Beeindruckendes Adventskonzert in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in Remagen
Chor, Kammerorchester und Solisten überzeugten mit ihren Darbietungen
Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns und Gloria in D von Antonio Vivaldi unter dem Dirigat von Paul Krämer begeisterte
Remagen. Einen wahrlich beeindruckenden Start in den ersten Advent gaben am Samstagabend die Sängerinnen und Sänger, sowie Solisten des Philharmonischen Chor der Stadt Bonn gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern des Neuen Rheinischen Kammerorchesters unter dem Dirigat von Paul Krämer in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul. Chor und Kammerorchester, die den Altarraum wirklich füllten, brachten das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens und das Gloria in D von Antonio Vivaldi vor großem Publikum zu Gehör. Das Weihnachtsoratorium mit französischer Prägung, ein Werk des 23-jährigen Camille Saint-Saens, entstand 1858 zu Beginn seiner 20-jährigen Organistentätigkeit an der Kirche St. Madeleine in Paris und steht mit seinem Charakter in der Tradition der französischen Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts. Durch die Instrumentation mit Streichorchester, Harfe und Orgel hat das Werk für Solisten und Chor einen warmen, gedeckten und romantischen Klang. Ausgangspunkt der lateinischen Texte ist die Verkündigung des Engels aus dem Lukas-Evangelium. Anschließende Verse aus den Psalmen, aus Jesaja, aus dem Matthäus- und Johannes-Evangelium deuten das Weihnachtsgeschehen aus prophetischer und theologischer Sicht.
Gloria von Antonio Vivaldi
Ebenso begeistert nahm das Publikum das Gloria von Antonio Vivaldi auf, das der Komponist für den Chor des „Pio ospedale della Pietà“, einer Institution für weibliche Findelkinder und Waisen in Venedig komponiert hat. Vivaldi wirkte lange Jahre in Venedig. Neben Frauenstimmen wurden hier sogar Tenor- und Bassstimmen ausgebildet. Von daher wurde das Werk für gemischten Chor komponiert. Vivaldi war eigentlich als Komponist von Instrumentalwerken für das Mädchenorchester angestellt und entwickelte das Solokonzert weiter. Das Gloria schrieb er 1717, während die Stelle des Chorleiters, der auch geistliche Vokalmusik für den Chor zu komponieren hatte, vakant war. Die Erfahrung in der Komposition von Solokonzerten merkt man dem ideenreichen Orchestersatz des vielgestaltigen, spritzigen Vokalwerks durchaus an. Eingebunden in die Aufführung waren die Solisten Scarlett Pulwey, Sopran, Antigoni Chalkia, Sopran, Milena Haunhorst, Alt, Christian Dietz, Tenor und ein Basssänger, der spontan für den erkrankten Clarke Ruth eingesprungen war.
Vor der Aufführung hatte Dechant Frank Klupsch die Gäste und die Aufführenden begrüßt und allen eine wunderschöne Einstimmung auf den Advent gewünscht. In aller Ruhe genossen die Gäste die wunderbare Aufführung, die den Kirchenraum wahrlich füllte, und spendeten, nachdem der letzte Ton verklungen war, stehend minutenlang lautstarken Applaus als Dank für das beeindruckende Adventskonzert. AB
Der Philharmonische Chor Bonn mit dem Kammerorchester und den Solisten der der Pfarrkirche in Remagen.
