Fahrsportclub Hubertushof feierte zwanzigjähriges Bestehen
Burgenfahrt mit Traditionsgespannen
Miel. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des FSC Hubertushof trabten mehr als zwei Dutzend Pferdegespanne fröhlich an zur fünften Burgenfahrt auf der Wasserburgenroute durch das Swisttal. Dabei wurde die Veranstaltung für historische und Stilkutschen erstmals auf zwei Tage ausgeweitet. Unumstrittener Höhepunkt war dabei die Präsentation der Gespanne vor der historischen Kulisse von Schloss Miel.
Dort verfolgten mehr als 100 Zuschauer die Ankunft der einzelnen Gespanne, die vom renommierten Fachmann Heinrich-Hermann Hansmeier (Kalletal) fachkundig vorgestellt und in allen Details erläutert wurden. Die Gespanne samt ihren Besitzern hatten eine „stressfreien Ausfahrt“ hinter sich gebracht und waren in der idealen Verfassung, um dem Publikum den Reiz dieses traditionsreichen Pferdesports nahezubringen, freute sich der FSC-Vorsitzende Heinz-Otto Althausen. Die kontinuierlich steigende Besucherzahl zeige zudem das große Interesse an den historischen Gespannen sowie an den interessanten Erläuterungen, größtenteils gewürzt mit amüsanten Anekdoten. Und das malerische Ambiente der Wasserburgen entlang der Wasserburgenroute trage ebenfalls sehr zum herausgehobenen Charakter der Veranstaltung bei.
Kommentator Hansmeier informierte auf humorvolle Art
So startete die fünfte Burgenfahrt am Gut Hohn und führte zunächst zur Burg Morenhoven. Von dort aus ging es weiter zum Schloss Miel, wo die restaurierten historischen Kutschen und einige Nachbauten die pferdebegeisterten Zuschauer faszinierten. Von Kommentator Hansmeier erfuhren die Zuhörer dabei auf humorvolle Art allerlei interessante Details über die abwechslungsreiche Arbeit mit Pferdegespannen, über verschiedene Anspanntechniken und über die unterschiedlichen Charaktere der eingesetzten Pferderassen vom Oldenburger Warmblut über den Haflinger und das Camargue Pferd bis hin zum Rheinisch-Westfälischen Kaltblut.
Vom bis zur letzten Radspeiche original amerikanischen „Dos a Dos“-Einspänner aus dem Jahre 1890, dessen Oldenburger Warmblut „Cora“ von Rolf Bette aus Ennigerloh-Ostenfelde gelenkt wurde, bis zum 450 Kilo schweren Vierspänner-“Char ábancs“ von Hanns-Georg Mostert aus Rheinbach in englischer Kumtanspannung mit den Warmblütern „Mara“, „Arkan“, „Paso“ und „Markus“ im Geschirr und Willi Hohn auf dem Bock gab es dabei jede Menge Pferde, Kutschen, Fahrer und Passagiere zu bewundern.
Nur über Kopfsteinpflaster wird es laut
Dabei erfuhr das erstaunte Publikum auch, dass das Reisen in den bis zu 200 Jahre alten Gefährten nicht etwa unbequem sei, wie man vielleicht denken sollte. „Damals waren die Straßen Jahr viel schlechter als heute, deshalb sind die Kutschen allesamt sehr weich und komfortabel gefedert“, so Hansmeier. In der geschlossenen Kutsche könne es nur manchmal etwas laut werden, vor allem wenn man über Kopfsteinpflaster fahre.
Von Schloss Miel aus ging es weiter über Gut Capellen zurück ins Gut Hohn, und zum Schluss erhielten die besten Gespanne Ehrenmedaillen.Schon am Vortag sich 13 Gespanne bei der Picknickfahrt „Von Gut zu Gut“ köstlich amüsiert, denn hier wurden die alten Picknickkoffer und Picknickkörbe geöffnet und sämtliche Accessoires hervorgeholt, die für einen Imbiss mit Umtrunk unbedingt benötigt werden. Hier gab es genügend Zeit zum Fachsimpeln und Genießen sowie zum ungezwungenen Austausch zwischen den Gespannfahrern, ihren Begleitern und dem einen oder anderen Zuschauer.
