Allgemeine Berichte | 17.11.2017, 12:32 Uhr

Einjährige wurde mit unterbrochener Speiseröhre geboren und nach der Geburt sofort operiert

Cefora und ihre sieben Geschwister

Cefora auf dem Arm der Mutter mit Papa und ihren sieben Geschwistern beim 10. Bonner Taschenlampenkonzert. Bunter Kreis
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Region. Cefora lebt mit ihren Eltern Vanessa und Marcel Wittersheim in einem idyllischen Dorf in der Eifel. Sie ist mit etwas über einem Jahr das jüngste von insgesamt acht Kindern. Tatsächlich betreut die aus Belgien stammende Mama derzeit acht Kinder zwischen fünfzehn und einem Jahr; Papa Marcel ist berufstätig und kümmert sich nebenbei noch um drei Schweine, sechszehn Hühner, drei Hunde und drei Katzen. Vor der Tür steht ein großer Bus mit drei Sitzbänken, auf die sich unterschiedlich große Kindersitze verteilen.

In der 32. Schwangerschaftswoche ermittelten die Ärzte über einer Pränatal-Diagnostik die wahrscheinliche Ursache für das viele Fruchtwasser im Mutterleib. Der Embryo leidet an einer Ösophagusatresie (Typ 2), einer angeborenen Unterbrechung seiner Speiseröhre. Vanessa wird in der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin stationär aufgenommen und antibiotisch behandelt. Zwei Wochen später kam Cefora per Kaiserschnitt mit 2.800 Gramm Gewicht zur Welt und wurde sofort operiert. Erst einmal wurde ihr eine PEG-Sonde zur künstlichen Ernährung gelegt. Dann galt es, die fehlenden 10 cm Speiseröhre zwischen Kehlkopf und Magen wiederherzustellen. Dazu nötig waren insgesamt zehn Operationen, die das kleine Mädchen über sich ergehen lassen musste, in denen die vorhandene Speiseröhre von beiden Seiten aus immer wieder gedehnt und bei einer letzten großen Operation dann schließlich verbunden werden konnte.

Künstliches Koma

Danach wurde Cefora zwei Wochen lang in ein künstliches Koma gelegt, um jede Bewegung des Babys zu vermeiden.

Nach insgesamt drei Monaten Intensivstation in einem Inkubator, nach den Operationen beatmet und künstlich ernährt, und zwei weiteren Wochen auf Station konnte Cefora dann endlich nachhause entlassen werden.

Diese Monate in der Augustiner Kinderklinik waren für die gesamte Familie eine große Herausforderung. Mama Vanessa war überwiegend bei ihrer Neugeborenen, der Vater nahm unbezahlten Urlaub, kümmerte sich um die anderen sieben Geschwister, das Haus und die Tiere und besuchte Cefora in jeder freien Minute. In der Klinik lernte die Familie Sabine Vogt vom Bunten Kreis Rheinland kennen. „Eigentlich dachten wir, dass wir das alleine schaffen würden,“ so Vanessa Wittersheim.

Dankbar für die Hilfe des Bunten Kreises

„Aber im Nachhinein sind wir unendlich dankbar für die Hilfe, die wir vom Bunten Kreis bekommen haben.“ Schwester Sabine betreute die Familie über mehrere Monate nach Ceforas Entlassung. Sie besuchte die Kleine regelmäßig, kontrollierte ihr Gewicht und half bei den vielen Fragen rund um ihre Ernährung. „Am wichtigsten waren uns die Gespräche und guten Tipps, die Sabine uns gegeben hat“ meint Papa Marcel. Sie konnte der Familie viele Ängste und Sorgen nehmen und war Ansprechpartnerin für die vielen Fragen der Eltern. Ceforas Wachstum ist bis heute leicht verzögert, sie leidet unter Schluckbeschwerden beim Trinken und benötigt eine logopädische Therapie, weil ihre Stimmbänder bei den Eingriffen beschädigt wurden. Andreas Kuhn, Sozialarbeiter im Team Koblenz des Bunten Kreis, half den Eltern bei allen sozialrechtlichen Angelegenheiten, wie etwa beim Wohngeld und dem Kinderzuschlag. Zunächst einmal wurde ein Schwerbehindertenausweis für Cefora beantragt, mit dem die Familie Anspruch auf einen heilpädagogischen Kindergartenplatz in Bad Neuenahr mit Fahrdienst zusteht. Gern möchten die Eltern die jüngsten beiden Kinder in einem Kindergarten in der Umgebung unterbringen, der sie in Notsituationen, wie sie es mit Cefora erleben mussten, besser unterstützt als der Kindergarten in ihrem Dorf.

Heute sind sie dankbar für die Angebote des Bunten Kreis zur Teilnahme vor allem der älteren Kinder an verschiedenen Geschwister-Aktivitäten. Ob Tages- oder Ferien-Freizeiten, der Bunte Kreis bietet Geschwisterkindern verschiedene Möglichkeiten an, wo sie einmal unter sich sein und mit viel Spaß lernen können, mit ihrer familiär belasteten Situation besser umzugehen.

Cefora wurde zwei Wochen lang in ein künstliches Koma gelegt, um jede Bewegung des Babys zu vermeiden.

Cefora wurde zwei Wochen lang in ein künstliches Koma gelegt, um jede Bewegung des Babys zu vermeiden.

Cefora auf dem Arm der Mutter mit Papa und ihren sieben Geschwistern beim 10. Bonner Taschenlampenkonzert. Fotos: Bunter Kreis Foto: Martina Goyert

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