Vallendar hat eine neue Stadthalle
Chic, sachlich und modern
Vallendar. Seit letzten Dienstag hat Vallendar eine neue Stadthalle – manche sagen auch Kongresshalle und damit merkt man schon ein wenig, wo die Reise in Bezug auf Veranstaltungen in Vallendar womöglich hingehen soll – Vallendar, die Kongressstadt mit zwei für das Land Rheinland-Pfalz bedeutenden Hochschulen im Universitätsrang. Zur Schlüsselübergabe an Stadtbürgermeister Gerd Jung hatte sich hoher Besuch aus Mainz angekündigt - Roger Lewentz, der Rheinlandpfälzische Minister des Inneren, für Sport und Infrastruktur. „Die neue Halle macht ´was her. Was ich hier sehen kann, kann sich mehr als sehen lassen“ , stellte Lewentz in seiner Rede fest. Ihr Bau sei gut investiertes Geld für alle Bürger. Der Hochschulstandort Vallendar war und ist für das Land wichtig und deshalb wollte man nachhaltige Maßnahmen für deren Erhalt schaffen, so der Minister. Das sei auch der Grund für den hohen Landeszuschuss. Der Neubau hat rund 11,6 Millionen Euro gekostet – siebzig Prozent davon übernimmt das Land – in Zahlen ausgedrückt: Landeszuschuss 8,12 Millionen Euro – für 3,48 Millionen muss die Stadt Vallendar aufkommen. Als Gastgeschenk brachte der Innenminister eine große Fahne mit. Neben dem Wappen des Landes stand darauf „70 Jahre Rheinland-Pfalz“. Mit großer Freude entfaltete er auf der großen Bühne dieses symbolische Stofftuch mit Stadtbürgermeister Gerd Jung, Verbandsbürgermeister Fred Pretz und Landrat Dr. Alexander Saftig.
Richtig Leben in der Bude am ersten Septemberwochenende
Zur feierlichen Einweihung waren eine Reihe von Vertreter des öffentlichen Lebens eingeladen, allen voran die Mitglieder des Stadtrates und der Ausschüsse und die mit der Planung und dem Bau beauftragten Mitarbeiter. Am ersten Septemberwochenende soll die neue Halle jedoch erst so richtig eingeweiht werden – dann kommt richtig Leben in die Bude. Es ist ein Wochenende der Vereine in Planung, zu dem alle Bürger eingeladen sind. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Fred Pretz, moderierte den Eröffnungsakt. Die Planung und der Bau der Halle sei für alle Mitarbeiter der Verbandsgemeinde eine sehr anspruchsvolle Aufgabe gewesen. Im Oktober 2015 wurde der erste Spatenstich gemacht und dann ging der Bau zügig voran. In nur 21-monatiger Bauzeit war das Großprojekt fertig gestellt. Damit lag man voll in der Planung. Auch was das Budget betrifft, lief alles wie vorher berechnet. Zwar seien noch nicht alle Rechnungen abgeschlossen, doch wie es momentan aussieht, habe man sogar weniger Geld ausgegeben als eingeplant, so der Verbandsbürgermeister. Er gab eine chronologische Übersicht der Planungs- und Baugeschichte. Erste Überlegungen, Planungen und der Bau der neuen Halle liefen zwar nicht immer problemlos, jedoch trotzdem erfolgreich, so Pretz. Mit der nun folgenden Vermarktung der neuen Immobilie gehe die Stadthallenarbeit erst richtig los.
„Was lange währt wird endlich gut !“
Natürlich dankte auch Stadtbürgermeister Gerd Jung allen Beteiligten. Zahlreiche Beschlüsse mit vorherigen gründlichen Überlegungen waren im Rat und den Ausschüssen nötig. Nun könne man sagen: „Was lange währt wird endlich gut!“ Der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, überbrachte selbstverständlich auch seine besten Grüße. Die neue Halle sei ein Schmuckstück, nicht nur für Vallendar, sondern auch für den gesamten Kreis. Man werde sie bald auch für Kreisveranstaltungen nutzen, in naher Zukunft beim nächsten Kreiswackestreffen. Pfarrer Gerd Götz und Pater Rüdiger Kiefer baten Gott um seinen Segen für die Menschen die in Zukunft in diesem Gebäude ein- und ausgehen. Der Name Kongresshalle, so Pfarrer Gerd Götz, leite sich vom lateinischen „congredior“ ab, das bedeute „zusammenkommen, sich begegnen, gemeinsam in die gleiche Richtung schauen“. „Deshalb sollen diese Räume Menschen, Kulturen, Nationen und Religionen zusammenführen und Frieden verwirklichen helfen. Deshalb sollen in diesen Räumen gute Ziele das Klima bestimmen, Menschen sich begegnen, bestärken und aufbauen, zum Wohle aller“, so die Geistlichen.
Chic – sachlich - nüchtern
Die neue Stadt- und Kongresshalle wirkt chic, sachlich und nüchtern. In Stuhlreihen können rund 1.000 Menschen in ihr Platz finden. Sie ist hell, Boden und Wände aus heller Eiche, große Fensterfronten bringen viel Licht in die Räume, es gibt ein großzügiges Foyer, eine ebensolche Küche. Durch verschiebbare Wände lassen sich die Räumlichkeiten variabel nutzen. Es gab einen Wettbewerb „Kunst am Bau“ - an der Mauer hinter der Halle findet man einige rechteckige farbige Tafel mit einem Wellensymbol, das an fließende Gewässer erinnert. Es fehlen, wohl räumlich bedingt, keine einladenden Außenbereiche, keine Außensitzgelegenheiten, lediglich ein schmaler Rasenstreifen hinter der Halle. Neben der modernen Ausstattung mit Licht und Ton lassen sich per Videoübertragung die Geschehnisse von einem in den anderen Raum übertragen. Im ersten Stock gibt es mehrere Künstlergarderoben mit Teeküche und Sanitärräumen. Die Halle ist barrierefrei gebaut, alle Stockwerke lassen sich von der Tiefgarage mit einen Aufzug erreichen. Geplant und gebaut wurde die Halle nach Abschluss eines europäischen Architektenwettbewerb vom Büro „Drei Architekten“ aus Stuttgart. -AND-
Stadtbürgermeister Gerd Jung (li.) und Roger Lewentz.
Die Komischen Harmoniker umrahmten das Programm musikalisch.
