Allgemeine Berichte | 06.02.2017

Oberhonnefeld feierte nostalgisch-närrisch

Bunte Nostalgie-Sitzung mit vielen Akteuren aus umliegenden Orten

KC „Weeste Näh“ brachte drei Tanzgruppen auf die Bühne

Fredi Winter und Günter Kutscher plauderten bei derZeitungslektüre über ihre Erlebnisse als „Penner“ in Neuwied.

Oberhonnefeld-Gierend. Die „Nostalgie-Sitzung“ im Kultur- und Jugendzentrum Oberhonnefeld versammelt Fastnachter aus vielen Orten der Region. Zu den Aktiven im Programm auf der Bühne des großen Saals gehören Gruppen sowohl aus dem Ort selbst als auch aus Neuwied, Irlich, Fernthal, Etscheid und Burglahr. Mit drei Tanzgruppen erfreute der gastgebende Karnevalsclub „Weeste Näh“ das Publikum: den Minifunken, der Jugendgarde und den Oberhonnefelder Funken. 16 Programmpunkte garantierten bei der Veranstaltung am Samstagabend eine vergnügliche, mehr als vierstündige Unterhaltung ohne Pause von 20 Uhr bis nach Mitternacht.

Den Verein KC Weeste Näh gibt es seit über 30 Jahren. Die Nostalgiesitzung wurde vor ein paar Jahren ins Leben gerufen. „Es sollte wieder so sein wie früher“, erklärt Sandra Braasch, die Trainerin der Tanzgruppen des Vereins und Mitorganisatorin der Veranstaltung. Über die 200 Besucher der Nostalgiesitzung am

Samstagabend freut sie sich: „Das ist eine gute Zahl. Die Sitzung wird sehr gut angenommen.“ Nur einen Ausfall gab es leider in dem geplanten Programm zu verkraften. Alina Eul, das Solomariechen, und ihr Tanz mussten wegen Krankheit der jungen Dame gestrichen werden. Ansonsten hatte das auf der Bühne thronende Präsidium mit Prinz Friedhelm, Prinzessin Conny, Sitzungspräsident Axel Born, dem Vereinsvorsitzenden Harald Puschke und dem Hofstaat allen Grund, das Geschehen vor ihren Augen wohlwollend zu betrachten. Axel Born kündigte die verschiedenen Programmpunkte wortreich an. Die Ehre der Ordensüberreichung gebührte natürlich dem Prinzenpaar. Aus Oberhonnefelder Sicht stellten die Auftritte der drei Tanzgruppen des KC Weeste Näh die Glanzpunkte der Veranstaltung dar. Hier zeigt der Nachwuchs des Vereins seine in monatelangen Übungszeiten einstudierten Tänze. Über fehlenden Nachwuchs braucht sich der Verein nicht zu beschweren.

Die „Penner aus Neuwied“ fungierten als Eisbrecher

Die Minifunken werden von Sandra Braasch, Jana Puderbach und Alina Eul trainiert. Für ihren gelungenen Auftritt zum Beginn der Sitzung wurden sie mit dem Orden des Vereins belohnt. Zuvor hatten Fredi Winter und Günter Kutscher, die zwei „Penner aus Neuwied“, auf einer Parkbank sitzend und in nicht gerade salonfähiger Kleidung, mit alkoholischer „Nahrung“ im Gepäck, über ihr Leben in Neuwied und Umgebung geplaudert. Als ehemalige Mitarbeiter von Stadt- und Kreisverwaltung blieb die Kommunalpolitik dabei nicht ungeschoren, zumal Fredi Winter als aktiver Landtagsabgeordneter in Mainz noch in viele politische Vorgänge involviert ist. Am meisten bekamen aber die Heimbach-Weiser ihr Fett weg. Hohn und Spott gossen Winter und Kutscher über die Stadtteilbewohner, wohl wissend, dass diese Vollblutkarnevalisten Spaß verstehen und auch mal einstecken können.

Als Gastredner aus dem Westerwald stand Detlef Niessen in der Bütt und klagte sein Leid übers Älterwerden („ist nix für Feiglinge!“). Seine Frau überraschte ihn zum 70. Geburtstag mit einer guten und einer weniger guten Nachricht: Sie hatte ihm zuliebe Stripperinnen bestellt - allerdings alle in seinem

Alter. Fast schon in Kompaniestärke rückte die Karnevalsgesellschaft Fernthal als Gast an. Nur das Prinzenpaar fehlte - wegen anderweitiger Verpflichtungen. Zwischen den Oberhonnefelder und den Fernthaler Karnevalisten gibt es schon länger freundschaftliche Beziehungen und Teilnahmen von Weeste Näh an Veranstaltungen in Fernthal. Deshalb freuten sich die Gäste besonders, dass jetzt zum ersten Mal die Möglichkeit zu einem Gegenbesuch bestand. „Hausmeister“ des Kultur- und Jugendzentrums ist an den Karnevalstagen immer Christian Grendel. In seiner Büttenrede, gehalten im grauen Arbeitskittel, wies er auf die von ihm verordneten Regeln hin. Unter anderem: Weil er die Toilettenbenutzung mit der Gemeinde abrechnen muss, soll jeder Benutzer sich in die Strichliste eintragen. Auch seine kleinen Differenzen mit Ehefrau Lisbeth beschrieb Grendel („Bernd, das Brot“) und seine Erlebnisse im Dorf. Die Zuhörer im Saal verlangten eine Zugabe. Ähnlich war es bei Bauchrednerin Doris Fischer-Delka aus Etscheid, die ihren kleinen Freund „Klausi“ mitgebracht hatte. Von dem hatte seine Freundin verlangt, ihr eine Schiffsreise zu schenken. Klausi schenkte ihr aber einen Hammer. Warum?, fragte Doris. Klausi: „Die Schiffsreise kann sie sich aus dem Kopf schlagen!“ So ging es munter weiter mit Vorträgen und Tänzen. „Pascal und Heiko“ berichteten schwarz-gelb geringelt vom abenteuerlichen Leben einer männlichen Biene, die KG Burglahr präsentierte sich und anschließend ihre Tanzgruppe, „Richi XXS“ brachte die Leute zum Lachen, das Neuwieder Prinzenpaar Frank und Bettina erwies der Nostalgiesitzung die Ehre, der Hofstaat hielt einen Vortrag und zuletzt begeisterten die beiden Tanzgruppen „Grün-weisse Mädcher un Junge“ sowie die Oberhonnefelder Funken mit ihren Darbietungen das Publikum. Sehr positiv aufgefallen sind bei den Aufführungen auch die „Moonlight Dancers“ aus Irlich mit ihrem rockigen Showtanz in „fetzigen“ Kostümen. Die Showtanzgruppe der KG Irlich 1895 gibt es seit 1988. Bei den Auftritten sind 27 Tänzer dabei, darunter drei Männer. Das Thema von Tanz und Kostümen wechselt jährlich. Anna Welling, die Trainerin und 2. Vorsitzende der Gruppe, sagt: „Wir überlegen uns immer ein Motto und nähen dann die passenden Kleider dazu. “ Die Mitglieder der Truppe sind zwischen 17 und 52 Jahre alt. Zwei der Tänzerinnen, Saskia Rudolf und Tochter Anna, wohnen mittlerweile sogar in Oberhonnefeld.

Weitere Karnevalstermine

Das nächste Mal heißt es karnevalistisch „hoch die Tassen“ im Kultur- und Jugendzentrum am 15. Februar beim Seniorenkarneval und am 18. Februar bei der Prunksitzung dort. „Bei der Prunksitzung ist etwas mehr Remmidemmi“, sagt Sandra Braasch. „Da gibt es nicht so ein festes Programm mit Büttenreden. Es treten mehr Tanzgruppen auf. Auch ist die Theke offen, was bei der Nostalgiesitzung nicht der Fall ist.“ Und dann kommt noch der Karnevalsumzug durch Oberhonnefeld am Samstag, 25. Februar ab 14.11 Uhr. Am 26. Februar beim karnevalistischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche Oberhonnefeld haben dann alle Närrinnen und Narren Gelegenheit, die vergangenen Tage noch einmal unter geistlicher Anleitung Revue passieren zu lassen.

Bunte Nostalgie-Sitzung mit vielen Akteuren aus umliegenden Orten

Bunte Nostalgie-Sitzung mit vielen Akteuren aus umliegenden Orten

Bunte Nostalgie-Sitzung mit vielen Akteuren aus umliegenden Orten

„Hausmeister“ Christian Grendel sagte, was Sache ist: Auf der Toilette wird gefälligst eine Strichliste geführt, damit er die Benutzung mit der Gemeinde ordnungsgemäß abrechnen kann.

„Hausmeister“ Christian Grendel sagte, was Sache ist: Auf der Toilette wird gefälligst eine Strichliste geführt, damit er die Benutzung mit der Gemeinde ordnungsgemäß abrechnen kann.

Fredi Winter und Günter Kutscher plauderten bei der Zeitungslektüre über ihre Erlebnisse als „Penner“ in Neuwied.

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