„rad kirche“ im Dekanat Cochem
„Catholic Hipsters“
Oder über die Subkultur von Aussteigern
Kreis Cochem-Zell. Ein Hipster würde sich nie als solcher benennen, es sei denn durch ironische Distanzierung von dieser Kultur. Die Bezeichnung für Aussteiger, die alles im Leben durchgemacht und sich durch nichts erschüttern lassen, sondern individuell, alternativ, ironisch, kreativ und in gewisser Weise exklusiv ihr Leben gegen den Mainstream gestalten, wird sozusagen von außen einer Subkultur verliehen.
Auf den Spuren Menschen, die einen alternativen Lebensstil gewählt haben, bewegte sich „rad kiche“ im Dekanat Cochem auf einer Route zwischen Ulmen und Cochem. Man könnte diese Menschen als „catholic hipsters“ ihrer jeweiligen Zeit bezeichnen:
Das Katharina-von-Bora-Haus in Ulmen erinnert an „Herrn Käthe“, wie Martin Luther seine kluge und selbstbewusste Frau bezeichnete. Sie verließ ihre kleine, aber gesicherte katholische Welt, um sich in das Wagnis der Freiheit zu begeben. Sie wird bezeichnet als „Protagonistin eines neuen, protestantischen Lebensstils, der von Selbstverantwortung und Gottesvertrauen gekennzeichnet ist.“
Zwölf Karmelitinnen im Karmel Waldfrieden Auderath, die sich einem Gebetsleben in Einfachheit, im Gottvertrauen und in strenger Klausur verschrieben haben, wirken für viele Menschen in der Umgebung anziehend als überzeugende Christinnen in ihrem alternativen Lebensstil.
Die Friedenswiese in Büchel weist hin auf Christen, die in Fastenaktionen und im Gebet ihren Widerstand gegen eine globale Gefährdung der Menschheit durch atomare Waffen demonstrieren.
Patron der Kirche in Brauheck ist der schweizer Nationalheilige Niklaus von der Flüe, dessen 600-Jahrfeier ins Jahr 2017 fällt. Er wird als Friedensheiliger für die ganze Welt verehrt. Er ist der einzige Eremit, der nichts aß. Ein Asket, ein Beter, ein Visionär.
Als gewissen Kontrapunkt zu den „catholic hipsters“ nahm man am Nachmittag die Einladung des Golfclubs Cochem dankend an. Eine gewisse exklusive Sportart in den Augen vieler Zeitgenossen. Doch kein Cochemer Golfspieler würde diesen Sport als exklusiv bezeichnen. Im Gegenteil: der Club gestaltet das Vereinsleben ausgesprochen inklusiv und familienfreundlich und generationenübergreifend. Man ist vernetzt, Internationalität des Golfsportes ist selbstverständlich. „rad kirche“ nahm die Gelegenheit wahr und schnupperte beim Training der Jugendgruppe des Golfclubs.
Freundlicherweise stellten die gastfreundlichen Orte Bäckerei Müsch in Ulmen und Pizzeria Eiscafé Italia in Büchel ihre „Infrastruktur“ für die „rad kirche“ zur Verfügung. Über Ellenz-Poltersdorf führte die Route zu einer Einkehr nach Cochem in einen italienischen Eissalon.
Vorschau
Die nächste „Herz-Route“ der „rad kirche“ im Dekanat Cochem führt am Samstag, 23. September ab 10 Uhr von Cochem-Sehl über Treis-Karden, Roes und Münstermaifeld und Hatzenport zurück nach Cochem.
Mehr Informationen und Anmeldungen bei Veronika Rass, Pastoralreferentin im Dekanat Cochem, Tel. (01 51) 12 23 71 15, E-Mail: veronika.rass@bistum-trier.de, https://radcalledout.blog.
