Heimat- und Verschönerungsverein Buschhoven e.V.
„Damals in Buschhoven“
Neues Buch über Kriegserlebnisse 1939-1946
Buschhoven. Auch, wenn es vermutlich nie auf die Bestsellerlisten kommt, das Buch ist interessanter als jede Weltliteratur: Was „damals in Buschhoven“ geschah ist echte Heimatgeschichte, freute sich Beigeordnete Petra Kalkbrenner in ihrer Einführung. 51 Buschhovener und Buschhovenerinnen hatten Dr. Benno Willers in zahlreichen Gesprächen von ihren Kindheitserlebnissen in Buschhoven während des zweiten Weltkriegs erzählt, die er getreu aufschrieb.
Die gesammelten Berichte wurden nun in der Schriftenreihe des Heimat- und Verschönerungsverein Buschhoven (HVV) als Buch herausgegeben, nachdem in einem ersten Band „Heute zuhause in Buschhoven“ 50 „Neu-Buschhovener“ zu ihren Kriegserlebnissen in ganz Deutschland zu Wort kamen. Zur offiziellen Vorstellung des Buches trafen sich in einer von Hans Peter Fuß vom General-Anzeiger moderierten Feierstunde Autor, die meisten der Zeitzeugen und Vorstand des HVV um Renate Wolbring als Herausgeber.
„Die persönliche Thematik fehlte noch in der Kriegsliteratur, die gemeinhin die politische oder militärische Sicht beleuchtet oder die Handelnden und großen Schlachten im Fokus hat“, zeigte sich Fuß beeindruckt, die „leidenden Individuen“ dagegen, die Generation der „Kriegskinder“, werden meist vergessen.
Das Erinnern an einschneidende Ereignisse
Die aber erinnert sich an die einschneidenden Ereignisse in ihrer Kindheit zum Teil noch so detailliert, dass für die Buschhovener Heimatgeschichte nun manche vergessene Tatsache schriftlich für die Nachwelt festgehalten werden konnte: Dass in Buschhoven mit seinen damals 650 Einwohnern einmal dreihundert Wehrmachtangehörige stationiert waren, darunter mehr als Hundert Wehrmachthelferinnen, die die Funkgeräte zu bedienen hatten. Oder auch, dass Dwight D. Eisenhower auf einem Buschhovener Hof zu Mittag aß. Unter anderem stieß Willers auch auf die mitmenschliche Unterstützung einiger Alteingesessenen, die jüdische Mitbürger versteckten und so lange wie möglich mit Lebensmitteln versorgten.
Frieden und Freiheit
Andererseits ging Willers mehreren übereinstimmenden Hinweisen nach und deckte die nie gesühnte Ermordung eines jüdischen Zwangsarbeiters Anton Wujciakowski 1941 durch die Gestapo auf. Die Recherchen zu dem Buch führten den Autor in manches deutsche Archiv und sogar bis nach England, und im 2. Teil des Buches systematisiert er seine Ergebnisse in einer Chronologie. „Frieden und Freiheit müssen immer wieder neu erarbeitet werden. Die Erinnerung an Mut und Zivilcourage muss wach gehalten werden“, resümiert Dr. Benno Willers. Das ist die Leistung dieses Buches. Das Buch „Damals in Buschhoven“ ist ab sofort erhältlich im Geschäft „Wappenschmidt“ in der Alten Poststraße in Buschhoven zum Preis von 15 Euro.
