Allgemeine Berichte | 15.06.2021, 12:07 Uhr

Wachtbergs älteste Bürgerin gestorben

Charlotte Ribbentrop wurde 108 Jahre alt

Sie war immer offen für Neues geblieben und dankbar, auf ein langes erfülltes Leben zurückblicken zu können

Charlotte Ribbentrop (Mitte) – gut gelaunt im Kreise der Familie anlässlich ihres 100. Geburtstages. Fotos: Archiv E. Daubenspeck
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Wachtberg. Nicht wenigen Menschen ist es vergönnt, ein derart hohes Alter zu erreichen und bis zuletzt in der gewohnten häuslichen Umgebung zu leben, wie dies Charlotte Ribbentrop gelungen ist. Im Alter von 108 Jahren entschlief die Seniorin, wie sie es vorausgeträumt hatte, friedlich während ihres Mittagsschläfchens am 20. Mai 2021 in ihrem Haus in Wachtberg. Früh wird bei der am 22. August 1912 in Berlin Geborenen deren künstlerisches Talent erkannt und gefördert. Mit 16 Jahren bereits gewinnt sie bei einem Wettbewerb ein 5-jähriges Stipendium an der Staatlichen Akademie der freien Künste in Berlin. Während dieser für die junge Frau äußerst interessanten Zeit lernt sie auch bekannte Künstler kennen, unter anderem Käthe Kollwitz und Carl Hofer. Nach dem Studium arbeitet sie als freie Künstlerin für den Berliner Ullstein-Verlag, wird schnell bekannt und veröffentlicht bis Kriegsbeginn regelmäßig Illustrationen in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen. Nach dem Krieg, sie ist wieder als Pressezeichnerin für verschiedene Verlage tätig, tragen alleine 100 Folgen „Saus und Braus“ für die Berliner Illustrierte ihre Handschrift. Sie heiratet den Ingenieur Fritz Ribbentrop. Gemeinsame Lebensstationen in Berlin, Ulm und Bad Godesberg führen sie schließlich 1967 ins „Ländchen“, das heutige Wachtberg.

Ein schwerer Schicksalsschlag trifft sie keine zehn Jahre später, als ihr Ehemann tödlich verunglückt. Aber sie meistert auch als Witwe ihr Leben beherzt. Bis ins hohe Alter ist sie künstlerisch aktiv und zeichnet noch viel. Das Talent der Mutter hat nicht nur die Tochter geerbt, sondern auch deren beide Kinder, am deutlichsten ausgeprägt bei der Enkelin, die als Grafik-Designerin in Südtirol Kunst unterrichtet.

Sie sei immer offen für Neues geblieben und dankbar, auf ein langes erfülltes Leben zurückblicken zu können, sagt die Tochter, Evelyn Daubenspeck, über ihre Mutter. Oft habe diese betont, dass schicksalhafte Umstände, Umwege, die ihr zunächst bitter und unverständlich erschienen seien, sich später als glücksbringend und wegweisend herausgestellt hätten. Und so passte auch ihr einstiger Einsegnungsspruch, den sie so sehr liebte, auch so gut zu ihrem Leben - Johannes 13, Vers 7: „Was ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.“

Bürgermeister Jörg Schmidt übermittelte der Familie von Charlotte Ribbentrop, auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wachtberg, sein Mitgefühl und seine Anteilnahme.

Pressemitteilung Gemeinde Wachtberg

Charlotte Ribbentrop.

Charlotte Ribbentrop.

Charlotte Ribbentrop (Mitte) – gut gelaunt im Kreise der Familie anlässlich ihres 100. Geburtstages. Fotos: Archiv E. Daubenspeck

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