Allgemeine Berichte | 22.01.2020

Neue „Dünstekovener Teiche“

Bundespolizisten unterstützen Naturschützer

NABU Freiwillige und BundespolizistInnen bei der Arbeit am vergangenen Samstag. Die Flächen sind bereits weitgehend freigestellt.Fotos: privat

Dünestekoven. Bei besten Wetterbedingungen haben am vergangenen Samstag elf junge Anwärter der benachbarten Bundespolizei zusammen mit mehr als 20 freiwilligen Helfern an einer großen vom NABU Bonn veranstalteten Aktion im Naturschutzgebiet Dünstekoven teilgenommen. Ziel der Maßnahme ist die Wiederherstellung der sogenannten „Dünstekovener Teiche“. Bei diesem bereits im letzten Jahr gestarteten Projekt wollen die für die Betreuung des Gebietes verantwortlichen Naturschützer ein kleines Sumpfgebiet wiederherstellen, das vor 40 Jahren auf dieser Fläche zu finden war. Leider sind die wertvollen Teiche und Tümpel im Verlauf des Kiesabbaus und nach der Stilllegung des Kiesgrubenbetriebes durch die voranschreitende Sukzession durch Weiden und Pappeln allmählich völlig verlandet. Diese konkurrenzstarken Pioniergehölze entziehen den Böden mit ihren kräftigen Wurzeln derart viel Wasser, dass die empfindlicheren Sumpfpflanzen sich zurückziehen. Hinzu kommt, dass auch die Auswirkungen des Pumpenbetriebes aus den weit entfernten Braunkohlerevieren bis in unsere Region spürbar sind, so dass der Grundwasserstand leider ohnehin seither gesunken ist. Auch die zunehmend trockenen Sommer sind natürlich ein großes Problem. Dennoch gehen die Naturschützer davon aus, dass man auf den hier vorherrschenden staunassen Böden mit entsprechenden Freistellungsmaßnahmen diese wertvollen Feuchtflächen wiederherstellen und durch regelmäßige Pflegeeinsätze auch dauerhaft erhalten kann. Laut Peter Meyer, dem zuständigen Gebietsbetreuer des NSG Dünstekoven, wurden vom NABU schon über 2000 Stunden an Eigenleistung in die Maßnahme investiert. Diese Vorarbeiten sind nötig, damit im kommenden Herbst die Bagger anrücken können, um die Teiche zu erstellen. Vor allem müssen noch die alten Wurzelstöcke der Weiden entnommen werden. Das Projekt wird zusätzlich mit Mitteln des Rhein-Sieg-Kreises in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde finanziert.

Für die Tierwelt in der Region werden die neu entstehenden Teiche am Rande des Kottenforstes in jedem Fall einen großen Gewinn darstellen.

Immerhin leben schon jetzt allein 15 der 21 in Deutschland heimischen Amphibienarten und mehr als 40 Libellenarten im NSG Dünstekoven, darunter auch einige echte Raritäten wie Gelbbauchunke, Laubfrosch und Glänzende Binsenjungfer. Auch zahlreiche Vögel, die alljährlich hier brüten oder während ihrer Wanderung regelmäßig in diesem Gebiet Rast machen, werden von dem kleinen Sumpfgebiet profitieren. Immer wieder werden hier seltene Arten gesichtet, wie zum Beispiel die Zwergschnepfe, die sich im Winterhalbjahr gerne im milden Rheinlandklima aufhält.

An der Aktion kann man sehen, wie viel praktische Naturschutzarbeit mit so vielen motivierten Helfern möglich ist. In jedem Fall ist das Projekt des NABU Bonn an diesem Wochenende wieder ein gutes Stück vorangekommen. Der nächste Biotoppflegetermin findet demnächst am Karnevalssamstag, den 22. Februar statt, an dem sich die sogenannten „Pappnasenflüchtlinge“ gerne wieder zahlreich beteiligen können.

Weitere Infos zum Projekt siehe unter www.NABU-Bonn.de.

So sahen die "Dünstekovener Teiche" in den 1980er Jahren aus.

So sahen die "Dünstekovener Teiche" in den 1980er Jahren aus.

NABU Freiwillige und BundespolizistInnen bei der Arbeit am vergangenen Samstag. Die Flächen sind bereits weitgehend freigestellt.Fotos: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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