Allgemeine Berichte | 21.06.2017

Beeindruckende Uraufführung einer Kantate von Martin Kahle in der Pallottikirche Rheinbach

„Da Pacem“ ist ein großartiger kirchenmusikalischer Wurf

Kantorei, Kantatenorchester und Solisten trugen zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags drei Chorkantaten zu Liedern von Martin Luther vor

Mitglieder der Merler Kantorei Meckenheim und der Evangelischen Kantorei Euskirchen traten zusammen mit dem Godesberger Kantatenorchester und den Solisten Barbara Dünne (Sopran), Frederik Schauhoff (Bariton), Barbara Medick (Flöte), Annette Domauf und Christopher d‘Arcy (Oboe), Annika Lante (Klarinette), Regina Jucknies (Fagott) und Orsat Gozze (Perkussion) auf.-JOST-

Rheinbach. Eine beeindruckende Uraufführung des Werkes „Da Pacem – Verleih uns Frieden“ aus der Feder von Martin Kahle erlebten die Besucher eines hochklassigen Konzertes in der Rheinbacher Pallottikirche. Mitglieder der Merler Kantorei Meckenheim und der Evangelischen Kantorei Euskirchen trugen gemeinsam mit dem Godesberger Kantatenorchester und den Solisten Barbara Dünne (Sopran), Frederik Schauhoff (Bariton), Barbara Medick (Flöte), Annette Domauf und Christopher d‘Arcy (Oboe), Annika Lante (Klarinette), Regina Jucknies (Fagott) und Orsat Gozze (Perkussion) drei Chorkantaten zu Liedern von Martin Luther vor, 500 Jahre, nachdem dieser seine 95 Thesen an der Kirchentür in Wittenberg angeschlagen hatte.

Mit Felix Mendelssohn-Bartholdys kleiner Kantate „Verleih uns Frieden“ für Chor und Orchester sowie Johann Sebastian Bachs Choral-Kantate „Aus tiefer Not“ für Soli, Chor und Orchester sangen und spielten sich die Sänger und Instrumentalisten sozusagen warm für den Höhepunkt des Abends. Erstmals wurde nämlich die Kantate „Da Pacem“ für Sopran, Bariton, Chor und Orchester aufgeführt, die Martin Kahle 2016 anlässlich des Luther-Jubiläums komponiert hatte und dabei das Antiphon „Da pacem, Domine, in diebus nostris“ aus dem neunten Jahrhundert als Ausgangspunkt nahm. Das hatte auch Martin Luther 1529 getan, als er die Zeilen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ verfasste.

Im ersten Satz der Kantate wechselten sich die Sopranistin Barbara Dünne und der Chor beim Gesang kanonartig ab, das Orchester zog mit seinen Einsätzen die Gedanken in den Himmel, und die lang nachhallenden Glockenklänge am Schluss waren das i-Tüpfelchen auf einem gelungenen Auftakt.

Feine Melodien und hoffnungsvolle Passagen

Der zweite Satz basierte auf dem Gedicht „Ja, wärst du nicht mein Gott“ von einem Insassen des Konzentrationslagers Buchenwald. Klarinetten und Becken, gezupfte Violinen und Singstimmen verdichteten sich zu einem großartigen Gesamteindruck mit feinen Melodien und inbrünstig-hoffnungsvollen Passagen. Getragen und melodiös trugen Männer- und Frauenstimmen im Duett den dritten Satz „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ vor, hier war jede einzelne Note wohl gesetzt, und jedes Instrument hatte seinen natürlich anmutenden Platz im Satzgefüge.

Insgesamt sogar noch perfekter präsentierte sich der vierte Satz der Kantate nach dem Gedicht „Wir beten für den Frieden“ von Peter Spangenberg. Mit gefühlvoll-elegischen Elementen und hymnischen Momenten hat dieser Part zweifellos das Zeug zu einem echten Klassiker der Kirchenmusik und dürfte auf noch so manchem Kirchentag gesungen werden. Hier ist Martin Kahle, der die Uraufführung auch selbst dirigierte, ein großartiger kirchenmusikalischer Wurf gelungen.

Modern, leichtfüßig und augenzwinkernd

Modern, leichtfüßig und mit augenzwinkerndem Rhythmus präsentierte sich anschließend der fünfte Satz, „O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, nach einem Gedicht, das 1912 in der Zeitschrift „Souvenir Normand“ erschien. Der sechste Satz, „Dona nobis pacem“, bildete einen perfekten Abschluss für eine ebenso abwechslungsreiche wie anspruchsvolle, warmherzige und glaubensgewisse Kantate, die den Vergleich mit Bach und Mendelssohn-Bartholdy nicht zu scheuen braucht.

JOST

Mitglieder der Merler Kantorei Meckenheim und der Evangelischen Kantorei Euskirchen traten zusammen mit dem Godesberger Kantatenorchester und den Solisten Barbara Dünne (Sopran), Frederik Schauhoff (Bariton), Barbara Medick (Flöte), Annette Domauf und Christopher d‘Arcy (Oboe), Annika Lante (Klarinette), Regina Jucknies (Fagott) und Orsat Gozze (Perkussion) auf.Foto: -JOST-

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Lampionfest in Weißenthurm - KW25
Heimat aktiv erleben
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0366#
Stellenanzeige Reinigungskraft
Stellenanzeige Reinigungskraft
Empfohlene Artikel
In Bad Breisig wurde erneut erstklassiger Chorgesang geboten.  Foto: DU
43

Bad Breisig. Erstklassiger Chor- und Vokalgesang mit vielen klassischen, aber auch mit Spiritual-Aspekten in Verbindung mit hervorragender Solo-Instrumental-Musik – all das hatte unlängst das Sommerkonzert des Kirchenchores „St. Marien“ Bad Breisig zu bieten. Die Breisiger Kirche Maria Himmelfahrt bot hierfür erneut den passenden optischen und akustischen Rahmen. Dass eben jene Akustik dort genau...

Weiterlesen

Der Marktplatz von Ahrweiler.  Foto: ROB
149

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auch in diesem Jahr lädt die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung anlässlich des nunmehr fünften Jahrestags der Flutkatastrophe ein, die in diesem Jahr unter Beteiligung der Landesregierung ausgerichtet wird. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 14. Juli, um 19 Uhr auf dem Ahrweiler Marktplatz statt.

Weiterlesen

Fünf Jahre danach: Altenburg im Sommer 2026.  Foto: ROB
143

Ahrtal. Die Flutkatastrophe im Ahrtal und in weiteren Teilen Deutschlands am 14. Juli 2021 hat Deutschland tief erschüttert. Mehr als 180 Menschen verloren ihr Leben, zahlreiche Orte wurden schwer zerstört und viele Betroffene kämpfen bis heute mit den Folgen der Katastrophe. Auch fünf Jahre später bleibt die Erinnerung an die Opfer und die enormen Herausforderungen dieser Katastrophe lebendig.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Aufgrund eines Ladendiebstahls fahndet die Polizei nach dem Verdächtigen.
1095

Hochpreisiges Parfüm gestohlen

Bonn: Polizei fahndet nach Ladendieb

Bonn. Fahndung nach einem mutmaßlichen Ladendieb in Bonn: Das Kriminalkommissariat 15 der Bonner Polizei hat eine öffentliche Suche nach einem Verdächtigen eingeleitet, der im Verdacht steht, am 12. März 2026 ein teures Parfüm aus einer Parfümerie in der Bonner Innenstadt gestohlen zu haben.

Weiterlesen

Die B267 in Rech.  Foto: ROB
533

Der Grund: Die Deutsche Bahn saniert

Ahrtal: Vollsperrung der B267 und Zugausfall ab 29.06.

Rech/Mayschoß. Die Bundesstraße 267 zwischen Rech und Mayschoß wird von Montag, 29. Juni, bis einschließlich Montag, 13. Juli 2026, für den Verkehr voll gesperrt. Grund hierfür sind Sanierungs- und Böschungsarbeiten der Deutschen Bahn. Die Vollsperrung ist notwendig, da die eingesetzten Arbeitsmaschinen beide Fahrstreifen in Anspruch nehmen und eine sichere Vorbeifahrt für Verkehrsteilnehmende nicht gewährleistet werden kann.

Weiterlesen