Allgemeine Berichte | 28.06.2021

Viele hilfreiche Hände sind für die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald im Einsatz

Das Bangen geht weiter: Finanzielle Sorgen begleiten Tierretter tagtäglich

Blick aktuell besuchte die mit viel Herzblut agierenden Menschen bei ihrer wertvollen Arbeit

Die Mitarbeiter der Pflegestation verabreichen einem kleinen Jungvogel Augentropfen. Fotos: BS

Kirchwald/Region. Eines haben wir bei unserem Besuch in der auf Eifelhöhen beheimateten Einrichtung wieder festgestellt: „Diese, im Jahre 1984 entstandene hehre Idee, sozusagen das Lebenswerk der engagierten leider verstorbenen Kirchwalder Tierschützerin, Helga Steffens, schwer verletzten und kranken Tieren zu helfen, darf nicht untergehen“. Zahlreiche engagierte Tierfreunde hatten diese Station, ob innerhalb der Leitung oder als hilfreiche Mitarbeiter in den weiteren Jahren am Leben erhalten. Unter der jetzigen Führung der beiden fachlich bestens versierten Biologen, Dr. Miriam Thavarajah und ihrem Ehemann Nathan, sowie bis zu 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 12 hauptamtlich, wird weiterhin alles Mögliche getan, um die wertvolle, wohl landesweit bekannte Wildvogel- und Igelstation, aufrecht zu erhalten. Dabei ist dies weiß Gott nicht immer einfach. Bei dem immensen Kostenaufkommen, drohen schnell finanzielle Schwierigkeiten, so, wie es auch Anfang 2021 wieder der Fall war. Dann sprang auch noch ein Großsponsor ab. Das ist für die Verantwortlichen einfach fatal. Man ist also auf jede, noch so kleine Spende angewiesen. Diverse Hilferufe wurden auch erhört. Firmen aus der Umgebung, Banken, Verbandsgemeinden, und Privatpersonen, wahre „Fans“ der hilfsbedürftigen Tiere, waren zur Stelle. Man ist also mit einem blauen Auge über die Runden gekommen. Dafür ist man innerhalb der Station und in den Reihen des Vorstandes des Trägervereins der Wildvogelstation sehr dankbar. Aber, man fragt sich – Wie lange hält die Spendenbereitschaft an?

200 Tiere werden derzeit versorgt

„Am Rande der Existenz zu leben, geht für Mitarbeiter und Tiere leider nicht, wir benötigen dringend Dauerspender“, so Frau Dr. Thavarajah im Gespräch mit unserer Zeitung. 200 Tiere sind zurzeit in Pflege. Alleine am Tage unseres Besuches kamen noch 12 dazu. Im Corona Jahr 2020 waren es sage und schreibe 4000 Tiere, die aufgenommen wurden. Unter Anderem Wildgänse, Singvögel, Haussperlinge, Ringeltauben oder auch Igel. In diesem Jahre wurden bereits über 1000 aller Art aufgenommen. Futtervorräte mussten aufgestockt werden, Arztkosten zu decken, es hieß Reparaturen durchzuführen, sowie weitere Volieren und Außengehege zu bauen. Das Personal, so konnten wir es hautnah erleben, ist permanent an allen Ecken und Enden, im Dauereinsatz. Und das viele der kleinen Piepmätze ihre Augentropfen bekommen, die „Schreihälse“ mit Fütterung beruhigt werden, permanent zwei Waschmaschinen in Arbeit sind, um die Wäsche von Kot zu reinigen, die Kleinsten in ihren „Kinderbettchen unter großen Lampen warm liegen, die Teiche der Wildgänse sauber sind, in den großen Volieren für Flugversuche alles perfekt, oder ob auf der Kranken- und Intensivstation alles OK ist, das gehört alles noch dazu. Manch einer wird gar nicht einzuschätzen wissen, was dort, rund um die Uhr, für ein Arbeitsaufkommen, das aber mit viel Liebe für die anvertrauten „Patienten“ gewürzt ist, vorherrscht. Tiere aufnehmen, medizinisch versorgen und dann wieder auswildern, das ständige Prozedere für die Hilfe-Profis. „Wir machen es gerne und mit viel Herzblut – hoffentlich können wir dies noch recht lange durchhalten“, so die Leiterin zum Abschied. Aber wie heißt es doch so schön: „Wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Also: „Werdet „Treue Fans“ der Wildvogelstation, das ihr jahrzehntelanges Bestehen weitergehen kann. Ein „Fan“, wie zum Beispiel Tim Gostling, der mir seine Intension in puncto Hilfe verriet: „Ich bin in England geboren, und lebe seit 40 Jahren hier in Deutschland. Als ich hörte, dass die Wildvogelstation Hilfe benötigt, dachte ich mir, Ich bin in der Lage Zeit und Geld zu investieren, um zu helfen. Also fuhr ich nach Kirchwald und fragte, was ich tun könnte. „Vielleicht Einkaufen“ war ihre Antwort. Das tat und tue ich dann auch. Jetzt habe ich wieder große Schatten spendende Sonnenschirme für über die Teiche und diverse Gartengerätschaften zur Pflege beschafft. Das macht mir und den „Guten Geistern“ in der Station große Freude. Ich habe ein bisschen Erbe und Zeit, also wurde dies mein neuer Job. Und der funktioniert sehr gut. Zur Nachahmung empfohlen. Unterstützung ist mir eine Herzensangelegenheit“.

Spenden für die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald e.V.

Wer ebenfalls die Wildvogel-Pflegestation in Kirchwald unterstützen möchte kann dies über das Spendenkonto:

Volksbank RheinAhrEifel eG

BLZ 57761591

Konto 14523400

IBAN DE66 5776 1591 0014 5234 00 BIC GENODED1BNA

BS

Die Leiterin, Frau Dr Thavarajah mit einem kleinen Igel.

Die Leiterin, Frau Dr Thavarajah mit einem kleinen Igel.

Praktikanten bei der Reinigung der Wildentengehege.

Praktikanten bei der Reinigung der Wildentengehege.

Weithin sichtbar auf Kirchwalder Eifelhöhen - die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald.

Weithin sichtbar auf Kirchwalder Eifelhöhen - die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald.

Einsatz in der Krankenstation.

Einsatz in der Krankenstation.

Ein Zögling unter der Wärmelampe im Kinderbett.

Ein Zögling unter der Wärmelampe im Kinderbett.

Ein Rotmilan in einer Voliere der Wildvogelstation.

Ein Rotmilan in einer Voliere der Wildvogelstation.

Dieser Vogel hat es sich in einer Schaukel gemütlich gemacht.

Dieser Vogel hat es sich in einer Schaukel gemütlich gemacht.

Die Mitarbeiter der Pflegestation verabreichen einem kleinen Jungvogel Augentropfen. Fotos: BS

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