben eingeschmissen und im November brannte die Synagoge von Selters, als die Gewalt ihren traurigen Höhepunkt nahm. 36 Juden wurden in den Vernichtungslagern der Nazis umgebracht. Mit Simon Danzig verließ am 3. Oktober 1939 den Ort. Selters galt als „judenfrei“, wie es im Jargon der NS-Schergen hieß.
„Widerlich und abscheulich“
Die Mikwah ist einer der letzten Orte, die von der einst blühenden jüdischen Kultur in Selters zeugt. Dass die Tafel, die gleich bei der Mikwah in der Arkade der Bahnhofstraße nun zerstört werde, stimmt viele Menschen traurig, darunter auch Rolf Jung, Stadtbürgermeister von Selters. „Es ist schlimm“, sagt Jung. „Es trifft ins Herz.“ Jung vermutet, dass die Schautafel mit einem Schlagwerkzug zerstört wurde, möglicherweise mit einem Baseballschläger oder einem Nageleisen. Für Hinweise, die zur Aufklärung führen, lobte Jung vergangene Woche einen Betrag von 500 Euro aus.
Mit Betroffenheit reagierte auch die Beauftragte der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen, Monika Fuhr, auf die Zerstörung der Gedenktafel für Juden in Selters. „Der Angriff auf die Gedenktafel ist widerwärtig und abscheulich,“ erklärte die Beauftragte. Monika Fuhr versicherte den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern ihre Solidarität. „Jüdisches Leben und jüdische Kultur gehört zu Rheinland-Pfalz.“ Dafür, dass Rolf Jung nun eine Belohnung ausgelobt hat, dankte Fuhr dem Bürgermeister. „Ich hoffe, dass wir schnell Klarheit darüber bekommen, wer die Tafel zerstört hat“, fügt sie hinzu.
Zeugen und Hinweise gesucht
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion in Montabaur entgegen. Zeugen, die sachdienliche Angaben zur Tat beziehungsweise den Tätern machen können, werden gebeten sich mit der Polizei n Verbindung zu setzen:
Tel.: (0 26 02) 92 26, E-Mail: pimontabaur@polizei.rlp.de, ROB
Die Tafel im unversehrten Zustand. Foto: KH
Artikel melden
Mayener und Neuwieder Familien Heinen auf „Mein Schiff 4“: Aus dem Urlaub wird ein Alptraum
- J. Traut: Wir haben die Reise in den vorderen Orient auch mit der Meinschiff 5 ( ca. 5 Monate vorher gebucht) gemacht. Wir hatten das Glück am 7.2 wieder zurück zu sein. Ich hatte mich vor der Reise auch beim Veranstalter wegen einer Stornierung erkundigt.
- K. Schmidt: Unabhängig von irgendwelchen offiziellen "Reisewarnungen" (und wer prüft die wirklich, bevor er etwas bucht?) hätte ein klein wenig Mitverfolgen der täglichen Nachrichtenlage schon ausgereicht, um sich...
Standorte von Verteilerkästen überdenken
- K. Schmidt: Eine ernstzunehmende Forderung wäre das, wenn es einen konkreten Vorschlag dazu gäbe, wo/wie man die Vielzahl an Schaltkästen anderweitig platzieren möchte, und das am liebsten auch ohne das die Telefon- bzw.
Unterstützung für Dorfprojekte im Kreis Ahrweiler
- K. Schmidt: Die Gemeinden haben immer größere Finanzprobleme. Der Landkreis finanziert sich überwiegend über Umlage aus den Gemeinden. Die Kreisumlage (u.a.) steigt, die Gemeinden können weniger machen, Vereine/Initiativen...
Allgemeine Berichte
Es geht weiter: Geist und Seele, Körper und Geist in Mülheim-Kärlich wieder in Bewegung
Mülheim-Kärlich. Der Bewegungskreis Mülheim-Kärlich ist zurück:
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Gemeinschaft, Kreativität und Bewegung: Frühlingsvielfalt beim BürgerSTÜTZPUNKT+
VG Weißenthurm. Der BürgerSTÜTZPUNKT+ der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm lädt die Generation 50+ sowie Seniorinnen und Senioren auch im April zu einer Reihe abwechslungsreicher Veranstaltungen ein, die Begegnung, Kreativität, Bewegung und gemeinsames Erleben in den Mittelpunkt stellen.
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Flammen, Teamarbeit und Geschmack: Ein Burger-Abend in Kaltenengers
Kaltenengers. Ein Burger-Abend voller Kreativität und Geschmackserlebnisse fand in Kaltenengers statt, organisiert von der kommunalen Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
Weiterlesen
